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🛠️ Milliarden-Deals im Handel – aber warum zweifeln so viele Anleger?

Guten Morgen ,
an den Märkten geht es gerade heiß her: Viele US-Händler haben jahrelang Preissteigerungen geschluckt, um ihre Kunden nicht zu verschrecken. Doch jetzt, da Waren zu höheren Importpreisen nachbestellt werden, ist Schluss mit der Schonzeit. Investoren reagieren nervös – die Aktien großer Ketten verloren zuletzt bis zu 6 %.
Für 👉die Handelskonzerne beginnt ein riskantes Spiel. Einerseits müssen sie ihre Margen schützen, andererseits wollen sie Kunden nicht mit Preissprüngen vergraulen. Erste Reaktionen sind sichtbar: weniger Rabattaktionen, keine Aktienrückkäufe, mehr Vorsicht bei Investitionen.
📊 Entscheidend wird vielleicht das dritte Quartal 2025. Manche Analysten sehen hier den Wendepunkt, an dem sich zeigt, ob die Verbraucher bereit sind, höhere Preise zu akzeptieren – oder ob sie ihren Konsum zurückfahren. Heute schauen wir uns dieses Thema einmal genauer an.
Marktumfeld
🔮 Preisschock voraus: Droht der US-Konsum ins Stocken zu geraten?
📦 Der US-Einzelhandel steht 2025 vor einer spannenden Bewährungsprobe. Lange Zeit konnten Händler steigende Kosten durch Zölle abfedern, indem sie Lagerbestände rechtzeitig auffüllten oder Margen opferten. Doch nun beginnt eine neue Phase: Preissteigerungen erreichen die Verbraucher direkt. Damit steht nicht weniger als die wahre Stärke des US-Konsums auf dem Prüfstand.
🛍️ In den letzten Quartalen zeigten sich die amerikanischen Verbraucher bemerkenswert widerstandsfähig. Große Ketten aus den Bereichen Lebensmittel, Haushaltswaren und Onlinehandel meldeten solide Verkaufszahlen, obwohl makroökonomische Unsicherheiten im Raum stehen. Ein wesentlicher Faktor ist der robuste Arbeitsmarkt: Niedrige Erwerbslosigkeit, steigende Löhne und ein bullisher Aktienmarkt haben Kaufkraft und Konsumfreude gestützt.
Doch diese Widerstandskraft hat einen Haken. Die meisten Preissteigerungen wurden bislang abgefedert – Händler haben bewusst auf Gewinne verzichtet, um Kunden nicht zu verschrecken. Jetzt aber, da Waren zu höheren Importpreisen nachgeordert werden, ist die Zeit der Schonung vorbei.
📉 Die Börsen haben die Gefahr erkannt. Nach den jüngsten Quartalszahlen verloren einige Handelsriesen deutlich an Wert – teils unabhängig von operativen Erfolgen. Diese Kursrückgänge zeigen: Investoren zweifeln zunehmend daran, ob Verbraucher die kommenden Preisschocks ohne Abstriche verkraften können.
Vor allem die zweite Jahreshälfte 2025 gilt als entscheidend. Analysten erwarten, dass das dritte Quartal den Wendepunkt markiert. Dann wird womöglich klar, ob die Konsumenten tatsächlich bereit sind, höhere Preise zu akzeptieren – oder ob sie den Gürtel enger schnallen.
⚖️ Für die Unternehmen bedeutet das ein riskantes Spiel: Einerseits müssen Margen geschützt werden, andererseits dürfen Preiserhöhungen nicht die Nachfrage abwürgen. Erste Anpassungen sind bereits sichtbar. Manche Handelsketten verzichten auf Aktienrückkäufe, um Liquidität zu sichern, andere fahren Rabattaktionen zurück, um Spielraum bei den Preisen zu gewinnen.
Die Folgen sind spürbar: Während bei Gütern des täglichen Bedarfs die Nachfrage stabil bleibt, sinkt die Stückzahl verkaufter Produkte im Bereich der „Nice-to-have“-Artikel. Besonders Garten- und Outdoorprodukte litten unter ersten Preisanpassungen.
📊 Das Kaufverhalten wird in den kommenden Monaten stark von Psychologie geprägt sein. Verbraucher sind zwar nach wie vor finanziell gut aufgestellt, aber sensibel gegenüber wahrgenommenen Preissteigerungen. Schon kleine Anpassungen können Kaufentscheidungen verzögern oder ins günstigere Segment verschieben. CEOs großer Handelsketten sprechen offen davon, die „Break Points“ bei den Kunden in Echtzeit zu beobachten.
🌐 Die langfristige Herausforderung für die Branche liegt darin, flexibel und transparent zu agieren. Wer Kundenbedürfnisse genau versteht und Preissteigerungen intelligent managt, kann gestärkt aus der Phase hervorgehen. Wer zu stark auf kurzfristige Margensicherung setzt, riskiert dagegen, Marktanteile an wendigere Wettbewerber zu verlieren.
🔮 2025 ist ein Jahr der Weichenstellung. Der US-Konsument bleibt bisher die tragende Säule der Wirtschaft, doch Zölle und steigende Kosten könnten diese Stabilität ins Wanken bringen. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob die amerikanische Kauflust stärker ist als der Preisdruck – oder ob sich die Stimmung schneller dreht, als viele erwarten.
Wie stark trifft der Preisschock die US-Konsumenten? |
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🛠️ Milliarden-Deals im Pro-Segment: Wird Lowe’s so krisenfester?
🏠 Lowe’s hat mit seinen Q2-Zahlen 2025 eindrucksvoll gezeigt, wie eng der Baumarkt-Gigant mit den makroökonomischen Kräften des US-Wohnungsmarktes verflochten ist. Während der Umsatz mit 24 Mrd. US-Dollar (+1,6 % YoY) kaum zulegte, überzeugte das Unternehmen mit starkem Cashflow und einem klaren strategischen Fokus: dem Ausbau des Pro-Segments. Doch lohnt sich die Aktie für Anleger – oder überwiegen die Risiken?
📉 Der entscheidende Gegenwind kommt aus dem Immobiliensektor. Housing Turnover liegt auf dem niedrigsten Stand seit den 1990er Jahren – kaum jemand verkauft oder kauft derzeit Häuser. Der Grund: hohe Hypothekenzinsen von rund 6,65 %. Weniger Umzüge bedeuten weniger Renovierungen und damit gedämpfte Nachfrage nach den typischen Lowe’s-Produkten. Auch wenn die Bauaktivität zuletzt anzog (+12,9 % YoY bei Housing Starts), bleibt die Unsicherheit groß: Baugenehmigungen sinken, Fertigstellungen gehen zurück.
💡 Spannend ist der gleichzeitige Anstieg des Wohnungsangebots (+24,8 % YoY). Mehr verfügbare Häuser könnten dazu führen, dass Eigentümer renovieren, um ihre Immobilien attraktiver zu machen. Für Lowe’s eröffnet sich hier eine Nische: Selbst bei stagnierendem Markt können Renovierungsimpulse entstehen.
📊 Trotz des schwierigen Umfelds bleibt die Bilanz solide. Der Free Cashflow stieg im Quartal auf 6,6 Mrd. US-Dollar, während die langfristigen Schulden um 12 % gesenkt wurden. Mit dieser finanziellen Stärke finanziert Lowe’s nicht nur Dividenden (645 Mio. US-Dollar in Q2), sondern auch strategische Zukäufe.
🛠️ Der wichtigste Wachstumstreiber ist der Ausbau des Pro-Geschäfts. Mit den Übernahmen von Artisan Design Group (1,3 Mrd. US-Dollar) und Foundation Building Materials (8,8 Mrd. US-Dollar) schiebt sich Lowe’s tief ins Geschäft mit professionellen Bau-Unternehmen. Dieses Segment ist weniger konjunkturabhängig, bringt höhere Ticketgrößen und stabilere Margen. Der Anteil am Umsatz stieg bereits auf 40 % – ein deutlicher Sprung von früher 20 bis 25 %.
📈 Mit einem Forward-KGV von rund 21 und einem EV/EBITDA von 14,6 erscheint Lowe’s nicht gerade günstig bewertet. Hinzu kommt: Wachstumsaussichten für Umsatz und Gewinn bleiben kurzfristig flach. Die Aktie erscheint aktuell fair bepreist – aber nicht billig. Die große Frage lautet: Kommt es 2026/27 zu einer Erholung im US-Wohnungsmarkt? Falls ja, könnte das KGV unter 18 fallen und die Aktie deutlich attraktiver wirken. Das sagen zumindest einige Analysten.
⚖️ Neben dem Wohnungsmarkt bleiben strukturelle Risiken: steigende Baukosten durch Zölle, potenzielle Arbeitsmarktabschwächung und anhaltende Lieferkettenprobleme. Zudem muss sich zeigen, ob die teuren Akquisitionen wirklich die erwarteten Synergien liefern.
🚀 Fazit: Lowe’s zeigt in einem schwierigen Umfeld operative Stärke und strategischen Weitblick. Die Wette auf das Pro-Segment könnte das Unternehmen langfristig unabhängiger von den Zyklen des DIY-Marktes machen. Kurzfristig fehlt aber womöglich der Katalysator – etwa eine spürbare Belebung des Immobilienmarkts. Was meinst Du?
Zweistellige Rendite
💸 Beton, Stahl und Rendite: Warum dieser ETF spannend bleiben könnte
🏗️ Wenn große Baumarktketten wie Lowe’s ihre Zahlen vorlegen, blicken Investoren automatisch auf das Fundament der Branche: Bau und Materialien. Denn was sich bei Häusern, Straßen und Brücken tut, ist nicht nur für Heimwerker spannend, sondern für die gesamte Konjunktur – auch in Europa. Und genau hier setzt ein spezieller ETF an: der 👉iShares STOXX Europe 600 Construction & Materials UCITS ETF.
📊 Der Fonds bildet physisch und vollständig den STOXX Europe 600 Construction & Materials Index ab. Mit 29 Positionen und einem Fondsvolumen von rund 865 Mio. Euro erscheint er solide aufgestellt. Die Kostenquote liegt bei 0,46 % pro Jahr. Ausschüttungen erfolgen jährlich, zuletzt 1,01 Euro pro Anteil.
🏢 Wer hier investiert, setzt primär auf einige europäische Branchenriesen. Allein Vinci bringt 16,9 % Gewichtung, gefolgt von Saint-Gobain (11 %) und Holcim (8,8 %). Zusammen mit Unternehmen wie Sika, Assa Abloy und Heidelberg Materials machen die Top-10-Werte stolze 75 % des Fonds aus. Das bedeutet: hohe Konzentration, aber auch starke Exponierung zu echten Marktführern.
📈 Die letzten Jahre waren für Anleger eine Baustelle mit goldenem Boden: +21 % in nur 12 Monaten, +69 % über 3 Jahre und sogar +101 % in 5 Jahren. Seit Jahresbeginn 2025 liegt das Plus bei 20 %. Natürlich gab es auch Rückschläge, der maximale Verlust im Einjahreszeitraum lag bei –10,5 %. Typisch für einen zyklischen Sektor, der in Aufschwüngen glänzt, aber in Rezessionen leidet.
⚖️ Die Chancen liegen klar auf der Hand: Der ETF bietet direkten Zugang zu einem Sektor, der in Europa von Infrastrukturprogrammen, alterndem Wohnungsbestand und Energiewende profitiert. Zudem ist die Diversifikation über mehrere Länder ein Pluspunkt. Risiken bestehen in der Zyklizität – schwächelt die Konjunktur, wackeln Margen und Kurse. Dazu kommen Währungsrisiken aus Schweizer und skandinavischen Titeln.
💡 Mit einer Sharpe Ratio von 0,82 (5 Jahre) und einer Volatilität von 18,5 % ist das Profil recht ausgewogen. Anleger erhalten keinen „Allwetter-Baustein“, sondern ein zyklisches Investment, das in Aufschwungsphasen überdurchschnittlich performen kann. Für mittelfristig orientierte Investoren, die bewusst Risiken eingehen, kann dieser ETF ein spannender Baustein im Portfolio sein – besonders als Ergänzung zu defensiveren Positionen.
🔮 Merke: Während der US-Baumarkt noch mit hohen Zinsen kämpft, zeigt Europa mit stabilen Branchenriesen und langfristigen Infrastrukturprojekten Potenzial. Der ETF ermöglicht Dir, direkt an diesem Trend zu partizipieren – mit solider Struktur, klarer Ausschüttungspolitik und starker Historie. Wer also sein Depot um einen „Betonanker“ ergänzen möchte, findet hier vielleicht ein spannendes Werkzeug.
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