Guten Morgen {{vorname}},

zwei Branchen, die die Welt verändert haben – und trotzdem viele Investoren arm gemacht haben. Wie passt das zusammen?

In dieser Ausgabe schauen wir uns genau das an. Wir gehen durch die Zahlen, benennen die echten Ursachen und zeigen, wo der Markt heute steht. Und dann wird es konkret: Cloud-Aktien unter der Lupe – mit ehrlichem Blick auf Burggraben, Wachstumschancen und die entscheidende Frage, ob das Geschäftsmodell hält, was die Story verspricht. Viel Spaß beim Lesen!

Empfiehl uns weiter auf X, Instagram, TikTok und Co. Nutze dafür am besten Deinen Referral-Link: {{ rp_refer_url }}

tl;dr

😍 Diese Wertpapiere zeigen wir Dir heute

Jetzt klicken und Zahlen checken:

Marktlage

☁️ Cloud-Software: Die brutale Mathematik der Überbewertung

👉Okta verlor in 5 Jahren 68 % seines Börsenwerts. 👉Zscaler stürzte von 368 Dollar auf 139 Dollar. 👉SentinelOne liegt 70 % unter seinem Höchststand. Und das alles, während Cybersicherheitsausgaben weltweit von 193 Mrd. Dollar auf 213 Mrd. Dollar kletterten. Wie passt das zusammen? Die Antwort auf diese Frage erklärt nicht nur, warum Cloud- und Cybersecurity-Aktien so brutal abgestraft wurden, sondern auch, ob sich ein Einstieg heute noch lohnt.

Der erste Fehler war nicht die Branche, sondern das Makroumfeld. In den Jahren 2020 und 2021 machten niedrige Zinsen Wachstumsaktien extrem attraktiv, denn je billiger Geld ist, desto wertvoller sind Gewinne, die erst weit in der Zukunft anfallen. Investoren zahlten klaglos für Profite, die vielleicht erst in 5 Jahren sichtbar werden würden. Als die Inflation anzog und Zentralbanken begannen, die Zinsen anzuheben, änderte sich die Rechnung fundamental: Künftige Gewinne wurden weniger wert, und hoch bewertete Wachstumswerte spüren das als Erste.

Das zweite Problem war die Bewertung. Bis 2021 waren viele Cloud- und Cybersecurity-Aktien nicht einfach teuer, sondern für absolute Perfektion eingepreist – keine Toleranz für langsameres Wachstum, härtere Konkurrenz oder längere Vertriebszyklen. Der 👉WisdomTree Cloud Computing ETF verlor 2022 rund 49 %. Als der Markt aufhörte, heroische Multiples zu verteilen, war die Neubewertung entsprechend brutal.

Dazu kam ein dritter Effekt: Die Pandemie zog enorm viel Ausgabenwillen vor. Unternehmen stürzten sich gleichzeitig in Cloud-Migration, Collaboration-Tools und Cyberprotection, was die Wachstumszahlen spektakulär aussehen ließ, aber auch die Basis für einen harten Vergleich danach legte. Sobald der Notfallmodus vorbei war, wurde aus Dringlichkeit Kostenoptimierung. Cloud-Ausgaben wurden effizienter gesteuert statt ausgeweitet, größere Plattformen bündelten Funktionen, und Investoren interessierten sich plötzlich wieder für Margen und Free Cashflow. Das war besonders schmerzhaft für unprofitable Pure-Play-Namen.

Ein weiterer Belastungsfaktor kam 2025/2026 hinzu. Als Anthropic seinen Claude Code Security lancierte, verloren 👉CrowdStrike, 👉Cloudflare, Okta und Co. an einem einzigen Handelstag zwischen 5 % und 10 %. Die Angst: KI-gestützte Tools könnten klassische Cybersecurity-Dienste direkt kannibalisieren. Ob das Realität wird oder eine Kurzschlussreaktion des Markts war, bleibt eine offene Frage und macht die Bewertungsarbeit schwieriger.

Was sich trotzdem grundlegend verändert hat: Cybersicherheit ist keine Wachstumsgeschichte mehr – sie ist Regulierungsrealität. Morgan Stanley erwartet 12 % jährliches Branchenwachstum bis 2028, und viele CIOs planen, Cybersecurity-Ausgaben bis zu 50 % schneller zu steigern als andere Softwareinvestitionen. Allein die EU-weite NIS2-Richtlinie – ein regulatorischer Rahmen, der kritische Infrastrukturen zur Einhaltung von Sicherheitsstandards verpflichtet – treibt 31,2 Mrd. Euro an zusätzlichen Jahreskosten in die Branche. Betroffene Unternehmen müssen ihre IT-Sicherheitsbudgets in den ersten Jahren um bis zu 22 % erhöhen.

Genau hier liegt die entscheidende Investorenlektion der letzten fünf Jahre. Die Gewinner waren keine Nischenanbieter, sondern Plattformanbieter mit echter Markttiefe: 👉Palo Alto Networks legte 191 % zu, 👉CrowdStrike 109 %. Beide sind tief in den Security-Stack ihrer Kunden eingebettet und damit schwer zu ersetzen. 👉Zscaler dagegen, mit 23 % Umsatzwachstum und einem ARR von 2,9 Mrd. Dollar, fundamental eigentlich stark, leidet noch immer unter dem Bewertungsüberhang von 2021.

Der Cloud-Markt hat sich parallel dazu transformiert. Von 156 Mrd. Dollar 2020 auf 943 Mrd. Dollar 2025. Und bis 2033 sollen es 3,35 Billionen Dollar sein. Die Bewertungslogik hat sich jedoch gedreht: Investoren zahlen nicht mehr für die bloße Nähe zur Cloud-Story. Das Cloud-KI-Segment wächst mit 40 % pro Jahr und soll bis 2030 etwa 603 Mrd. Dollar erreichen. Aber auch hier gilt: Gefragt sind Beweise für Wettbewerbsstärke und Preismacht, nicht Wachstum um des Wachstums willen.

Screening

🔍 Hype vs. Geschäftsmodell: Die wichtigste Unterscheidung für Cloud-Investoren

Seit dem Start von ChatGPT im November 2022 ist das Volumen an Phishing-Angriffen um 4.151 % gestiegen. Nicht um das Zehnfache. Nicht um das Hundertfache. Um mehr als das Vierzigfache. Und gleichzeitig liegt 👉Zoom, eines der weltweit bekanntesten Software-Unternehmen, 76 % unter seinem Fünfjahreshoch. Das klingt nach Widerspruch. Es ist aber eher eine präzise Beschreibung davon, was passiert, wenn eine echte Industrie mit falschen Erwartungen zusammenstößt. Die entscheidende Frage für Dich als Investor ist nicht, ob Cloud und Cybersecurity wichtig sind. Sie lautet: Welches Unternehmen vermehrt Dein Kapital, und warum?

👉Zoom ist das perfekte Lehrstück dafür, wie eine legitime Erfolgsgeschichte zum schlechten Investment werden kann. Das Unternehmen hat die Pandemie nicht erfunden, aber es hat von ihr so enorm profitiert, dass die Aktie in wenigen Monaten Bewertungen erreichte, die nur dann Sinn ergaben, wenn der Ausnahmezustand dauerhaft werden würde. Das tat er nicht.

Heute steuert 👉Zoom auf einen Jahresumsatz von 4,87 Mrd. Dollar zu. Die Zahl der Enterprise-Kunden mit über 100.000 Dollar Jahresumsatz wuchs im letzten Quartal um 9,3 %, langsam, aber stabil. Das Problem ist die strategische Abhängigkeit: 72,2 % des Umsatzes stammen aus Amerika, das Kernprodukt Videokonferenz ist direkt gegen 👉Microsoft Teams und 👉Google Meet austauschbar, und ein echter Burggraben fehlt noch.

Den versucht 👉Zoom gerade zu bauen, über einen neuen Enterprise-Stack aus Contact Center, Phone und dem KI-Tool AI Companion 3.0, entwickelt mit Nvidia-Technologie. Ein neues KI-Customization-Modul kostet 12 Dollar pro User und Monat und ist der erste ernstzunehmende Versuch, aus dem Commoditizing-Sog herauszukommen. Ob das gelingt, ist eine offene Frage.

👉Fastly hat in 5 Jahren mehr als 50 % verloren und ist in diesem Jahr bereits um 136 % gestiegen. Dieses Muster erzählt etwas Wichtiges: Manchmal ist ein Unternehmen nicht kaputt, es braucht nur Zeit, um seine eigene Bewertung zu verdienen.

👉Fastly betreibt ein Edge-Cloud-Netzwerk, das Inhalte und Sicherheitsfunktionen näher an den Endnutzer bringt und damit Latenzen reduziert. Das klingt technisch abstrakt, ist aber für jede E-Commerce-Plattform oder Media-App mit hohem Traffic tägliche Realität. Im März 2026 wurde das Unternehmen von Forrester erstmals als Leader in Edge Development Platforms ausgezeichnet – eine Anerkennung, die Jahre der Grundlagenarbeit spiegelt.

Der Burggraben ist moderat. Fastlys Programmable CDN bindet Entwickler tiefer ein als klassische Anbieter, aber 👉Cloudflare ist im selben Markt deutlich größer und breiter aufgestellt. Fastly ist eher ein Spezialist in einem Wachstumsmarkt, in dem 30 % der Unternehmen bereit sind, explizit für Edge-Computing zu budgetieren.

👉Snowflake hat als Cloud-Data-Plattform etwas, das die meisten anderen Namen hier nicht haben: strukturell hohe Wechselkosten. Das Preismodell ist nutzungsbasiert – Unternehmen zahlen also für das, was sie tatsächlich verbrauchen – und wächst automatisch mit, wenn KI-Agenten größere Datenmengen verarbeiten. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 30 % gegenüber dem Vorjahr, und Fortune kürte Snowflake 2025 zur Nummer 1 auf der Future-50-Liste für nachhaltiges Wachstum.

Das Besondere an 👉Snowflakes Architektur: Storage und Compute sind voneinander entkoppelt. Das ist technisch schwer zu replizieren und schafft Abhängigkeiten, die Kunden wie Stripe oder 👉NTT nicht leichtfertig aufgeben. Mehr als 50 % Kosteneinsparungen beim Wechsel zu Snowflake sind dokumentiert. Das ist der Grund, warum Unternehmen kommen. Und tief eingebettete Datenpipelines sind der Grund, warum sie bleiben. Zusätzlich operiert Snowflake plattformneutral auf 👉AWS, Azure und GCP gleichzeitig. Das erscheint als direkter strategischer Vorteil gegenüber den nativen Datenlösungen der Hyperscaler.

👉Dropbox ist der nüchternste Fall in dieser Gruppe. Der Umsatz lag im Gesamtjahr 2025 bei 2,521 Mrd. Dollar. Das Unternehmen wächst nicht mehr. Aber es druckt Geld: eine operative Marge von 27,3 %, freier Cashflow von mehr als 1 Mrd. Dollar – ein Plus von 16,5%. Das ist eine Profitabilitätskennzahl, von der viele der gehypten Wachstumswerte 2021 nur träumen können.

Die Wachstumschance heißt Dash, ein KI-gestütztes Suchwerkzeug, das über alle Unternehmenstools hinweg funktioniert (Google Drive, 👉Slack, Notion, GitHub). Es ist ein Angriff auf das fragmentierte Informationschaos moderner Unternehmen. Doch ob Dash genug Traktion gewinnt, um das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs zu bringen, ist ungewiss. Was nicht ungewiss ist: 👉Dropbox hat über 18 Mio. zahlende Nutzer und einen Cashflow, der Geduld erlaubt.

Cloud ist keine homogene Kategorie und genau darin liegt ein häufiger Investmentfehler. IaaS (Infrastructure as a Service) ist die Basisschicht: Compute, Storage, Netzwerk. Hier dominieren 👉AWS mit rund 30 % Marktanteil, Azure mit 25 % und 👉Google Cloud mit 12 %. Diese drei Anbieter kontrollieren gemeinsam rund zwei Drittel des gesamten Markts. Wer hier mitspielen will, braucht Kapital in einer Größenordnung, die kein Pure-Play-Startup stemmen kann.

SaaS, also Abo-Software wie Google Drive oder 👉Slack, ist die Schicht, die Investoren am besten kennen. Hohe Bruttomargen, wiederkehrende Umsätze, gute Geschichten. Und genau deshalb war es auch die Schicht mit extremen Bewertungsexzessen. Der SaaS-Markt generierte 2025 rund 390 Mrd. Dollar Umsatz, wächst aber langsamer als IaaS, das direkt von KI-Infrastrukturnachfrage profitiert.

Das dynamischste Subsegment der gesamten Cloud-Branche ist derzeit Neocloud – GPU-zentrierte Infrastruktur speziell für KI-Workloads. Synergy Research meldete für das vierte Quartal 2025 bereits 9 Mrd. Dollar Quartalsumsatz bei 223 % Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Bis 2031 soll der Markt auf 236,53 Mrd. Dollar wachsen – ein CAGR von 46,4 %.

👉CoreWeave ist hier der bekannteste Name: über 250.000 GPUs in 32 Rechenzentren, IPO im März 2025 bei 35 Mrd. Dollar Bewertung, ein OpenAI-Vertrag über 12 Mrd. Dollar. Allerdings stammen 60 % des Umsatzes von einem einzigen Kunden – 👉Microsoft. Das ist eine schwierige Klumpenrisikostruktur.

Für Cybersecurity gilt eine unbequeme Symmetrie: KI hilft Angreifern genauso wie Verteidigern – nur schneller. Zwischen September 2024 und Februar 2025 nutzten 82 % aller Phishing-Mails bereits KI. Diese Mails erreichen eine 60 % höhere Klickrate als klassische Angriffe. Shadow AI – also nicht autorisierte KI-Tools im Unternehmen – kostet betroffene Firmen laut 👉IBM durchschnittlich 670.000 Dollar mehr pro Datenpanne, bei hoher Nutzung sogar 4,63 Mio. Dollar.

Das ändert aber nichts an der Grundlogik: Wer in diesen Sektoren investiert, muss heute zwischen wichtiger Branche und gutem Geschäftsmodell unterscheiden. Diese beiden Dinge sind verwandt, aber nicht dasselbe.

Webinar

💣 Pulverfass Geopolitik: Dein Kompass im Marktchaos

Der Iran-Konflikt hält die Welt in Atem und die Märkte erst recht. Extreme Volatilität, irrationales Verhalten, schnelle Richtungswechsel: Wer jetzt keinen Plan hat, schaut nur hilflos zu.

Zum Glück gibt es Christian Schlegel. Der erfahrene Charttechniker nimmt 👉heute ab 18 Uhr DAX, Nasdaq, Dow Jones, S&P 500 und MDAX unter die Lupe und zeigt Dir glasklare Signale statt heißer Luft.

Hast Du selbst brennende Fragen? Perfekt, in 👉diesem Webinar ist Platz dafür. Eine Stunde, die sich lohnen wird.

Wie hat Dir der Newsletter gefallen?

Login or Subscribe to participate

Erstellung und Verbreitung: Dieser Beitrag wurde von einem Redakteur der Finanzen.net GmbH, Gartenstraße 67, 76135 Karlsruhe, erstellt. Wir, die Finanzen.net Zero GmbH, haben diesen Beitrag unverändert in diesem Mailing übernommen. Die Finanzen.net GmbH hat uns zugesichert, dass dieser Beitrag mit größter Sorgfalt erstellt und zuvor keinem anderen Empfängerkreis zugänglich gemacht worden ist.

Interessen und Interessenkonflikte: Der erstellende Redakteur hält Eigenpositionen an den besprochenen Finanzinstrumenten.

Die Finanzen.net ZERO GmbH profitiert wirtschaftlich davon, wenn Empfänger dieses Mailings die besprochenen Finanzinstrumente über unsere Brokerfunktion handeln.

Disclaimer: Wir, die Finanzen.net ZERO GmbH, übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der in diesem Beitrag enthaltenen Informationen. Dieser Beitrag stellt weder ein Angebot, eine Aufforderung zum Erwerb oder Verkauf eines Finanzinstruments, noch eine Empfehlung oder Anlageberatung dar. Eine Anlageentscheidung sollte keinesfalls ausschließlich auf die Informationen in diesem Beitrag gestützt werden. Geldanlagen in Finanzinstrumente sollten immer unter langfristigen Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung der persönlichen Kenntnisse, Erfahrungen, finanziellen Verhältnisse und Anlageziele getätigt werden. Anleger sollten bedenken, dass sie bei der Investition in Finanzinstrumente Verluste bis zum Totalverlust des investierten Kapitals (bei einigen Finanzinstrumenten sogar über das eingesetzte Kapital hinaus) erleiden können. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

1  

Weiterlesen