🔌 Pipeline-Maut für Datenzentren: Deine Lizenz zum Geldverdienen?

Vergiss alte Marktregeln. Die Rohstoff-Dislocation 2026 bringt neue Gewinner und Verlierer hervor. Mach Dein Depot wetterfest.

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hast Du Dich auch schon gefragt, warum die alten Börsenregeln plötzlich nicht mehr funktionieren? Willkommen im Jahr 2026, wo die große „Dislocation“ alles auf den Kopf stellt. Während einige Rohstoffe im harten Gegenwind stehen, feiern andere gerade wilde Rekordpartys.

Wir blicken heute tief in die fragmentierte Welt der Edel- und Industriemetalle. Von glänzenden Margen bei Goldminen bis zum Kupfer-Hebel für die KI-Infrastruktur ist alles dabei. Sogar die totgesagte Kohle feiert derzeit ein bizarres Comeback.

Erfahre jetzt, welche Unternehmen sich echte Burggraben-Vorteile gesichert haben. Wir zeigen Dir, wie Du Dein Depot für dieses neue Marktwetter wetterfest machen kannst. Viel Freude beim Lesen und Investieren!

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Der Fear & Greed Index misst die aktuelle Stimmung am Aktienmarkt – von extremer Angst (0) bis zu gieriger Euphorie (100). Quelle: CNN

Marktumfeld

📈 Gold auf Rekordjagd: Warum die alten Regeln nicht mehr gelten

Hast Du in letzter Zeit mal auf die Gold- oder Kupfercharts geschaut? Wenn ja, dann weißt Du: An den Rohstoffmärkten herrscht aktuell der Ausnahmezustand – oder wie wir Profis sagen: „die große Dislocation“. Damit ist die Entkoppelung von alten Marktregeln gemeint, die früher mal wie in Stein gemeißelt schienen. Während einige Rohstoffe durch Megatrends wie KI und Elektrifizierung Rückenwind ohne Ende haben, stehen andere knietief im Gegenwind. Wir gehen die Zahlen durch.

Fangen wir mit dem glänzenden Klassiker an. Gold hat die Marke von 5.400 US-Dollar geknackt – das ist eine Verdopplung innerhalb eines Jahres! Warum? Erstens: Die Zentralbanken (allen voran China, Indien und Polen) kaufen Gold, um ihre Reserven „sanktionssicher“ zu machen und sich vom US-Dollar zu diversifizieren, also ihr Risiko auf mehrere Säulen zu verteilen. Zweitens: Die geopolitische Unsicherheit treibt Anleger in den Safe Haven.

Interessant: Die alte Regel, dass Gold fällt, wenn die Realzinsen (die Zinsen nach Abzug der Inflation) steigen, ist seit 2022 außer Kraft. Trotzdem halten institutionelle Fonds oft weniger als 2 % Gold – da ist also noch Luft nach oben, sofern man kein Contrarian ist. Das sind Anleger, die grundsätzlich gegen den Strom schwimmen und die aktuelle Euphorie eher als Verkaufssignal werten.

Silber hat sich ebenfalls von der Kette gelöst. Im Oktober durchbrach es die 50-Dollar-Marke und steht nun bei rund 100 US-Dollar. Das Gold-Silber-Verhältnis, das im April 2025 noch bei extremen 107 lag, ist auf 45 zusammengeschmolzen. Silber ist eben nicht nur „kleines Gold“, sondern ein unverzichtbarer Leiter für Solarpaneele, E-Autos und Halbleiter. Da Silber oft nur als Beiprodukt beim Kupfer- oder Zinkabbau anfällt, kann das Angebot nicht einfach so erhöht werden, nur weil der Preis steigt. Ein klassisches Angebotsdefizit, also eine Situation, in der die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Kupfer wurde lange „Dr. Copper“ genannt, weil der Preis als Diagnose-Instrument für die Weltwirtschaft galt. Heute ist Kupfer eher „Dr. AI“. Ein einziges riesiges KI-Rechenzentrum verbraucht bis zu 50.000 Tonnen Kupfer – dreimal so viel wie herkömmliche Zentren. Während die Bauwirtschaft in China schwächelt, treibt der Hunger nach Rechenleistung und Elektrifizierung den Preis auf Rekordhochs.

Ganz anders sieht es beim Eisenerz aus. Hier trübt sich die Stimmung ein, da Chinas Immobilienmarkt lahmt und neue Riesenminen in Guinea (Projekt Simandou) das Angebot fluten. Analysten sehen den Preis eher bei 95 Dollar pro Tonne.

Beim Öl könnte man fast von „Dead Money“ sprechen – Kapital, das feststeckt und keine Rendite bringt. Trotz Kriegen und Krisen gibt es ein Überangebot. Länder außerhalb der OPEC (wie die USA, Brasilien oder Guyana) fördern dreimal schneller, als die globale Nachfrage wächst. Experten warnen sogar vor einem Absturz in Richtung 30 US-Dollar, falls die OPEC die Kontrolle verliert. Einziger Lichtblick: Midstream-Unternehmen, die Pipelines und Tanks besitzen. Die verdienen ihr Geld über Gebühren, egal wie der Ölpreis steht.

Die größte Überraschung? Die Kohle ist zurück! Warum? Weil Wind und Sonne allein den enormen Baseload-Bedarf (die ständige Grundlast an Strom) der neuen Rechenzentren nicht decken können. 30 % des Stroms für KI kommen aktuell noch aus Kohlekraftwerken.

Solltest Du in den Rohstoff selbst oder in den Produzenten investieren? Bei Gold waren in den vergangenen 20 Jahren oft ETFs besser als Minenaktien, weil die Betriebskosten der Minen explodierten. Doch 2026 dreht sich vielleicht das Blatt: Die Margen der Goldförderer weiten sich massiv aus, und die Konzerne sind heute viel disziplinierter im Umgang mit ihrem Geld.

Aktien-Check

🏎️ Kupfer am Limit: Wie der KI-Boom Freeport-McMoRan befeuert

Die Karten werden neu gemischt, alte Marktregeln gelten nicht mehr, und genau hier liegen Deine Chancen. Jetzt schauen wir uns an, welche Aktien Dein Depot vergolden könnten und wo Du lieber vorsichtig sein solltest.

Beim Gold geht es darum, wer das Edelmetall am effizientesten aus dem Boden holt. Hier ist Agnico Eagle Mines der absolute Platzhirsch. Während die Branche mit steigenden Kosten kämpft, hat Agnico seine AISC – das sind die „All-in-Sustaining-Costst“, also alle Ausgaben, die nötig sind, um den Minenbetrieb aufrechtzuerhalten – im ersten Quartal 2025 auf beeindruckende 1.183 Dollar pro Unze gesenkt. Das ist ein Minus von 10 % zum Vorjahr! Bei einer Gewinnmarge von über 30 % bleibt hier richtig viel hängen. Warum Agnico? Weil sie sich auf sichere Gebiete wie Kanada konzentrieren und politische Risiken meiden.

Im Gegensatz dazu steht der Riese Newmont. Er ist zwar der weltgrößte Produzent, kämpft aber mit den Folgen gewaltiger Fusionen. Die Kosten liegen hier bei 1.651 Dollar pro Unze, was die Gewinnspanne deutlich drückt. Wenn Du eher der Value-Typ bist – also nach unterbewerteten Substanzwerten suchst –, könnte Barrick Gold interessant sein. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward P/E) von unter 15 erscheint die Aktie im Vergleich zur Branche günstig. Besonders spannend: Barrick überlegt, seine nordamerikanischen Gold-Assets in ein eigenes Unternehmen auszugliedern, was massiven Wert für Dich freisetzen könnte.

Silber ist der wilde kleine Bruder von Gold – volatiler, aber mit gewaltigem Potenzial. First Majestic Silver ist hier der „Pure Play“, da sie fast 60 % ihres Umsatzes direkt mit Silber machen. Durch die Übernahme von Gatos Silver haben sie sich eine der besten neuen Minen Mexikos gesichert.

Ein echter Champion ist aus Sicht vieler Analysten jedoch Pan American Silver. Durch den Kauf von MAG Silver haben sie Zugriff auf die Juanicipio-Mine erhalten. Das Geniale daran: Die Kosten für die Silberförderung sinken dort nach dem Deal auf fast 7 Dollar pro Unze – eine Halbierung! Wenn Du das Bergbaurisiko komplett meiden willst, schau Dir Wheaton Precious Metals an. Das ist ein Streaming-Unternehmen, das Minenbetreibern Geld vorab gibt und dafür später das Metall zu Festpreisen erhält. Das Ergebnis? Eine operative Marge von 58 %, ohne dass sie jemals selbst eine Schaufel in die Hand nehmen müssen.

Ohne Kupfer keine künstliche Intelligenz. Rechenzentren fressen Kupfer regelrecht, und Freeport-McMoRan sitzt an der Quelle. Die Hebelwirkung dieser Aktie ist irre: Jede Preisänderung beim Kupfer um nur 10 Cent pro Pfund verändert den operativen Cashflow – das ist der Geldzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit – um 335 Millionen Dollar. Freeport nutzt zudem neue Technologien, um Kupfer aus Abfällen zu gewinnen, was 2026 allein 300 Millionen Pfund zusätzliche Produktion bringen soll.

Wenn Du es lieber etwas ruhiger magst, ist vermutlich Southern Copper Dein Kandidat. Sie besitzen die weltweit größten Kupferreserven und produzieren so günstig wie kaum ein anderer. Mit einer EBITDA-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 54 % ist dieses Unternehmen der Effizienz-König.

Der Lithium-Markt hat eine harte Korrektur hinter sich, aber genau das bietet Dir antizyklische Chancen. Albemarle ist der geschlagene Marktführer am Tiefpunkt. Warum solltest Du dennoch hinschauen? Weil sie in Chile (Atacama) so günstig produzieren können wie niemand sonst – für etwa 4.000 bis 5.000 Dollar pro Tonne. Wenn der Markt 2026 wie erwartet ins Defizit rutscht, ist Albemarle perfekt positioniert.

Bei den Seltenen Erden führt wahrscheinlich kein Weg an MP Materials vorbei. Es ist die einzige große integrierte Operation außerhalb Chinas. Das US-Pentagon hat hier nicht umsonst 400 Millionen Dollar investiert. MP kontrolliert die gesamte Kette von der Mine bis zum fertigen Magneten. Das ist ein strategischer Schutzwall gegen Exportbeschränkungen aus Fernost. Auch Energy Fuels erscheint hier spannend, da sie als einziger US-Player sowohl Uran als auch Seltene Erden verarbeiten können – ein echtes Infrastruktur-Monopol.

Zum Schluss kommen wir zum langweiligen, aber extrem stabilen Teil: dem Midstream-Sektor. Hier geht es um Transport und Lagerung von Energie. Enterprise Products Partners betreibt über 50.000 Meilen Pipelines. Das Beste daran: 90 % der Verträge sind gebührenbasiert. Das bedeutet: Der Konzern verdient Geld, egal ob der Ölpreis bei 40 oder 100 Dollar steht – solange das Volumen fließt. Und da KI-Rechenzentren massenhaft Strom aus Erdgaskraftwerken benötigen, wird hier 2026 richtig viel fließen. Energy Transfer ist mit 140.000 Meilen Pipelines noch größer und wächst aggressiv.

Also: Die Spreu trennt sich vom Weizen. Achte vielleicht darauf, dass keine Einzelposition mehr als 5 bis 7 % Deines Portfolios ausmacht. Rohstoffe sind volatil, aber mit der richtigen Auswahl bist Du womöglich recht gut für die kommenden Jahre aufgestellt. Viel Erfolg bei Deinen Investments!

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