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der Iran-Krieg rattert durch die Märkte und dubiose Berater stehen schon bereit, Dir teure Lösungen für Probleme zu verkaufen, die vielleicht gar nicht eintreten. Wir zeigen Dir heute, warum das Teuerste, was Du gerade tun kannst, eine Kurzschlussreaktion ist.

Und während alle auf Gold und Rüstung starren, haben wir ein paar Unternehmen gefunden, die der Markt im Chaos kollateral abgestraft hat – obwohl ihre Zahlen eine vollkommen andere Geschichte erzählen. Zwei Themen, ein roter Faden: Wer jetzt ruhig bleibt und genau hinschaut, findet mehr als andere. Viel Erfolg!

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Marktlage

🪖 Der Iran-Krieg und Dein Depot: Warum Du jetzt so viel verlieren kannst

Rüstungsaktien stehen im Schnitt bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 41: Wer jetzt 👉Lockheed Martin, 👉Northrop Grumman oder 👉L3Harris kauft, um sich vor dem Iran-Krieg abzusichern, zahlt für einen Regenschirm, der bereits klitschnass ist. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob der Krieg die Märkte weiter erschüttert – sondern ob Du gerade dabei bist, genau die Fehler zu machen, vor denen kluge Anleger seit Jahrzehnten warnen.

Seit dem Start der US-Angriffe auf den Iran hat sich viel bewegt. Energie-ETFs zogen mehr als 7 Milliarden Dollar an frischem Kapital an – allein seit Anfang März waren es 2,3 Milliarden. Gold-ETFs sammelten 1,5 Milliarden ein, breit aufgestellte Rohstoff-ETFs weitere 2,4 Milliarden.

Die Logik dahinter klingt unwiderstehlich: Krieg braucht Waffen, Öl wird knapp, Angst treibt Gold. Das Problem: Diese Beobachtungen sind so offensichtlich, dass sie der Markt längst eingepreist hat. Wer jetzt einsteigt, kauft die Geschichte, nicht die Rendite.

Schau Dir die Zahlen an. Die Unternehmen im iShares U.S. Aerospace & Defense ETF werden aktuell mit dem 41-fachen ihrer Jahresgewinne bewertet. Lockheed Martin allein stieg bis Anfang März um knapp 39 %.

Noch deutlicher wird der Überhitzungseffekt im Energiesektor. Die Aktien im State Street Energy Select Sector SPDR ETF wurden 2022 und 2023 noch mit dem 8- bis 10-fachen ihrer Gewinne gehandelt. Heute liegt das KGV bei 22 – mehr als eine Verdopplung der Bewertung in wenigen Jahren, ohne dass sich das fundamentale Geschäft entsprechend verändert hätte. Die Ukraine-Analogie ist dabei lehrreich: Energieaktien, die 2022 in diesem Bewertungsbereich notierten, gerieten nach der Entspannung massiv unter Druck.

Gold erreichte im März 2026 ein historisches Hoch von 5.246 Dollar pro Unze – und ist seitdem wieder deutlich gefallen. Das klingt nach einer Kaufgelegenheit. Es könnte aber auch ein Signal sein, dass der „Fear Trade“ seinen Zenit überschritten hat.

Seit dem 2. März, dem ersten Handelstag nach Kriegsbeginn, haben Defense- und Aerospace-ETFs bereits mehr als 5 % verloren. Wer den Anstieg verpasst hat, hat jetzt auch den Rücksetzer mitgenommen. Das ist das klassische Muster: Anleger kaufen, wenn die Schlagzeilen laut werden, und verkaufen, wenn es wehtut.

Mark Higgins, Investmentberater und Autor von „Investing in U.S. Financial History“ – einem Werk, das die US-Märkte von 1790 bis heute durchleuchtet – empfiehlt eine einfache Gegenfrage, sobald Dich jemand zu einem großen Portfolioschritt drängt: „Woher willst Du das wissen, wenn nicht einmal die Regierungen selbst wissen, was als nächstes passiert?“

Das Weiße Haus hatte diesen Krieg als kurzen „Ausflug“ geplant. Daraus sind schon Wochen geworden. Golfstaaten fordern inzwischen die vollständige militärische Entmachtung Irans. Wer Portfolio-Entscheidungen allein auf Geopolitik aufbaut, wettet auf etwas, das Staaten mit Nachrichtendiensten, Militärberatern und Diplomaten nicht vorhersagen konnten.

Während alle auf Gold und Rüstung starren, passiert etwas Interessantes abseits der Kriegsschlagzeilen. Qualitätsunternehmen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben, werden von der allgemeinen Risikoaversion mitgerissen. Zu Unrecht?

Kenner nennen sie gerne „Fallen Angels“: Aktien mit soliden Fundamentaldaten, die durch externe Schocks in Ungnade gefallen sind. 👉The Trade Desk etwa hat in den vergangenen 12 Monaten rund 58 % verloren – und wächst beim Umsatz trotzdem um 18 % pro Jahr, bei einer Free-Cashflow-Marge von 27 %. 👉Pinterest ist 41 % günstiger als vor einem Jahr, steigert seinen operativen Gewinn (EBIT) um fast 78 % und sitzt auf einer Eigenkapitalquote von 86 %. Das Unternehmen ist also kaum verschuldet.

👉Workday hat trotz eines Kursrückgangs von 47 % das EBIT um bemerkenswerte 219 % gesteigert. 👉Xiaomi liefert Umsatzwachstum von 36 % und einen Free Cashflow, der sich fast verdreifacht hat. Zealand Pharma schließlich wächst beim Umsatz um den Faktor 146 – und erzielt eine Free-Cashflow-Marge von über 70 %.

Und wer eine solche Strategie hinter dem Begriff nicht selbst umsetzen will, findet beim 👉iShares Fallen Angels High Yield Corporate Bond ETF eine fertige Lösung – allerdings im Bond-Bereich, nicht bei Aktien. Der ETF investiert in Unternehmensanleihen, die einst Investment-Grade-Status hatten und dann auf High Yield herabgestuft wurden. Fondsgröße: 376 Millionen Euro, laufende Kosten: 0,5 % pro Jahr. Das Prinzip dahinter: Zwangsverkäufe durch institutionelle Anleger drücken den Kurs unter den fairen Wert – wer geduldig kauft, profitiert von einer potenziellen Erholung.

Aktien im Check

🪂 Fallen Angels: Qualitätsaktien, die der Markt gerade abschreibt

Das ist die Ironie jedes Krisenmarktes: Wer sucht, was die Herde vergessen hat, findet mitunter etwas Interessantes.

👉The Trade Desk hat in zwölf Monaten 57 % seines Börsenwerts verloren – und wächst trotzdem beim Umsatz zweistellig, hält eine Bruttomarge von 76 % und bindet seine Kunden mit einer Treue, die andere Branchen nicht mal träumen können. Wenn ein Unternehmen mit diesen Zahlen fast halbiert wird, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder hat der Markt etwas erkannt, was die Zahlen noch nicht zeigen. Oder er hat panisch überreagiert. 

Alle Aktien in unserer Liste haben eines gemeinsam: Sie haben im vergangenen Jahr massiv verloren, während ihre operativen Kennzahlen in die andere Richtung zeigen. Zealand Pharma hat 51 % abgegeben – und seinen Free Cashflow um 785 % gesteigert. 👉Workday liegt 47 % im Minus – und hat das operative Ergebnis (EBIT, also den Gewinn vor Zinsen und Steuern) um 219 % nach oben geschraubt. Das klingt paradox, ist aber Börsenalltag: Märkte bestrafen Enttäuschungen, Unsicherheit und fehlende Geduld. Fundamentaldaten hingegen benötigen Zeit, bis sie im Kurs ankommen.

Das nennt man einen Fallen Angel – eine Aktie, die nicht wegen operativer Schwäche fällt, sondern weil externe Faktoren, Stimmungsumschwünge oder verpasste Erwartungen die Kursentwicklung dominieren.

Wer Gewichtsabnahme sagt, denkt an 👉Novo Nordisk und 👉Eli Lilly. 👉Zealand Pharma will das ändern. Das dänische Biopharma-Unternehmen entwickelt mit Petrelintide einen Wirkstoff, der nicht wie Ozempic den Appetit unterdrückt, sondern das natürliche Sättigungshormon Amylin imitiert – ein fundamental anderer Mechanismus in einem Markt, der bis 2030 auf über 100 Milliarden Dollar wachsen soll.

Im November 2025 schloss 👉Zealand mit 👉Roche einen Kooperationsvertrag für Petrelintide ab – Co-Entwicklung und Co-Kommerzialisierung inklusive. Diese Partnerschaft erklärt die astronomische Umsatz- und FCF-Wachstumsrate 2025: Das Geld stammt aus Meilensteinzahlungen, nicht aus Produktverkäufen. Zugelassene Medikamente hat Zealand noch keine. Das ist die ehrliche Einschätzung einer Schwäche, die man nicht wegdiskutieren kann. Wer hier investiert, wettet auf klinische Daten – Phase-3-Start ist für H2 2026 geplant.

Spannend: Eine Eigenkapitalquote von 93 % bedeutet, dass das Unternehmen praktisch schuldenfrei ist. Klinische Rückschläge, die in der Branche normal sind, kann 👉Zealand daher aus eigener Kraft abfedern, ohne sofort an den Kapitalmarkt zu müssen.

👉Pinterest hat 570 Millionen monatlich aktive Nutzer und einen entscheidenden Vorteil gegenüber 👉Meta oder TikTok: Kaum jemand öffnet Pinterest, um sich abzulenken. 85 % der Nutzer kommen mit konkreter Kaufabsicht. Das ist strukturell ein anderes Publikum und damit auch ein wertvolleres Werbeumfeld.

Der Haken: Pinterests ARPU, also der Umsatz pro Nutzer, liegt noch deutlich unter dem von Meta oder 👉Google. Das ist gleichzeitig die Chance: Wenn Pinterest auch nur einen Teil dieser Lücke schließt, in einem Markt für Social Commerce, der auf 2,9 Billionen Dollar bis 2026 zuwachsen soll, werden aus 4,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz perspektivisch deutlich mehr.

Die Schwäche ist real: Eine kleinere Creator-Economy als Instagram oder TikTok bedeutet weniger organischen Content, der Nutzer hält. Wer hier nicht aktiv nachzieht, riskiert, dass die Plattform zur Inspirationsquelle wird – und der finale Kauf woanders stattfindet.

Stell Dir vor, Du hast ein großes Unternehmen und willst Werbung schalten – nicht nur bei Google oder Meta, sondern überall im offenen Internet gleichzeitig, automatisiert, datengesteuert und in Echtzeit. Genau das bietet 👉The Trade Desk. Die Plattform prozessiert 9 Millionen solcher Kaufanfragen pro Sekunde bei 99,7 % algorithmischer Effizienz.

Der Burggraben ist beeindruckend: 95 % Kundenbindung über 27 aufeinanderfolgende Quartale. Mehr als 230 Datenanbieter und 85 digitale Plattformen sind integriert – je mehr Teilnehmer, desto präziser das Targeting. Oppenheimer erwartet, dass der Anteil am programmatischen Werbebudget von 7,8 % auf 11,7 % bis 2026 steigt, bei einem Umsatz-CAGR von 17 %.

Das Management formuliert das Ziel offen: von 3 auf 10 Milliarden Dollar Umsatz. Das Risiko dabei ist nicht klein: 👉Amazon und Google versuchen aktiv, Werbetreibende direkt zu sich zu ziehen und den Mittelmann zu umgehen. Der Kursrückgang von 57% zeigt, dass der Markt genau das ernst nimmt.

👉Xiaomi verkauft Smartphones zu knappen Margen – und verdient das eigentliche Geld mit dem Ökosystem drumherum: Smarthome, Wearables, Apps, Fintech. Seit April 2024 gehört ein drittes Standbein dazu: Elektroautos. 600.000 kumulativ ausgelieferte EVs, 25,5 % EV-Bruttomarge im dritten Jahr der Produktion – das sind Zahlen, die selbst erfahrene Automobilkonzerne nach oben schauen lassen.

Die Vision heißt „Human × Car × Home“: Smartphone, Auto und Wohnung sollen ein nahtloses Ökosystem bilden. Weltweit versucht das nur 👉Apple in ähnlicher Konsequenz. Für 2028 prognostiziert 👉Xiaomi einen Umsatz von 765 Milliarden Renminbi. Das wäre ein jährliches Wachstum von über 21 %. Das neue SUV-Modell YU7 meldete dreimal so viele Vorbestellungen wie beim SU7-Launch.

Die Schwäche: Im zweiten Quartal 2025 wuchs das Chinageschäft um 56 %, das Auslandsgeschäft schrumpfte um 4%. Geopolitische Risiken durch US-Sanktionen bleiben latent und sind schwer zu quantifizieren.

Wer einmal ein HR- und Finanzsystem in einem Großunternehmen eingeführt hat, weiß: Man tauscht so etwas nicht einfach aus. 👉Workday nutzt genau das als zentralen Wettbewerbsvorteil. Die einheitliche Cloud-Plattform für Personalwesen und Buchhaltung – intern „Power of One“ genannt – steht im direkten Kontrast zu 👉Oracle und 👉SAP, die ihr Angebot durch Übernahmen zusammengebaut haben. 10 Jahre in Folge Marktführer im Gartner Magic Quadrant für Cloud HCM. Kundenbindung über 95 %.

Das EBIT-Wachstum von 219 % im vergangenen Jahr zeigt, dass sich die Skalierung langsam auszahlt. Der nächste Wachstumstreiber heißt Agentic AI – KI-Assistenten, die HR-Prozesse wie Recruiting oder Gehaltsabrechnung eigenständig abwickeln. Über 35 % der Neukunden buchen inzwischen auch das Finanzmodul hinzu, was den durchschnittlichen Vertragswert deutlich erhöht.

Aber: Die Eigenkapitalquote von 43 % ist die niedrigste aller genannten Unternehmen – ein echter Unterschied zu 👉Zealand Pharmas fast schuldenfreier Bilanz. Oracle hat öffentlich erklärt, Workday im HCM-Markt angreifen zu wollen. Das ist ein gut kapitalisierter Wettbewerber mit echten Ambitionen.

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