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🚗 Warum trotzt Ferrari den Zöllen, während andere schwächeln?

Guten Morgen ,
Zölle, geopolitische Spannungen und ein angespanntes Umfeld – die Börse bleibt in Bewegung. Manche Branchen kämpfen härter, andere trotzen erstaunlich stabil den Belastungen. Doch ausgerechnet ein Sektor zeigt gerade jetzt seine besondere Stärke.
💎 Luxus ist nicht gleich Luxus. Während einige Marken unter Druck geraten, scheinen andere fast unantastbar. Woran liegt das – und welche Unternehmen haben den entscheidenden Vorteil?
⌚ Spannend wird es beim Blick hinter die Fassade. Zwischen traditionsreichen Ikonen und moderner Nachfrage zeichnen sich deutliche Unterschiede ab. Für Anleger bedeutet das: Wer genau hinschaut, kann vielleicht Überraschungen entdecken.
👜 Und dann ist da noch ein Markt, den viele unterschätzen – und der gerade an Dynamik gewinnt. Vor allem eine junge Zielgruppe mischt die Karten neu und sorgt für Bewegung im Luxusgeschäft. Apropos junge Zielgruppe: Welche Deiner Investment-interessierten Freunde sollten das hier auch lesen?
🚗 Und was heißt das alles für Dich? Die Antwort darauf ist klarer, als Du womöglich gerade denkst. Lies einfach weiter!
Übersicht
🟢🔴 Tops und Flops
🟢 MongoDB: Ausblick ⬆️ 🟢 nCino: Guidance ⬆️ 🟢 Okta: Umsatz ⬆️ | 🔴 Deutsche Bank: Kurs ⬇️ 🔴 Ford: Risiko ⬆️ 🔴 Mercedes-Benz: Ausblick ⬇️ |

Der Fear & Greed Index misst die aktuelle Stimmung am Aktienmarkt – von extremer Angst (0) bis zu gieriger Euphorie (100). Quelle: CNN
Luxustitel
💰 Preismacht entscheidet: Gewinner und Verlierer im Zollkrieg
🌍 Zölle und geopolitische Unsicherheit belasten die Weltwirtschaft. Trotz eines Handelsabkommens zwischen EU und USA bleibt das Umfeld angespannt: EU-Exporteure zahlen inzwischen 15 % Zoll (vorher 10 %), Schweizer Luxusgüter sogar bis zu 39 %. Für viele Branchen bedeutet das sinkende Margen und wachsenden Preisdruck. Doch gerade im Luxussektor zeigt sich: Nicht alle Marken sind gleich verwundbar.

💎 Echter Luxus bleibt widerstandsfähig. Unternehmen an der Spitze der Luxuspyramide verfügen über etwas, das in Zeiten von Zollschocks Gold wert ist: Preismacht. Hermès oder Ferrari können ihre Preise ohne größere Nachfrageeinbußen anheben – weil ihre Kunden weniger preissensibel sind und das Markenimage nahezu unantastbar bleibt. Ferrari erhöhte in den USA die Preise um 10 %, obwohl die Autos einem Zoll von 25 % unterlagen – und die Nachfrage blieb stabil. 2025 liegt die EBITDA-Marge bei beeindruckenden 39,7 % bei 1,79 Mrd. Euro Umsatz.
⌚ Anders sieht es im Massenluxus aus. Schweizer Uhrenmarken etwa kämpfen stärker. Die Branche exportiert jährlich 6,4 Mrd. US-Dollar in die USA, doch Zölle von bis zu 39 % treffen mittlere Segmente hart. Zwar können Rolex oder Patek Philippe ihre Preise anpassen, doch kleinere Marken geraten zunehmend unter Druck. Analysten rechnen sogar mit einem Rückgang des Schweizer BIP-Wachstums um 0,3 bis 0,6 %.

📈 Empirische Daten belegen den Unterschied: Zwischen 2019 und 2024 stiegen die Preise echter Luxusgüter im Schnitt um 54 %, einzelne Ikonen wie die Chanel Classic Bag sogar um 100 %. Hermès meldete 2025 ein Wachstum von 7,2 %, im Lederwarensegment sogar +10 %. Bain & Company zufolge gaben 75 % der Luxus-Kunden an, dass Zölle ihre Kaufentscheidungen nicht beeinflussen – allerdings vor allem bei den sogenannten Ultra-High-Spendern, die jährlich über 70.000 Euro in Luxus investieren und künftig bis zu 70 % des Marktwachstums treiben werden.

👜 Der Second-Hand-Boom verstärkt die Polarisierung. Während der globale Luxusmarkt 2024 erstmals seit 15 Jahren um 2 % auf 363 Mrd. Euro schrumpfte, wuchs der Second-Hand-Markt um 8,5 %. Besonders Gen Z zeigt sich preisbewusst: 41 % besitzen bereits eine Luxusuhr, 30 % der Verkäufe laufen 2025 über Vintage-Plattformen. Damit verschiebt sich die Nachfrage – echter Luxus bleibt wertstabil, während Massenluxus zunehmend an Attraktivität verliert.

🚗 Ferrari als Lehrbuchbeispiel: Das Geschäftsmodell basiert auf Knappheit – und genau diese Strategie macht die Marke nahezu immun gegen Zölle. Selbst Preiserhöhungen werden akzeptiert, solange die Exklusivität stimmt. Damit unterscheidet sich Ferrari klar von klassischen Automarken wie Porsche, die ihre Prognosen wegen steigender Kosten senken mussten.

🔮 Fazit: Die Zölle wirken wie ein Stresstest. Sie beschleunigen einen Trend, der längst sichtbar ist: Polarisierung zwischen echtem Luxus und Massenprestige. Marken mit starkem Heritage, Direktvertrieb und kontrolliertem Angebot – Hermès, Ferrari, Rolex – sind bestens gewappnet. Massenluxus dagegen steht vor sinkender Nachfrage und schmaleren Margen. Wer in Luxusaktien investieren will, sollte daher genau unterscheiden: Echter Luxus kann Zölle abfedern – Massenprestige nicht.
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Unter der Lupe
💎 Luxusaktien im Stresstest: Drei spannende Investmentchancen
🌍 Handelsspannungen und Zollerhöhungen machen es der Luxusbranche nicht leicht. Doch wie stark sind einzelne Unternehmen wirklich betroffen? Ein Blick auf Tapestry, Ralph Lauren und Adidas zeigt, dass Unterschiede in Margen, Preismacht und internationaler Diversifizierung über die Widerstandsfähigkeit entscheiden.
💼 Mit einer beeindruckenden Bruttomarge von 75,44 % führt 👉Tapestry das Trio klar an. Auch die EBITDA-Marge von 21,81 % signalisiert operative Stärke. Zwar liegt das Umsatzwachstum mit 5,09 % eher moderat, doch die Free-Cashflow-Marge von 15,27 % zeigt solide Finanzkraft.
Problematisch ist die starke US-Abhängigkeit bei Kate Spade, wo 75 % der Umsätze generiert werden. Für 2026 drohen Zölle in Höhe von 160 Mio. US-Dollar, was einer Margenbelastung von 230 Basispunkten entspricht. Mit einer Reduktion der Produktpalette um 30 % und Fokus auf margenstärkere Modelle versucht das Management gegenzusteuern.
Positiv: Coach wächst zweistellig, besonders bei Gen Z, und der DTC-Anteil (Direct-to-Consumer) liegt bei beachtlichen 42 %. Analysten sehen bei konsequenter Restrukturierung sogar Kurspotenzial bis 105 US-Dollar.
👔 Ralph Lauren überzeugt mit der höchsten Eigenkapitalrendite (29,49 %) und einem Umsatzwachstum von 9,61 %. Die Bruttomarge von 68,55 % ist etwas niedriger als bei Tapestry, doch die Pricing Power ist legendär: Seit 2016 haben sich die Durchschnittspreise verdoppelt, ohne nennenswerte Nachfrageeinbußen.
Mit nur 50 Mio. US-Dollar an erwarteten Zöllen ist die Belastung überschaubar. Ralph Lauren gelingt es, Kosten elegant an die Kunden weiterzugeben. Besonders spannend: Nur ein Drittel der Preisanhebungen der letzten Jahre waren direkte Preissteigerungen – der Rest kam durch Mix-Effekte und höherwertige Produkte zustande.
Die internationale Diversifizierung – 57 % der Umsätze außerhalb der USA – reduziert das Zollrisiko erheblich. Wachstumstreiber ist primär China, wo die Umsätze zuletzt um 30 % zulegten, bei erst 10 % Umsatzanteil. Kursziel einiger Analysten: 275 US-Dollar.
👟 Mit einer Marktkapitalisierung von 30,17 Mrd. Euro ist 👉Adidas der größte Player im Vergleich. Das Unternehmen glänzt mit einem EBIT-Wachstum von 153,64 %, nachdem es die schwierige Yeezy-Krise überstanden hat. Auch das Umsatzwachstum von 10,95 % ist das stärkste im Trio.
Die Kehrseite: Die Bruttomarge liegt bei nur 51,22 %, deutlich niedriger als bei den Luxuskonkurrenten. Zudem ist Adidas wegen seiner asiatischen Produktionsbasis besonders anfällig für Zölle – rund 300 Mio. US-Dollar Belastung stehen im Raum.
Immerhin sorgt die starke internationale Präsenz – 75 % Auslandsgeschäft – für Risikostreuung. Langfristig setzt Adidas auf Premium-Sportswear und profitiert vom wachsenden Athleisure-Markt, der mit 8,5 % jährlich wächst. Innovative Technologien wie Boost und Primeknit stärken die Differenzierung gegenüber Nike.
📊 Merke: Preismacht ist das beste Bollwerk gegen Zölle. Ralph Lauren ist hier vielleicht ein spannendes Beispiel.
Passiv anlegen
👜 Luxus im ETF-Check
🌍 In den vergangenen fünf Jahren haben Anleger im Luxussegment eine spannende Erfahrung gemacht: breit gestreute Konsum-ETFs liefen spezialisierten Luxusfonds deutlich davon. Wer 2020 in den SPDR S&P US Consumer Discretionary Select Sector UCITS ETF investierte, konnte sich über satte +88,2 % Rendite freuen – während der größte Luxus-ETF, der Amundi S&P Global Luxury UCITS ETF, mit +50,38 % zurückblieb.
💼 Der SPDR S&P US Consumer Discretionary Select Sector UCITS ETF bildet die Schwergewichte des US-Konsumsektors ab – und das merkt man sofort: Amazon macht fast 35 % des Fondsvolumens aus, gefolgt von Tesla (16,65 %), Home Depot (7,04 %) und McDonald’s (4,13 %). Insgesamt umfasst das Portfolio 51 Titel, wobei die Top 10 rund 75 % des Volumens ausmachen.
Die Erfolgsfaktoren sind klar:
Kostenvorteil: Mit einer TER von 0,15 % p.a. ist dieser ETF recht günstig.
Physische Replikation: Anleger wissen genau, was im Portfolio steckt.
Thesaurierung: Dividenden werden automatisch reinvestiert.
Risiken gibt es allerdings auch: Da der Fonds zu 100 % im Konsumsektor investiert, hängt die Performance stark von der US-Konjunktur ab. Fällt der Konsum, fällt auch der ETF. Zudem ist das Währungsrisiko für Euro-Anleger ein Faktor. Trotzdem bleibt der Fonds die kosteneffiziente und liquide Lösung, um direkt auf die Stärke der US-Konsumgiganten zu setzen.
💎 Wer lieber auf Luxus pur setzt, kommt an dem 👉Amundi S&P Global Luxury UCITS ETF wahrscheinlich nicht vorbei. Mit einem Fondsvolumen von 423 Mio. Euro und einer TER von 0,25 % ist er der größte passive Luxus-ETF Europas. Er bildet den S&P Global Luxury Index synthetisch ab – also über Swap-Geschäfte mit Société Générale.
Die Top-Holdings lesen sich wie das Who’s Who der Luxuswelt: Richemont (8,38 %), Hermès (8,37 %), Ferrari (7,10 %) und LVMH (5,54 %) stehen für Preissetzungsmacht und globales Markenprestige. Auch Premium-Reisen (Royal Caribbean, Hilton, Marriott) und Tesla als Lifestyle-Marke sind stark vertreten.
Vorteile für Anleger:
Fokus auf globale Luxusführer – Mode, Autos, Reisen und Kosmetik.
Thesaurierung sorgt für langfristigen Zinseszinseffekt.
Historische Stärke des Index: Über 10 Jahre 12,4 % Rendite p.a.
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