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💳 Wallets oder BNPL – welches Modell verdrängt die Kreditkarte zuerst?

Guten Morgen ,
die Art, wie wir bezahlen, verändert sich schneller, als viele denken. Was gestern noch exotisch wirkte, ist heute Alltag – und morgen vielleicht schon überholt. Für Anleger öffnet sich damit ein spannendes Spielfeld voller neuer Chancen.
🛒 Doch wo viel Bewegung ist, entstehen auch Risiken. Manche Geschäftsmodelle geraten ins Wanken, während andere plötzlich im Rampenlicht stehen. Genau hier lohnt sich ein genauer Blick auf die Trends hinter den Kulissen.
⚖️ Regulierungen und neue Technologien sorgen dafür, dass die Karten im Zahlungsverkehr neu gemischt werden. Institutionen, die lange unantastbar schienen, spüren den Druck. Gleichzeitig entstehen Märkte, die vor wenigen Jahren kaum jemand auf dem Radar hatte.
🌍 Für Dich als Anleger heißt das: beobachten, verstehen, positionieren. Wer die Entwicklungen ignoriert, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Wer sie aber klug nutzt, kann schon heute die Weichen für morgen stellen.
📈 In dieser Ausgabe tauchen wir tiefer ein – und zeigen Dir, wo die spannendsten Chancen und Risiken liegen könnten. Bleib dran, es lohnt sich.
Übersicht
🟢🔴 Tops und Flops
🟢 Veeva Systems: Umsatz ⬆️
🟢 Trip.com: Inbound-Buchungen ⬆️
🟢 Pure Storage: Gewinn ⬆️
🔴 Key Tronic: Umsatz ⬇️

Safe Haven Demand misst den Renditeunterschied zwischen US-Staatsanleihen und Aktien über die letzten 20 Handelstage und zeigt an, ob Anleger in unsicheren Zeiten lieber in sichere Anleihen flüchten. Quelle: CNN
Marktumfeld
📊 Buy Now, Pay Later im Höhenflug – was das für Kreditkarten bedeutet
💳 Mobile Wallets wie Apple Pay und Google Pay sind längst keine Nischenlösungen mehr, sondern dominieren in vielen Märkten den Alltag. Apple Pay zählt über 650 Millionen Nutzer weltweit und wickelt jährlich 8,7 Billionen US-Dollar an Transaktionen ab. In den USA akzeptieren 92 % der großen Einzelhändler diese Zahlungsform – und 57 % aller Mobile-Wallet-Transaktionen laufen bereits über Apple. Google Pay ist mit über 200 Millionen Nutzern ebenfalls ein Schwergewicht. Schon heute erfolgen 41 % aller Ladenkäufe in den USA über mobile Wallets – Tendenz steigend.
👉 Apropos Wachstum: Genau wie Apple Pay an Fahrt gewinnt, haben auch schon 249 unserer Leser jeweils mindestens 5 Freunde eingeladen und bekommen jetzt exklusiv jeden Monat Analysen zu den spannendsten Dividendenaristokraten – direkt in diesem Newsletter. Wie viele Empfehlungen fehlen Dir noch?
🛒 Neben Wallets erobern „Buy Now, Pay Later“-Dienste (BNPL) die Finanzwelt. Das Marktvolumen wächst von 44,7 Mrd. US-Dollar (2025) auf geschätzte 196 Mrd. US-Dollar bis 2032. In Deutschland hat BNPL Kreditkarten im E-Commerce bereits überholt und macht 20 % der Online-Transaktionen aus. Besonders Millennials und Gen Z bevorzugen diese Zahlungsoptionen. Das bringt traditionelle Kreditkartenmodelle ins Wanken.

⚖️ Neue europäische Gesetze wie PSD3 und DORA verschärfen die Spielregeln. Höhere Kapitalanforderungen, verpflichtende IBAN-Verifizierung, mehr Transparenz und strengere Cybersecurity-Auflagen treiben die Kosten für Zahlungsanbieter nach oben. Gleichzeitig werden Instant Payments in Europa ab Ende 2025 Pflicht – Überweisungen in unter 10 Sekunden, rund um die Uhr, zum gleichen Preis wie Standardüberweisungen. Für klassische Kartenzahlungen bedeutet das zusätzlichen Druck.
🏦 Ein weiterer Trend: digitale Zentralbankwährungen (CBDCs). Über 90 % des weltweiten BIP stecken inzwischen in entsprechenden Projekten. Neun Länder haben bereits eigene digitale Währungen eingeführt. Solche CBDCs könnten Kartenzahlungen direkt ersetzen – mit programmierbaren Funktionen und mehr Privatsphäre für Verbraucher. Damit verschärft sich die Konkurrenz nicht nur durch Techies, sondern auch durch den Staat.
📲 Finanzdienstleistungen verschwinden zunehmend in den Hintergrund. Embedded Finance ermöglicht Zahlungen direkt in Plattformen – ob beim Autokauf, im Online-Shop oder via Social Media. Aktuelle Prognosen sehen ein Volumen von über 7 Billionen US-Dollar allein in den USA bis 2030. Parallel gewinnen Super-Apps an Bedeutung, die Banking, Shopping und Payments in einer Oberfläche vereinen und Banken wie Kartenfirmen umschiffen.

👩💻 Auch wichtig: Verbraucher reagieren sensibel auf Schulden. In den USA wachsen Debitkarten-Umsätze inzwischen schneller als Kreditkarten-Umsätze. Gen Z bevorzugt nachhaltige und direkte Zahlungsmethoden wie Account-to-Account (A2A). Gleichzeitig beschleunigen APIs, Open Banking und KI die Entwicklung neuer Bezahlmodelle. 40 % aller Online-Käufe laufen bereits über mobile Endgeräte – Tendenz klar steigend.

🌍 Trotz aller Risiken eröffnet 👉dieser Markt enorme Möglichkeiten. Grenzüberschreitende Zahlungen sollen bis 2030 auf über 320 Mrd. US-Dollar wachsen, die digitale Transformation in Schwellenländern sorgt für hunderte Millionen neue Nutzer. Auch B2B-Zahlungen digitalisieren sich in Rekordtempo – ein Segment, das bislang von Konsumententrends überstrahlt wurde.
📈 Fazit: Der globale Zahlungsmarkt steht an einem Scheideweg. Einerseits droht die Disruption durch Wallets, BNPL, CBDCs und strengere Regulierung. Andererseits eröffnen Echtzeitzahlungen, Emerging Markets und neue Technologien ungeahnte Wachstumschancen. Klar ist: Nur wer Innovation und Partnerschaften aggressiv vorantreibt, wird in diesem Umfeld bestehen und wachsen können.
Aktie unter der Lupe
🌍 Mastercard profitiert vom Boom der Cross-Border-Zahlungen – lohnt jetzt der Einstieg?
💳 Mastercard gehört zu den spannendsten Dauerläufern an der Börse. Trotz seiner enormen Größe wächst der Konzern mit zweistelligen Raten. Im zweiten Quartal 2025 stieg der Nettoumsatz um 17 % auf 8,13 Mrd. US-Dollar, der Gewinn je Aktie kletterte sogar um 18 % auf 4,15 US-Dollar. Das abgewickelte Zahlungsvolumen erreichte 2,6 Billionen US-Dollar – ein Plus von 9 %. Besonders stark entwickelte sich das grenzüberschreitende Geschäft, das um 15 % zulegte.
🏦 In den USA kontrolliert Mastercard 37,5 % des Kreditkarten- und 25 % des Debitkartenmarktes – klar hinter Visa, aber weit vor kleineren Playern wie American Express. Weltweit teilen sich Visa und Mastercard ein Quasi-Duopol mit über 80 % Marktanteil. Doch das größte Potenzial liegt nicht in den gesättigten Märkten Europas oder Nordamerikas, sondern in den Schwellenländern. Dort ist die Kartennutzung noch vergleichsweise gering, die Bargeldnutzung dagegen hoch. Lateinamerika, Indien und Afrika gelten daher als Wachstumsfelder mit Milliarden neuer potenzieller Nutzer.
🛫 Mastercards Stärke zeigt sich besonders im internationalen Zahlungsverkehr. Hier fallen die Gebühren höher aus als bei Inlandstransaktionen. Mit dem global wachsenden Reiseverkehr und boomendem E-Commerce steigt auch die Nachfrage nach solchen Diensten. Analysten erwarten, dass der Markt für grenzüberschreitende Zahlungen von 212 Mrd. US-Dollar (2024) auf 320 Mrd. US-Dollar (2030) anwächst. Für Mastercard bedeutet das stabile zusätzliche Einnahmequellen.
📊 Neben dem Kerngeschäft gewinnt das Segment der Value-Added Services (VAS) an Bedeutung. Dazu zählen Cybersecurity, Datenanalysen und Beratungsangebote für Banken und Händler. Im zweiten Quartal 2025 wuchs dieser Bereich um 23 % – deutlich schneller als das Transaktionsgeschäft. Schon jetzt machen VAS rund 40 % des Umsatzes aus, langfristig könnte der Anteil über 50 % steigen. Das sorgt für Diversifikation und höhere Margen.
⚖️ Doch es gibt Stolpersteine. Regulierungen – etwa die Deckelung der Interchange-Gebühren in Europa – drücken auf die Margen. Auch neue Gesetze wie der „Credit Card Competition Act“ in den USA könnten langfristig die Vormachtstellung von Mastercard und Visa schwächen. Hinzu kommt der Wettbewerb durch lokale Systeme wie UnionPay in China oder RuPay in Indien, die Mastercard den Zugang zu riesigen Märkten erschweren. Und schließlich könnte der Aufstieg von Stablecoins oder eigene Bezahllösungen großer Händler wie Amazon die Margen unter Druck setzen.
📈 Also: Mastercard vereint Stabilität und Wachstum wie vielleicht kaum ein anderes Finanzunternehmen. Mit starker Marktstellung, Innovationskraft und globalem Expansionspotenzial hat der Konzern spannende Chancen, auch in den nächsten Jahren zweistellig zu wachsen.
Fonds im Vergleich
🚀 Fintech-Boom an der Börse: Diese ETFs profitieren vom digitalen Wandel
💳 Die Digitalisierung des Finanzwesens hat in den vergangenen Jahren für enorme Wachstumsraten gesorgt – von Mobile Payments über Blockchain-Lösungen bis zu Peer-to-Peer-Krediten. Für Anleger, die von diesem Trend profitieren möchten, gibt es spezialisierte ETFs. Zwei davon stechen aktuell besonders hervor: der Global X FinTech UCITS ETF und der Xtrackers MSCI Fintech Innovation UCITS ETF.
Der 👉Global X FinTech UCITS ETF wurde im November 2021 aufgelegt und bildet den Indxx Global Fintech Thematic v2 Index ab. Mit einer Kostenquote von 0,60 % pro Jahr und einem noch überschaubaren Fondsvolumen von 2,5 Mio. Dollar ist er ein relativ junger Player. Ausschüttungen erfolgen nicht, alle Erträge werden automatisch wieder angelegt.
Die Zusammensetzung ist klar fokussiert: Über 50 % des Fondsvolumens stecken in den zehn größten Positionen, darunter Coinbase (8,63 %), Intuit (6,69 %) und PayPal (5,64 %). Auch europäische Namen wie Adyen (5,35 %) sind vertreten. Regional liegt der Schwerpunkt eindeutig auf den USA mit rund 75 %, während andere Länder wie die Niederlande oder Großbritannien nur kleine Anteile haben.
Achtung: Mit einer 1-Jahres-Volatilität von 27,43 % ist der ETF nichts für schwache Nerven. Wer hier investiert, benötigt ein wenig Risikobereitschaft – wird aber mit dem Potenzial einer dynamischen Zukunftsbranche belohnt.
🌍 Einen breiteren Ansatz verfolgt der 👉Xtrackers MSCI Fintech Innovation UCITS ETF, aufgelegt im Juli 2022. Mit 16 Mio. Dollar Fondsvolumen und einer deutlich niedrigeren Gesamtkostenquote von 0,30 % ist er günstiger und diversifizierter aufgestellt.
Er bildet den MSCI ACWI IMI Fintech Innovation Select ESG Screened 100 Index ab. Das bedeutet: Unternehmen müssen nicht nur im FinTech-Bereich tätig sein, sondern auch bestimmte ESG-Kriterien erfüllen. Diese ESG-Filtration soll Reputationsrisiken verringern und Nachhaltigkeit fördern.
Die Top-Holdings zeigen eine interessante Mischung: NVIDIA (5,78 %) und Apple (4,39 %) repräsentieren den Tech-Aspekt, während Tencent (4,64 %) und MercadoLibre (4,02 %) die internationale Dimension verdeutlichen. Klassische Payment-Giganten wie Visa (4,12 %) und Mastercard (4,26 %) sind ebenfalls vertreten. Insgesamt sorgt diese Streuung dafür, dass das Klumpenrisiko deutlich geringer ist als beim Global-X-Pendant.
Natürlich bringt auch dieser Fonds Risiken mit sich. Fintech bleibt ein volatil getriebener Sektor, und regulatorische Eingriffe können Geschäftsmodelle rasch unter Druck setzen. Hinzu kommen Währungsschwankungen, da der Fonds ungesichert gegenüber dem US-Dollar ist. Dennoch: Die Kombination aus Innovationspotenzial, ESG-Filter und breiter Streuung macht den ETF womöglich zu einem interessanten Baustein für Anleger, die langfristig denken.
📊 Merke: Beide ETFs eröffnen den Zugang zu einem der spannendsten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre. Welcher besser passt, hängt von Deiner eigenen Risikobereitschaft und Anlagestrategie ab: Spezialisierung mit hoher Volatilität – oder Diversifikation mit etwas mehr Sicherheit.
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