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Chips feiern, Software leidet. Und mittendrin steckt eine der spannendsten Investmentfragen des Jahres. Diese Ausgabe nimmt die KI-Spaltung im Tech-Sektor auseinander. Wusstest Du etwa, dass Halbleiter-Aktien gerade ihre größte 25-Tage-Rally seit der Dotcom-Blase erleben?

Gleichzeitig verlieren Software-Titel trotz guter Zahlen zweistellig – manchmal wegen 1 Million Dollar Prognose-Lücke. Wir erklären heute, was dahintersteckt. Und dann ist da noch eine Watchlist mit Titeln, die bis zu 74 % gefallen sind. Ob das Chancen oder Fallen sind, liest Du gleich.

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Marktlage

🎯 Chips oder Software? Welche KI-These am Ende gewinnen könnte

👉Intel ist in diesem Jahr um 229 % gestiegen. Gleichzeitig verlor 👉HubSpot an einem einzigen Freitag 19 % seines Marktwerts – und das, obwohl das Unternehmen seine Quartalszahlen sogar geschlagen hatte. Wie kann das sein? Die Antwort lautet: Es kommt nicht mehr nur darauf an, was Du verdient hast, sondern darauf, was Investoren glauben, was KI mit Deinem Geschäftsmodell anstellen wird. Und genau dieser Gedanke spaltet den gesamten Tech-Sektor gerade in zwei Lager, die täglich weiter auseinanderdriften.

Schau Dir die Zahlen an, und Du wirst sofort begreifen, was gemeint ist. Der 👉VanEck Semiconductor ETF, der Benchmark für Chip-Aktien, ist seit Jahresbeginn 2026 um 54 % gestiegen. Der iShares Software ETF liegt im gleichen Zeitraum mit 14 % im Minus. Streckst Du den Vergleich auf zwölf Monate, wird die Diskrepanz noch größer: +155 % für Chips, -9 % für Software.

Das Fundament für die Chip-Rally ist schlicht Geld. 👉AMD meldete im ersten Quartal 2026 einen Datenzenter-Umsatz von 5,8 Milliarden Dollar – ein Sprung von 57 % gegenüber dem Vorjahr. 👉Nvidia steuerte derweil Kurs auf ein neues Allzeithoch. Und die Deals häufen sich: Allein in einer Woche sicherte sich Anthropic über eine SpaceX-Partnerschaft Zugang zu mehr als 220.000 Nvidia-Chips in einem einzigen Rechenzentrum in Tennessee, mit einer Kapazität von über 300 Megawatt. 

Der Markt liest das als eindeutiges Signal: Wer KI baut, braucht Chips. Je mehr KI, desto mehr Chips. 👉Micron, 👉Qualcomm, 👉Marvell Technology – sie alle ziehen gemeinsam nach oben. Die Richtung stimmt für den gesamten Sektor.

👉HubSpot liefert das lehrreichste Beispiel dieser Berichtssaison. Das Unternehmen schlug die Gewinnschätzungen für das erste Quartal und trotzdem brach die Aktie um 19 % ein – der schlimmste Tag seit 10 Jahren. Der Grund: Der Ausblick enttäuschte. 👉HubSpot sieht für das zweite Quartal einen Umsatz zwischen 897 und 898 Millionen Dollar. Analysten hatten 899 Millionen erwartet. Eine Million Dollar Differenz, und der Kurs kollabierte. Dahinter steckt die Angst, KI mache Teile des klassischen Software-Angebots überflüssig.

👉Atlassian schloss 0,8 % im Minus. 👉AppLovin hatte donnerstags noch glänzend berichtet und verlor freitags trotzdem 6 %. Die Berichtssaison trifft Software-Aktien selbst dann, wenn die Zahlen stimmen.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Frage, wie Investoren KI für die jeweilige Branche interpretieren. Bei Chips ist die These einfach: Mehr KI bedeutet mehr Nachfrage, mehr Rechenleistung, mehr Hardware-Verkäufe. Das ist linear, messbar, direkt.

Bei Software lautet die Gegenthese: KI ersetzt Software. Wenn ein KI-Agent die Aufgaben erledigt, für die bisher 10 Mitarbeiter mit 10 Lizenzen bezahlt wurden, kauft das Unternehmen künftig vielleicht noch 2 Lizenzen. Das klassische Abrechnungsmodell, also monatliche Gebühr pro Nutzer-Sitz, verliert damit seinen Wachstumsmotor.

Jensen Huang selbst hält das für übertrieben. Er bezeichnete die Theorie, KI werde Software „töten“, als unlogisch. HSBC-Analyst Stephen Bersey geht sogar einen Schritt weiter: Er glaubt, dass 2026 das Jahr markiert, in dem KI-Software beginnt, Umsätze zu generieren. Und das langfristige Wertpotenzial liegt seiner Einschätzung nach gerade dort, nicht in der Hardware. Ob sie recht behalten, wird diese Berichtssaison noch nicht entscheiden. Aber die Performance-Daten der nächsten Quartale werden zeigen, wessen These trägt.

Screening

🔍 Software-Aktien mit 70 % Minus: Kaufchance oder Falle?

👉Monday.com hat in den vergangenen 12 Monaten 74 % seines Börsenwerts verloren. 👉ServiceNow liegt 53 % im Minus. 👉HubSpot hat fast drei Viertel seines Marktwerts abgegeben – und das, obwohl der Umsatz wächst. Wir schauen uns regelmäßig Software-Aktien an, und selten war die Frage schwieriger zu beantworten: Sind das Schnäppchen oder Fallen? Die Kursziele der Analysten sehen verlockend aus: teilweise über 100 % Potenzial. Aber bevor Du einer dieser Zahlen vertraust, lohnt es sich, tiefer zu schauen, was jedes dieser Unternehmen wirklich schützt.

Beginnen wir mit dem größten Namen in dieser Watchlist. 👉ServiceNow bringt 80 Milliarden Euro Marktkapitalisierung auf die Waage und ist zuletzt um 53 % gefallen. Das Geschäftsmodell ist denkbar simpel: Die Now-Plattform automatisiert Enterprise-Workflows für IT, HR und Customer Service. Von 13,28 Milliarden Dollar Gesamtumsatz 2025 stammten 97 % aus wiederkehrenden Subscriptions. 

Morningstar vergibt hier die höchste Moat-Bewertung: Wide Moat. Wer 👉ServiceNow einmal als Rückgrat seiner IT installiert hat, wechselt selten. Entscheidend ist aber das Signal aus dem ersten Quartal 2026: Bereits 50 % des gesamten Neugeschäfts wurde über nicht-Nutzer-basierte Preismodelle abgerechnet. Das ist womöglichder früheste und klarste Beleg dafür, dass das Unternehmen das Geschäftsmodell tatsächlich umbaut: von der Lizenz pro Mitarbeiter hin zur Abrechnung nach erledigter Arbeit. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management ein Abo-Wachstum von 20,5 bis 21 % bei einer Free-Cashflow-Marge von 36 %. Das Analysten-Kursziel liegt bei rund 143 Dollar.

Vom Workflow-Giganten zur spezialisierten KI-Plattform. 👉NICE betreibt mit CXone Mpower eine vollständig KI-native Customer-Experience-Lösung für Enterprise-Unternehmen in über 150 Ländern. Was NICE von den meisten Konkurrenten unterscheidet, ist ein Datenpunkt: Im ersten Quartal 2026 wurde KI in 100 % aller neuen Enterprise-Deals integriert. 

Seit 2023 hat 👉NICE kumuliert 420 Millionen Dollar in generative KI-Produkte investiert. Und laut einer Umfrage unter 300 IT-Entscheidern bevorzugen 62 % eine nativ integrierte KI-Lösung gegenüber einer Bolt-on-Lösung, also einer extern angedockten KI, die nicht tief ins System eingebunden ist. NICE ist hier der native Anbieter. Der KI-ARR, also der jährlich wiederkehrende Umsatz aus KI-Produkten, wuchs im Jahresvergleich um 66 %. Das Kurspotenzial laut Analysten: 111 %. Die Aktie liegt auf Jahressicht 43 % im Minus. Laut Forrester können KI-Agenten Service-Desk-Kosten um 32 bis 38 % senken.

Weniger bekannt, aber strukturell interessant: 👉Lumine Group ist das Telekom- und Medien-Spin-off von 👉Constellation Software, einem der erfolgreichsten Software-Konzerne Kanadas. Das Prinzip ist identisch: Nischensoftware für die Kommunikationsbranche kaufen, dauerhaft halten, dezentral weiterentwickeln. Rund 80 % der Umsätze sind wiederkehrend, was die Cashflow-Qualität von Beginn an auf solides Fundament stellt.

Der Burggraben liegt im Detail: Wenn ein Telekom-Unternehmen ein Videomanagementsystem von einer 👉Lumine-Tochter betreibt, ist ein Wechsel technisch und operativ so teuer, dass er selten stattfindet. Die Lumine-Struktur ermöglicht es, dieses Muster immer wieder zu replizieren: neues Nischenunternehmen kaufen, integrieren, halten. Das Kurspotenzial liegt laut Analysten bei 102 %, bei einem Minus von 57 % in den vergangenen 12 Monaten.

Wenn Du wissen willst, wie nervös der Markt gegenüber Software-Aktien geworden ist, schau Dir 👉HubSpot an. Das Unternehmen schlug im ersten Quartal 2026 die Gewinnerwartungen. Trotzdem brach die Aktie an einem einzigen Handelstag um 19 % ein. Der Auslöser: Die Prognose für das zweite Quartal lag bei 897 bis 898 Millionen Dollar Umsatz, während Analysten mit 899 Millionen gerechnet hatten. Nur eine Million Dollar Differenz…

👉HubSpot verfügt über 7.000 Partner-Apps und einen der tiefsten Agentur-Marktplätze im CRM-Bereich. Kunden, die alle Hubs nutzen, also Marketing, Sales, Service, wechseln selten, weil die Wechselkosten hoch sind und das Ökosystem klebt. Das Problem: Das Preismodell steht im KI-Zeitalter unter echtem Druck. Mit KI-Copilot „Breeze“ versucht HubSpot, sich neu zu definieren, vom Tool zum operativen Betriebssystem für den Mittelstand. Ob das gelingt, weiß noch niemand. Das Kursziel liegt bei 331,50 Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 68 % entspräche. 

👉Check Point Software schützt über 100.000 Organisationen weltweit mit seiner Infinity-Plattform gegen Cyberangriffe. Das Besondere an diesem Geschäftsmodell: Die Nachfrage wächst nicht trotz KI, sondern wegen KI. Globale Cyberangriffe stiegen 2025 um 70 % auf durchschnittlich 2.000 Angriffe pro Woche pro Organisation. Wer glaubt, Sicherheitssoftware sei ein Kostenpunkt, der weggespart werden kann, irrt sich fundamental.

👉Check Point plant 2026 einen Umsatz zwischen 2,83 und 2,95 Milliarden Dollar und weist mit 42 % die höchste Eigenkapitalquote des gesamten Screenings aus. Die Vier-Säulen-KI-Strategie aus Hybrid Mesh, Workspace Security, Exposure Management und AI Security ist eine Reaktion auf das, was jedes Unternehmen bei der KI-Einführung fürchtet: unkontrollierte Angriffsflächen durch autonome Systeme. Das Kurspotenzial liegt bei 72 %.

👉Monday.com ist mit einem Minus von 74 % die größte Verliereraktie unserer Liste. Das Angebot ist tief in abteilungsübergreifende Prozesse eingebettet. Kunden, die ihre Projektdaten, CRM-Daten und Workflow-Daten auf einer Plattform konsolidiert haben, verlassen sie nicht leichtfertig.

Das Risiko: 👉Monday.com ist breiter aufgestellt als tiefe Vertikallösungen und damit angreifbarer. Die aktive Expansion ins CRM-Segment erhöht den adressierbaren Markt, aber auch den Wettbewerbsdruck. Das Kursziel der Analysten liegt bei 119,85 Dollar. Wer auf eine Neubewertung des gesamten Software-Sektors setzt, findet hier eine der vielleicht spannendsten Optionen.

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