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kennst du das Unternehmen, das seit 1883 Kugeln schleift und plötzlich zu den heißesten Tech-Wetten Deutschlands zählt? Wir schauen es uns heute an, mit allem, was dazugehört: einer Kursachterbahn, die selbst hartgesottene Anleger schwindelig macht, und einer Zukunftsstory, die gerade erst Fahrt aufnimmt.

Das Beste daran: Du musst dich diesmal nicht mit unserer Darstellung begnügen. Am 13. Juli kannst du dem Vorstand selbst auf den Zahn fühlen. Welche Fragen sich lohnen und welche Zahlen du parat haben solltest, liest du weiter unten. Viel Spaß!

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🤖 Schaeffler: Vom Kugellager zur Roboter-Wette

Die Schaeffler-Aktie hat binnen 7 Monaten eine komplette Börsenkarriere durchlebt und bleibt für viele Kenner trotzdem eine der spannendsten Transformationsgeschichten im MDAX. Der Zulieferer aus Herzogenaurach, jahrzehntelang Synonym für Wälzlager und Kupplungen, positioniert sich gerade als Ausrüster der humanoiden Robotik. Und anders als bei vielen KI-Storys stehen hier bereits unterschriebene Serienverträge dahinter.

Zur Einordnung der Kursbewegung: Mitte Dezember 2025 kostete die Aktie noch 6,17 Euro, Ende Januar stand sie 11,98 Euro, befeuert von der Robotik-Fantasie und Analysten wie Jefferies, die ihr Kursziel fast verdoppelten. Dann kam der Kater: Der Ausblick für 2026 mit einem Umsatz von 22,5 bis 24,5 Mrd. Euro und einer bereinigten EBIT-Marge (also der operativen Gewinnspanne vor Sondereffekten) von 3,5 bis 5,5 % enttäuschte, die Aktie verlor zeitweise über ein Viertel. Aktuell notiert das Papier bei rund 8,36 Euro und hat gerade die 200-Tage-Linie zurückerobert. Das bedeutet auf Jahressicht immer noch ein sattes Plus, liegt aber rund ein Drittel unter dem Hoch.

Schauen wir auf die Substanz hinter dem Zickzack. Im ersten vollen Vitesco-Jahr 2025 setzte Schaeffler 23,49 Mrd. Euro um, fast 30 % mehr als im Vorjahr. Der Sprung kommt allerdings überwiegend aus der Konsolidierung des übernommenen Antriebsspezialisten. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 424 Mio. Euro, geprägt von Restrukturierungs- und Integrationskosten. Wichtiger erscheint eher der operative Trend: Das bereinigte EBIT stieg 2025 um gut 11 % auf rund 936 Mio. Euro, und im ersten Quartal 2026 lieferte der Konzern eine EBIT-Marge von 5 %.

Auch beim Cashflow, lange die Achillesferse, ist das Bild recht freundlich. Zwar war der Free Cashflow im ersten Quartal 2026 mit -209 Mio. Euro negativ, doch das lag auch an einer bewussten Entscheidung: Schaeffler baute Lagerpuffer auf, um Kunden in einem volatilen Lieferumfeld abzusichern. Die Verschuldungsquote von 2,2x EBITDA blieb stabil, die Fälligkeiten sind vorfinanziert. Dazu zahlt der Konzern trotz Buchverlusten eine Dividende von 0,30 Euro je Aktie – beim aktuellen Kurs eine Rendite von rund 3,5 %.

Der eigentliche Kurstreiber ist aber die humanoide Robotik, und hier lieferte das Management im Mai erstmals harte Zahlen. Schaeffler steht mit 45 potenziellen Kunden in Gesprächen, daraus sind 30 Prototypenaufträge und 5 Serienverträge entstanden – ausgewogen verteilt auf China, die USA und Europa. Der Wert dieses Auftragsbuchs? Ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag über die gesamte Laufzeit. Die ersten Serienanläufe (im Fachjargon SOPs, Start of Production) begannen im zweiten Quartal 2026, weitere folgen in Q3 und Q4. Für 2026 bleibt der Umsatzbeitrag minimal, für 2027 erwartet CEO Klaus Rosenfeld einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Spätestens 2030 soll die Schwelle zum dreistelligen Bereich fallen.

Die Rechenlogik dahinter ist herrlich transparent: Schaeffler kalkuliert konservativ mit 1 Million produzierter Humanoide weltweit im Jahr 2030, sieht rund 50 % der Materialkosten eines Roboters als adressierbar an (Lager, Getriebe, Aktuatoren, Sensorik) und peilt davon 10 % Marktanteil an. Rosenfeld betonte im letzten Call ausdrücklich, dass man Hypes nicht mag und lieber konservativ plant. Für die Rotary-Actuator-Plattform gab es auf der Hannover Messe den renommierten Hermes Award, und mit Hexagon Robotics kam jüngst ein weiterer Partner für hochpräzise Getriebeaktuatoren hinzu.

Rückenwind liefert ausgerechnet die eigene Beteiligung: Agility Robotics, Hersteller des Lagerroboters Digit und Schaeffler-Partner, geht per SPAC-Fusion (Zusammenschluss mit einer bereits börsennotierten Mantelgesellschaft) mit Churchill Capital Corp XI an die Nasdaq. Bewertung? Rund 2,5 Mrd. US-Dollar, Bruttoerlöse über 620 Mio. US-Dollar, angeführt von Foxconn, mit Amazon und Nvidia im Investorenkreis. Digit hat über 65.000 Betriebsstunden absolviert, für die neue Generation Digit v5 liegen Aufträge über 300 Mio. US-Dollar vor. Schaeffler profitiert doppelt: als Minderheitsaktionär und als Komponentenlieferant. Und der Markt insgesamt explodiert. Allein 2025 flossen 2,65 Mrd. US-Dollar in Humanoiden-Startups, mehr als in den 7 Jahren zuvor zusammen.

Bevor du jetzt aber allzu euphorisch wirst, ein Blick auf die Gegenseite. Schaeffler bleibt zu mehr als 70 % ein Autozulieferer in einem schrumpfenden Markt. Die Bruttomarge ist von 24,8 % (2021) auf 18,4 % (2025) erodiert, und die Sparte E-Mobility schreibt weiter operative Verluste. Der Konzern baut 4.700 Stellen in Europa ab, um bis 2029 rund 290 Mio. Euro jährlich zu sparen, und US-Zölle kosteten allein im ersten Quartal etwa 20 Mio. Euro. Die Aktienzahl ist durch die Vitesco-Übernahme von 666 auf über 945 Mio. Stück gestiegen. Jeder künftige Gewinn verteilt sich damit auf deutlich mehr Schultern.

Also: Schaeffler ist heute eine Aktie der zwei Geschwindigkeiten. Das Kerngeschäft liefert dank Restrukturierung solide Margen (Powertrain & Chassis mit 11,5 %, das Ersatzteilgeschäft sogar mit fast 16 % EBIT-Marge) und finanziert eine Roboter-Option, die der Markt mal mit 12 Euro, mal mit 6 Euro bepreist. Citi sieht mit Kursziel 13 Euro rund 50 % Potenzial, der Analystendurchschnitt liegt dagegen nur bei knapp 9 Euro.

Auch darüber kannst du am 13. Juli mit dem verantwortlichen Vorstand sprechen. Wie, liest du gleich.

Deine Chance

🎙️ Exklusives Meeting am 13. Juli: Diese Fragen könntest du dem Schaeffler-Vorstand stellen

Am Montag, den 13. Juli 2026, hast du von 18 bis 18:30 Uhr die seltene Gelegenheit, einem amtierenden MDAX-Konzernvorstand direkt Fragen zu stellen: Beim finanzen.net ZERO Investor-Update steht Thomas Stierle Rede und Antwort, seit Oktober 2024 Vorstand E-Mobility der Schaeffler AG. Die Anmeldung läuft über AIRTIME, das Format ist online und auf Deutsch. 30 Minuten sind kurz, also lohnt es sich, vorbereitet reinzugehen.

Zur Person: Stierle ist Elektro-Ingenieur mit Schwerpunkt neuronale Netze, hat seine Karriere bei Siemens in der Sensorik begonnen und kam über die Vitesco-Welt zu Schaeffler. Er verkörpert also genau die Elektronik- und Software-DNA, die sich der Lagerhersteller mit der 2024 vollzogenen Übernahme eingekauft hat. Pikantes Detail vom letzten Earnings Call: CEO Rosenfeld verriet, dass kein anderer Vorstandskollege so viel Zeit in China verbringt wie Stierle. Wer wissen will, wie es um Schaefflers China-Geschäft und die dortige Humanoiden-Fabrik steht, ist bei unserem Call also genau richtig.

Das wichtigste Thema ist der Break-even seiner Sparte. E-Mobility wuchs im ersten Quartal 2026 um 6 %. Rosenfeld deutete im letzten Analysten-Call an, der Fortschritt komme eher aus Effizienz und niedrigeren Forschungskosten als aus Stückzahlen. Hake im Call vielleicht einmal nach, wie nachhaltig das ist.

Zweites Pflichtthema: das Auftragsbuch. Schaeffler sitzt in der E-Mobilität auf Bestellungen von über 40 Mrd. Euro, der Auftragseingang lag im ersten Quartal bei 1,2 Mrd. Euro – ein Book-to-bill von genau 1,0 (das Verhältnis von neuen Aufträgen zu fakturiertem Umsatz). Werte über 1 signalisieren Wachstum. Das Management nennt das „Selektivität". Ber wie viel von den 40 Mrd. Euro ist mit realistischen Abrufmengen unterlegt und wie oft mussten Volumenannahmen zuletzt nach unten korrigiert werden? Gerade weil OEMs ihre E-Autopläne ständig verschieben, ist die Qualität dieses Auftragsbestands vielleicht noch wichtiger als seine schiere Größe.

Drittens das Marktumfeld, und das ist widersprüchlicher denn je. Die IEA erwartet für 2026 weltweit 23 Mio. verkaufte E-Autos und 28 % Marktanteil. In der EU sprangen die BEV-Neuzulassungen im März um knapp 49 % nach oben. Deutschland war 2025 mit 850.000 Elektro-Neuzulassungen Europas größter Markt. Gleichzeitig bremst BloombergNEF die Euphorie: Nur noch 12 % globales Absatzwachstum 2026 nach 23 % im Vorjahr, in den USA droht sogar ein Rückgang. Rosenfeld selbst wunderte sich im Mai, dass US-Kunden E-Autos kaufen, während die Produktion dort zurückgefahren wird. Also: Welche Region treibt die Schaeffler-Pläne für 2027 und was passiert mit den US-Kapazitäten, wenn der dortige Markt schrumpft?

Viertens, und hier wird es für Anleger richtig spannend: die Humanoiden. Auch wenn das Robotik-Geschäft formal in der Sparte „Others" hängt, ist Stierle als China-erfahrenster Vorstand und E-Antriebs-Chef mittendrin, denn Aktuatoren für Roboter sind technologisch enge Verwandte von E-Achsen-Komponenten. Konkrete Fragen, die im letzten Call noch offen blieben: Laufen die für Q2 angekündigten Serienstarts bei den bisher 5 Vertragskunden planmäßig? Wie verändert der Agility-Börsengang mit 2,5 Mrd. US-Dollar Bewertung den Wert der Schaeffler-Beteiligung und fließt daraus perspektivisch Kapital zurück? Und: Morgan Stanley erwartet 50.000 ausgelieferte Humanoide allein in China schon 2026. Ist Schaefflers Annahme von 1 Million Robotern weltweit bis 2030 nicht längst zu konservativ?

Fünftens: die harten Konzernzahlen, an denen du Stierles Aussagen messen solltest. Die Guidance für 2026 lautet: Umsatz 22,5 bis 24,5 Mrd. Euro, bereinigte EBIT-Marge 3,5 bis 5,5 %, und Q1 lag mit 5 % am oberen Rand. CFO Hannequin versprach nach einer Umstellung der Lagerbewertungsmethodik einen glatteren Quartalsverlauf als 2025, als die Marge zwischen Q1 und Q2 von 4,7 auf 3,5 % abrutschte. Merke dir diese Referenzpunkte: Bestätigt Stierle das obere Ende der Margenspanne, könnte das eine kleine Prognose-Anhebung und ein potenzieller Kurskatalysator vor den Q2-Zahlen sein.

Sechstens lohnt ein Blick auf die Kostenseite und China als Doppelrolle. US-Zölle kosteten im ersten Quartal 2026 rund 20 Mio. Euro. Die aufs Jahr hochgerechnete Belastung hat das Management bislang nicht beziffert. Ebenfalls ergiebig: Schaefflers Strategie, E-Motoren ohne Seltene Erden zu bauen. Angesichts chinesischer Exportkontrollen bei Seltenen Erden ist das ein unterschätzter Wettbewerbsvorteil, über den Stierle als Technikchef der Sparte aus erster Hand berichten kann.

Merke: Solche Investor-Formate sind selten der Ort für Neuigkeiten, aber die Tonlage verrät viel. Ein Vorstand, der beim Break-even-Thema konkret wird, sendet ein anderes Signal als einer, der auf den Kapitalmarkttag verweist. Der 13. Juli wird deine Chance sein, all das und viel mehr aus erster Hand zu erfahren – nutze sie!

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