Guten Morgen {{vorname}},

der S&P 500 zahlt so wenig Dividenden wie seit den 1800er-Jahren nicht mehr, und das ist kein Zufall. KI schluckt das Kapital, das früher an Aktionäre floss. Heute schauen wir uns an, was das für Dich als Dividendeninvestor bedeuten könnte.

Danach stellen wir Dir einige spannende Ausschütter vor, die alle im Juni ihren Ex-Tag haben – darunter ein staatlich abgesicherter Postkonzern, ein 25-jähriger Dividenden-Veteran und eine Rendite von über 11 %, bei der Du genau hinschauen solltest.

Empfiehl uns weiter auf X, Instagram, TikTok und Co. Nutze dafür am besten Deinen Referral-Link: {{ rp_refer_url }}

tl;dr

😍 Diese Wertpapiere zeigen wir Dir heute

Jetzt klicken und Zahlen checken:

Passives Einkommen

📉 Der stille Tod der Dividende? Schuld ist die KI

1,07 %. Das ist die aktuelle Dividendenrendite des S&P 500 – der niedrigste Stand seit mindestens den 1800er-Jahren. Zum Vergleich: Der langfristige Medianwert liegt bei 2,88 %, und selbst auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase im Jahr 2000 war die Rendite mit 1,09 % minimal höher. Die Frage, die sich jetzt stellt, ist keine akademische mehr: Ist die Dividende als Anlageprinzip strukturell erledigt?

Wer 2025 auf die verlässlichsten Dividendenzahler des US-Marktes gesetzt hat, saß im falschen Zug. Der S&P 500 Dividend Aristocrats Index (darin sind jene 69 Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben, darunter 👉Walmart, 👉Coca-Cola und 👉S&P Global) kam im vergangenen Jahr auf eine Gesamtrendite von 7,2 %. Der S&P 500 legte 18,4 % zu. Das Tragische daran: Die 7,2 % lagen sogar unter der Gesamtrendite einer zehnjährigen US-Staatsanleihe. Wer Sicherheit wollte, hätte schlicht Anleihen kaufen können.

Dabei steckt hinter dem Konzept eine einleuchtende Logik. Die Verpflichtung zur jährlichen Dividendenerhöhung zwingt das Management zu finanzieller Disziplin. Teure Übernahmen auf Pump, ein neues Konzernhauptquartier oder das Verbrennen von Kapital im neuesten Technologietrend – all das verträgt sich schlecht mit einer regelmäßigen Ausschüttungspflicht. Diese Unternehmen filtern sich damit selbst heraus. Sie sind konjunkturstabiler, weniger disruptionsanfällig und tendenziell profitabler als der Durchschnitt.

Das eigentliche Problem sitzt heute woanders: Das Kapital, das früher als Dividende ausgeschüttet wurde, wandert heute in Rechenzentren. Laut Goldman Sachs werden S&P-500-Unternehmen 2026 insgesamt 4,4 Billionen Dollar ausgeben. Die Investitionsausgaben wachsen dabei mit 17 % pro Jahr am schnellsten. Vor dem Launch von ChatGPT Ende 2022 flossen bei den großen Tech-Konzernen 63 % der Ausgaben in Capex und Forschung, 30 % in Aktienrückkäufe und Dividenden. Heute liegt die Capex-Quote bei 75 %.

Allein die 5 größten Hyperscaler (👉Amazon, 👉Microsoft, 👉Alphabet, 👉Meta und 👉Apple), die Cloud-Infrastruktur in industriellem Maßstab betreiben, planen 2026 zusammen über 600 Milliarden Dollar an Investitionsausgaben. Das ist ein Anstieg von 36 % gegenüber 2025. Die Bank of America hat ausgerechnet, dass diese Capex-Ausgaben mittlerweile 94 % der operativen Cashflows nach Dividenden und Rückkäufen verschlingen. Die Konzerne leihen sich den Rest: Allein 2025 emittierten die Top-5-Tech-Riesen 108 Milliarden Dollar an Anleihen.

Als wäre das nicht genug, steht 2026 eine IPO-Welle bevor, die den Dividendenanteil im Markt weiter verwässert. SpaceX strebt eine Bewertung von 1,5 Billionen Dollar an und könnte bereits im Juni an die Börse gehen. OpenAI wurde zuletzt mit 852 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang ist für die zweite Hälfte 2026 im Gespräch. Anthropic könnte im Oktober folgen. Keines dieser Unternehmen zahlt Dividenden, keines plant es in absehbarer Zukunft.

Screening

💰 Juni-Watchlist: Diese Aktien zahlen bald Dividende

Ein Möbelhändler mit 83 % Ausschüttungsquote. Ein Geldtransfer-Dinosaurier mit 11 % Dividendenrendite. Und ein italienischer Postkonzern, der vom Staat mit 64 % Anteil als politische Dividendengarantie aufgestellt wird. Wer sich durch die Juni-Watchlist arbeitet, findet Unternehmen aus vollkommen verschiedenen Welten, aber alle zahlen in den nächsten Wochen.

Beginnen wir mit dem stärksten Fundament: 👉Poste Italiane. Das Unternehmen wird oft als Postkonzern abgetan, dabei betreibt es vier Standbeine gleichzeitig. Logistik und Pakete, Finanzdienstleistungen über BancoPosta und PostePay, Versicherungen über Poste Vita, und zunehmend digitale Behördendienste über die akquirierte PagoPA-Plattform. Der Ex-Tag ist der 22. Juni.

Was 👉Poste Italiane von anderen Dividendenzahlern unterscheidet: Der italienische Staat hält 64 % der Anteile. Für das Fiskaljahr 2025 wurde die Dividende auf 1,25 Euro je Aktie erhöht. Das entspricht einem Plus von 16 %. Die Ausschüttungsquote liegt bei 73 %, was großzügig ist, aber durch ein Managementziel von über 2,3 Mrd. Euro Nettogewinn 2026 unterfüttert wird. 11 Jahre lang wurde die Dividende nie gesenkt, die aktuelle Rendite liegt bei 5,04 %. Der Netzwerkburggraben besteht aus 12.800 Filialen, von denen viele in ländlichen Regionen die einzige physische Finanzinfrastruktur darstellen. Das lässt sich kaum kopieren.

👉HP Inc. wirkt auf den ersten Blick wie ein Auslaufmodell der Digitalwirtschaft: Drucker, Toner, Laptops. Doch der Konzern hat 25 Jahre in Folge seine Dividende nicht gesenkt. Der Ex-Tag ist der 10. Juni, die aktuelle Rendite 5,29 % bei einer Ausschüttungsquote von knapp 38 %.

Das Druckergeschäft funktioniert nach dem Razor-Razorblade-Prinzip: Der Drucker ist der Rasierer, die Tintenpatrone ist die Klinge. 👉HP verkauft Hardware preiswert und verdient die eigentliche Marge auf den proprietären Verbrauchsmaterialien, die durch Patente und Chip-Systeme gegen Drittanbieter abgesichert sind. Das wirklich interessante Wachstumspotenzial liegt woanders: im KI-PC-Zyklus. Viele Unternehmens-PCs stammen aus der Pandemiezeit und stehen kurz vor dem Austausch. HP hat seine Workstation-Linie gezielt auf KI-Workloads ausgerichtet. Das strukturelle Risiko: Das Drucksegment schrumpft. Ob der KI-PC-Schub das ausgleicht, entscheidet über die nächsten Jahre.

11,06 % Dividendenrendite klingen verlockend. Bei 👉Western Union sind sie ein Signal, das man ernst nehmen sollte. Eine so hohe Rendite entsteht fast immer dadurch, dass der Kurs massiv gefallen ist, und nicht, weil das Unternehmen plötzlich großzügiger geworden ist. Ex-Tag ist der 16. Juni.

👉Western Union betreibt rund 500.000 Agentenpunkte weltweit für grenzüberschreitende Geldtransfers – physisch, langsam, etabliert. 20 Jahre ohne Dividendenkürzung, Ausschüttungsquote bei 47 %. Das klingt solide. Das Problem ist das Geschäftsmodell: Wise, Remitly und Revolut bieten dieselbe Leistung in Sekunden per App, oft zu einem Bruchteil der Gebühren. Das Agentennetzwerk und die Lizenzen in über 200 Ländern waren lange ein echter Burggraben. Heute sehen Analysten darin eher Fixkostenklotz als Wettbewerbsvorteil. Ein Blue-Sky-Szenario gibt es aber dennoch: Wenn Western Union die Digitalplattform schnell genug skaliert, bleibt die Dividende. Wenn nicht, könnte sie das nächste Opfer einer strukturellen Transformation sein. Das Dividendenwachstum der vergangenen fünf Jahre lag bei 0,87 %, also fast Stillstand.

👉Haverty Furniture Companies ist ein Name, den in Deutschland kaum jemand kennt – rund 100 stationäre Möbelgeschäfte im US-Südosten, ausgerichtet auf die gehobene Mittelklasse. Ex-Tag ist der 1. Juni. Die Dividendenrendite liegt bei 5,80 %, das Wachstum der letzten 5 Jahre bei 14,74 %.

Aber dann ist da diese Ausschüttungsquote von 83 %. Das bedeutet: Von jedem Euro Gewinn landen 83 Cent beim Aktionär. Das ist keine Katastrophe, solange die Gewinne stabil bleiben. 👉Havertys Schicksal ist direkt an den US-Immobilienmarkt gekoppelt. Wenn Häuser verkauft werden, werden Möbel gekauft. Sinkende Zinsen wären das beste Wachstumsrezept, steigende das schlimmste. Der stationäre Möbelhandel steht unter Dauerdruck von Wayfair und Ikea. Der persönliche Beratungsansatz von Haverty ist schwer digital zu replizieren, aber kein unüberwindliches Hindernis.

👉Acadian Timber aus Kanada bewirtschaftet rund 970.000 Hektar Forstland in New Brunswick und Maine – nachhaltig zertifiziert, langfristig verpachtet oder im Eigenbesitz. Das ist buchstäblich ein physischer Burggraben: Land lässt sich nicht herunterladen. Ex-Tag ist der 30. Juni, Rendite 6,63 %.

Das Dividendenwachstum liegt seit Jahren bei null. Die Quartalsdividende von 0,29 Kanadischen Dollar wird stabil gehalten, nicht erhöht. Das ist kein Fehler, sondern das Wesen eines reifen Forstunternehmens: Es schüttet aus, was der Wald abwirft. Das Blue-Sky-Potenzial steckt im US-Wohnungsbaudefizit und im wachsenden Bioenergiemarkt für Holznebenprodukte. Wenn Holzpreise steigen, profitiert Acadian überproportional. Wer Zyklizität und Währungsrisiken akzeptiert, bekommt dafür eine stabile Sachwert-Dividende.

👉Sixt ist der einzige Name auf unserer Liste mit einer echten Expansionsgeschichte. 2024 übersprang der Konzern erstmals die 4-Mrd.-Euro-Umsatzmarke. Die Dividende wurde auf 3,20 Euro je Vorzugsaktie erhöht, das ergibt rund 5 % Rendite. Das Dividendenwachstum von 131 % in 5 Jahren klingt extrem, erklärt sich aber vollständig durch die Corona-Lücke und die Nachholbewegung.

Der Burggraben von 👉Sixt ist die Marge. Mit einer EBITDA-Marge von rund 36 % übertrifft der Konzern Avis, Hertz und Enterprise deutlich. 98 % der neuen Fahrzeuge haben Rücknahmegarantien. Das eliminiert Restwertrisiken, die die Konkurrenz regelmäßig belasten. Das US-Geschäft wuchs zuletzt um 20 % pro Jahr, und die USA sind der weltgrößte Autovermietungsmarkt, auf dem Sixt noch weit von der Sättigung entfernt ist. Das Risiko: Konjunktursensitivität, sinkendes US-Konsumentenvertrauen. Aber nirgendwo auf dieser Liste erscheint die Kombination aus laufenden Ausschüttungen und organischem Wachstumspotenzial überzeugender.

Wie hat Dir der Newsletter gefallen?

Login or Subscribe to participate

Erstellung und Verbreitung: Dieser Beitrag wurde von einem Redakteur der Finanzen.net GmbH, Gartenstraße 67, 76135 Karlsruhe, erstellt. Wir, die Finanzen.net Zero GmbH, haben diesen Beitrag unverändert in diesem Mailing übernommen. Die Finanzen.net GmbH hat uns zugesichert, dass dieser Beitrag mit größter Sorgfalt erstellt und zuvor keinem anderen Empfängerkreis zugänglich gemacht worden ist.

Interessen und Interessenkonflikte: Der erstellende Redakteur hält Eigenpositionen an den besprochenen Finanzinstrumenten.

Die Finanzen.net ZERO GmbH profitiert wirtschaftlich davon, wenn Empfänger dieses Mailings die besprochenen Finanzinstrumente über unsere Brokerfunktion handeln.

Disclaimer: Wir, die Finanzen.net ZERO GmbH, übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der in diesem Beitrag enthaltenen Informationen. Dieser Beitrag stellt weder ein Angebot, eine Aufforderung zum Erwerb oder Verkauf eines Finanzinstruments, noch eine Empfehlung oder Anlageberatung dar. Eine Anlageentscheidung sollte keinesfalls ausschließlich auf die Informationen in diesem Beitrag gestützt werden. Geldanlagen in Finanzinstrumente sollten immer unter langfristigen Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung der persönlichen Kenntnisse, Erfahrungen, finanziellen Verhältnisse und Anlageziele getätigt werden. Anleger sollten bedenken, dass sie bei der Investition in Finanzinstrumente Verluste bis zum Totalverlust des investierten Kapitals (bei einigen Finanzinstrumenten sogar über das eingesetzte Kapital hinaus) erleiden können. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

Weiterlesen