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🧠 Kopfsache Börse: Warum Deine Denkweise über Deinen Profit entscheidet
Erfahre, wie Tom Murphy den S&P 500 weit hinter sich ließ und seine Anleger wirklich reich machte.

Guten Morgen ,
hast Du Dich jemals gefragt, wie man aus einem einzigen Dollar über 200 machen kann? Die Antwort liegt nicht in kurzlebigen Hypes, sondern in der kühlen Logik interessanter Investoren. In dieser Ausgabe entlarven wir das vielleicht größte Wachstumsmissverständnis der modernen Börsenwelt.
Während die Masse blind dem reinen Umsatz hinterherrennt, haben die schlausten Köpfe ein vollkommen anderes Spiel gespielt. Wir zeigen Dir heute, wie ein fast unbekanntes Duo ein kleines Ruderboot zum unschlagbaren Schlachtschiff umbaute. Es geht um radikale Disziplin, magersüchtige Zentralen und das Geheimnis der ewigen Rendite. Viel Freude beim Entdecken dieser zeitlosen Strategie!
Zahlen lesen
🚀 Die Wachstumslüge: Warum mehr Umsatz Dein Depot ruinieren kann
Warum verpuffen so viele vermeintliche Wachstumsraketen am Ende wie durchnässte Silvesterböller? Der Grund ist simpel: Die meisten Anleger – und leider auch viele Manager – jagen dem falschen Gott hinterher. Sie beten den Umsatz an, während sie den Wert pro Aktie, also den tatsächlichen Anteil jedes Aktionärs am Unternehmenserfolg, völlig aus den Augen verlieren.
William Thorndike hat eine unbequeme Wahrheit ans Licht gebracht: Die erfolgreichsten CEOs der Geschichte pfiffen auf die reine Unternehmensgröße. Ihr „Nordstern“ war ausschließlich die Steigerung des Werts pro Aktie. Wachstum um des Wachstums willen galt ihnen als kontraproduktiv, fast schon als Sünde. Sie stellten sich jeden Tag die eine entscheidende Frage: Ist eine Aktie heute mehr wert als gestern?
Dass dieser Fokus goldrichtig ist, belegen harte Zahlen von McKinsey. Eine Analyse von über 2.200 Unternehmen zeigt, dass der Economic Profit (EP) – das ist der Gewinn, der übrig bleibt, wenn man alle Kapitalkosten abgezogen hat – viel stärker mit der Aktienrendite korreliert als das reine Gewinnwachstum je Aktie (Earnings per Share oder EPS). Warum? Weil das EPS leicht durch Aktienrückkäufe manipuliert werden kann und die Kosten für das eingesetzte Kapital ignoriert. Nur wer echten wirtschaftlichen Gewinn erwirtschaftet, schafft langfristig Wert.
Auch die Boston Consulting Group (BCG) hat das Zeiträtsel der Börse gelöst. Auf Sicht von einem Jahr treibt primär das Sentiment, also die psychologische Stimmung und die damit verbundene Bewertungsausweitung, den Kurs zu 46 %. Doch wer den Atem für zehn Jahre hat, für den zählt fast nur noch eines: das Umsatzwachstum (zu 74 %). Aber Vorsicht: Dieses Wachstum ist nur dann ein Segen, wenn es mit einer sinkenden Aktienzahl kombiniert wird.
Historisch betrachtet haben Value-Aktien, also Substanzwerte mit niedriger Bewertung, die schillernden Wachstumsaktien seit 1927 um durchschnittlich 4,4 % pro Jahr geschlagen. Laut Vanguard soll dieses Value-Premium in den nächsten zehn Jahren bei etwa 5 bis 7 % jährlich liegen. Das liegt oft daran, dass der Markt die Nachhaltigkeit von Wachstum systematisch überschätzt. Growth-Aktien enttäuschen oft nicht, weil sie nicht wachsen, sondern weil sie die gigantischen Erwartungen nicht erfüllen können.
Ein lautloser Killer für dein Depot ist die Aktienverwässerung. Firmen wie Palantir oder Snap liefern zwar beeindruckendes Umsatzwachstum, doch gleichzeitig geben sie massenhaft neue Aktien an Mitarbeiter aus (das nennt sich Stock-Based Compensation). Das Ergebnis? Dein Stück vom Kuchen wird immer kleiner, obwohl der Kuchen insgesamt wächst. Wenn die Anzahl der Anteile schneller steigt als der Wert des Unternehmens, bleibst du als Anleger auf der Strecke.
Dann gibt es noch das gefährliche „Empire Building“. Manager neigen dazu, ihre eigene Bedeutung durch riesige Übernahmen zu steigern, um höhere Boni zu rechtfertigen. AT&T ist hier ein mahnendes Beispiel: Für 85 Milliarden Dollar kaufte man Time Warner, nur um das Geschäft Jahre später entnervt wieder abzuspalten. Solches anorganisches Wachstum – also Wachstum durch Zukäufe statt aus eigener Kraft – kaschiert oft nur die Schwäche im Kerngeschäft und vernichtet massiv Aktionärsvermögen.
Echte Meister wie Henry Singleton von Teledyne zeigten, wie es geht: Er kaufte massiv eigene Aktien zurück, wenn sie billig waren, und reduzierte die Anzahl der Anteile drastisch. Das Ergebnis war eine jährliche Rendite von über 20 % über drei Jahrzehnte. Er hat den Markt um den Faktor 12 geschlagen, nicht durch Größe, sondern durch mathematische Disziplin.
Auch Warren Buffett predigt es seit Jahrzehnten: Der Wert eines Unternehmens ist der Barwert seiner künftigen Cashflows, also das Geld, das heute sicher auf dem Konto wäre, wenn man alle künftigen Zuflüsse abzinst. Aktienrückkäufe sind für ihn nur dann sinnvoll, wenn der Preis unter diesem inneren Wert liegt. Ansonsten ist es schlichte Geldverbrennung.
Also: Schau weniger auf die glänzenden Umsatzgrafiken in den Geschäftsberichten. Achte lieber auf den Free Cashflow je Aktie und darauf, ob das Management das Kapital diszipliniert dort investiert, wo es die höchste Rendite abwirft. Gleich schauen wir uns an, wie ein Mann dieses Prinzip perfektionierte.
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Anlegen wie ein Profi
💰 Die 20.300-%-Rendite: Warum bei Tom Murphy aus einem Dollar am Ende 204 Dollar wurden
Stell Dir vor, Du hättest 1966 einen einzigen Dollar in die Medienfirma eines Mannes investiert, der eigentlich keine Ahnung vom Fernsehen hatte. Als er 29 Jahre später in den Ruhestand ging, wäre Dein Mini-Investment 204 Dollar wert gewesen. Dieser Mann hieß Tom Murphy, sein Unternehmen war Capital Cities Broadcasting, und Warren Buffett bezeichnete ihn und seinen Partner Dan Burke als das beste Management-Duo, das die Welt je gesehen hat.
Murphy lieferte sich ein Rennen, das Buffett gerne mit einem Ruderboot gegen die Queen Elizabeth 2 vergleicht. Murphy war das kleine Ruderboot, sein Konkurrent CBS der riesige Luxusdampfer. Am Ende siegte das Ruderboot durch pure operative Exzellenz und eine geniale Kapitalallokation – also viele gute Entscheidungen, wo jeder verdiente Dollar am sinnvollsten eingesetzt wird. Murphy erzielte eine jährliche Rendite von 19,9 % und schlug den S&P 500 damit um das 16,7-fache.
Das Geheimnis hinter diesem Erfolg war eine radikale Dezentralisierung. Während andere Konzerne riesige Hauptquartiere mit Heerscharen von Vizepräsidenten finanzierten, war Murphys Zentrale regelrecht „magersüchtig“. Es gab keine PR-Abteilung, keine Strategieberater und keinen Rechtsbeistand. Seine Philosophie: „Stell die besten Leute ein und lass sie in Ruhe“. Die Manager vor Ort hatten die volle Autorität und trugen die Verantwortung für ihre Ergebnisse.
Murphys Sparsamkeit ist legendär. Als er eine marode TV-Station in einem ehemaligen Kloster übernahm, befahl ihm sein Chef, das Gebäude zu streichen, um professioneller zu wirken. Murphy strich nur die zwei Seiten, die man von der Straße aus sehen konnte – die anderen blieben unberührt. Er nannte das „ewiges Kostenbewusstsein“. Diese Frugalität, also die Tugend der Genügsamkeit, zog sich durch das gesamte Unternehmen. Bei ABC schaffte er nach der Übernahme sofort die Luxus-Vorteile wie private Aufzüge und Limousinen-Services ab.
Aber Murphy war kein Knauser. Er investierte massiv dort, wo es einen Wettbewerbsvorteil brachte. Er wusste, dass die Nummer eins bei den Lokalnachrichten den Löwenanteil der Werbegelder kassiert. Also floss das Geld in erstklassige Journalisten und Technik. Das Ergebnis: Fast jede seiner Stationen war Marktführer. Er war „vorsichtig, nicht einfach nur billig“.
Der wahre Treibstoff für seine Rendite-Maschine war die Art, wie er mit Geld umging. Murphy nutzte Schulden sehr diszipliniert, um große Akquisitionen zu tätigen, und zahlte sie dann mit dem Cashflow der gekauften Firmen in Rekordzeit zurück. Er hasste es, neue Aktien auszugeben, weil das den Anteil der Altaktionäre verwässert hätte. Stattdessen kaufte er über 20 Jahre hinweg fast die Hälfte aller ausstehenden Aktien zurück.
Bei Übernahmen war er ein chirurgischer Präzisionsarbeiter. Er beteiligte sich nie an Auktionen, weil dort die Preise durch Bietergefechte oft ins Absurde steigen. Sein Maßstab war knallhart: Er verlangte eine zweistellige Nachsteuerrendite über zehn Jahre – und zwar ohne die Hilfe von Schulden in der Kalkulation. Wenn der Verkäufer nicht einschlug, ging Murphy einfach weg, selbst wenn es nur um eine Differenz von 5 Millionen Dollar bei einem riesigen Deal ging.
Was kannst Du von Tom Murphy lernen? Wahre Performance entsteht nicht durch das Sammeln von Logos oder das Aufblähen des Umsatzes. Sie entsteht durch ein „fettarmes“ Management, das jeden Dollar so behandelt, als wäre es der letzte, und das den Wert jeder einzelnen Aktie durch kluge Rückkäufe und disziplinierte Investitionen steigert.
Wenn Du also das nächste Mal eine Aktie analysierst, frage Dich: Ist das Management ein „Empire Builder“ oder ein „Capital Allocator“? Suchst Du die Queen Elizabeth 2 oder das hocheffiziente Ruderboot? Dein Depot wird es Dir womöglich danken, wenn Du Dich für die Ruderer entscheidest.
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