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manchmal steckt mehr Börsenstoff in einer Tafel Schokolade als in einem ganzen Sektor. Wer hätte gedacht, dass eine einzelne Kakaobohne ganze Konzerne in die Knie zwingen kann – und gleichzeitig die attraktivsten Einstiegschancen seit Jahren schafft?
Diese Ausgabe dreht sich um Snacks, Dividenden und die Frage, wann der Turnaround im Süßwarensektor wirklich beginnen könnte. Wir schauen uns Mondelez genau an, vergleichen die stärksten Namen im Sektor und zeigen, welcher Burggraben tatsächlich hält, wenn der Rohstoffmarkt verrückt spielt. Viel Erfolg!
tl;dr
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🐰 Osterpause
Wir verabschieden uns zum 3. April in eine kurze Newsletter-Pause, um neue Investment-Ideen zu finden, spannende Unternehmen zu analysieren und ein paar Kennzahlen auf den Zahn zu fühlen. Aktien zum Frühstück pausiert in dieser Zeit.
Am 13. April 2026 sind wir wieder für Dich da. Bis dahin wartet in unserem Archiv noch so manche Überraschung auf Dich.
Wunschanalyse
🍫 Kakaoschock und Comeback: Mondelez vor dem Wendepunkt?
Der Nettogewinn von 👉Mondelez halbierte sich 2025 fast auf einen Schlag. Nicht durch einen Managementfehler, nicht durch schlechte Strategie, sondern wegen der braunen Bohne selbst. Der Kakaopreis erreichte im Januar 2025 ein Allzeithoch von 10,75 US-Dollar pro Kilogramm, die internen Kakaokosten des Konzerns stiegen im Jahresvergleich um 91 %.
👉Mondelez International existiert in seiner heutigen Form erst seit 2012. Damals spaltete sich das internationale Snackgeschäft von Kraft Foods ab – mit der klaren strategischen Überzeugung, dass Kekse, Schokolade und gebackene Snacks international schneller wachsen als klassische Lebensmittelkategorien. Die Entscheidung hat sich als richtig erwiesen. Heute hält Mondelez beim globalen Keksmarkt, einem Markt mit rund 104 Milliarden US-Dollar Volumen, einen Anteil von 17 %. Der nächstgrößte Wettbewerber 👉Campbell’s kommt auf gerade einmal 3 bis 4 %.
Im Schokoladenmarkt mit rund 112 Milliarden US-Dollar Volumen belegt Mondelez mit etwa 12 % Anteil Platz zwei – hinter Mars, aber vor 👉Nestlé und 👉Hershey. Marken wie Milka, Cadbury und Toblerone sorgen für emotionale Bindung, die sich in Zahlungsbereitschaft übersetzt. Genau das macht das Geschäftsmodell so robust.
Der Gesamtumsatz stieg 2025 um 5,8 % auf 38,5 Milliarden US-Dollar. Klingt gut. Das Problem dahinter: Die Produktionskosten kletterten um fast 25 % auf 27,6 Milliarden US-Dollar. Wer mehr einnimmt, aber noch mehr ausgibt, verliert an Marge. Der Nettogewinn brach um rund 45 % auf 2,5 Milliarden US-Dollar ein, der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) sank um 14,6 % auf 2,92 US-Dollar. Im dritten Quartal allein fiel die Bruttomarge um 1.010 Basispunkte auf 30,4 % – ein Einbruch, der die Investoren verständlicherweise nervös machte.
Das Wachstum, das es gab, kam fast ausschließlich aus Preiserhöhungen. Das organische Umsatzwachstum lag bei 4,3 % – aber das Absatzvolumen sank gleichzeitig um 3,7 %. Teurer geworden, weniger verkauft. Besonders in Europa war der Kontrast deutlich: Im vierten Quartal erhöhte Mondelez die Preise um 15,7 %, das Volumen gab parallel um 7,4 % nach.
Das zentrale Argument der Bullen: Die Kakaokrise war wohl eher ein Sonderfall. Das Defizit am Weltmarkt in der Saison 2023/24 war mit 494.000 Tonnen das größte seit mehr als 60 Jahren. Inzwischen dreht sich das Bild. Die International Cocoa Organization prognostiziert für die Saison 2025/26 einen globalen Überschuss von rund 175.000 Tonnen. ING Commodities Research erwartet einen durchschnittlichen Londoner Kakaopreis von 3.400 Pfund pro Tonne für 2026 – historisch noch erhöht, aber deutlich unter den Extremwerten. 👉Mondelez selbst plant für 2026 keine weiteren Preiserhöhungen mehr, um die Absatzmengen wieder zu stabilisieren. Das organische Umsatzwachstum soll bei bis zu 2 % liegen, der Free Cashflow bei rund 3 Milliarden US-Dollar – und genau dieser Cashflow finanziert die Dividende.
👉Mondelez gehört zu den Unternehmen, die ihre Ausschüttung nicht nur zahlen, sondern verlässlich erhöhen. Seit 12 aufeinanderfolgenden Jahren steigt die Dividende, in den vergangenen 5 Jahren im Schnitt um 10 % pro Jahr. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei rund 3,6 %. Doch der eigentlich interessante Vergleich ist ein anderer: Der Zehnjahresschnitt der Rendite liegt bei nur 2,3 %. Die höhere Rendite heute erklärt sich nicht durch eine großzügigere Dividendenpolitik, sondern durch den gesunkenen Aktienkurs bei gleichzeitig weiter gestiegener Ausschüttung. Wer heute einsteigt, bekommt also historisch viel für sein Geld.
Die Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der als Dividende ausgezahlt wird, liegt im Dreijahresdurchschnitt bei fast 60 %. Das ist gesund: genug Puffer für Investitionen, genug Spielraum für weitere Erhöhungen. Dazu kaufte Mondelez 2025 eigene Aktien im Umfang von mehreren Milliarden zurück und reduzierte die Stückzahl um 3,1 % auf 1,29 Milliarden. Der Effekt: Der Gewinn verteilt sich auf weniger Aktien, was die Rendite pro Anteil strukturell steigert.
Das Forward-KGV liegt bei rund 17,7, gegenüber einem Zehnjahresdurchschnitt von 24. Wer den Konzern zum historischen Mittel bewertet hätte, hätte deutlich mehr bezahlt. Viele Analysten sehen hier eine recht gute Einstiegschance.
Es gibt aber auch Risiken: GLP-1-Abnehmmedikamente wie Ozempic oder Wegovy sind mehr als ein Hype: 70 % der Nutzer berichten, weniger zu snacken, EY-Parthenon schätzt die mögliche Marktbelastung über 10 Jahre auf bis zu 12 Milliarden US-Dollar. Das wirkt durchaus als struktureller Gegenwind.
Hinzu kommen Wechselkursrisiken, Handelsmarken-Konkurrenz und die Tatsache, dass der Turnaround bei den Volumina noch aussteht. Das Analysten-Konsensziel liegt bei 68 US-Dollar – rund 45 % über dem aktuellen Kurs. 64 % der Wall-Street-Analysten empfehlen Kauf, 32 % Halten. Wer auf günstigere Einstiegspunkte wartet: Ein KGV von 15 oder eine Dividendenrendite von 4 % wären, nach Meinung mancher Kenner, die natürlichen Trigger-Zonen, zum erneuten Hinschauen.
Peers
🍮 4 Wege, in Schokolade zu investieren: Welcher passt zu Dir?
👉Barry Callebaut beliefert Mondelez, 👉Nestlé und 👉Hershey gleichzeitig. Wer also in Schokolade investieren will, kann das auf mindestens vier verschiedene Arten tun – mit vollkommen unterschiedlichen Risikoprofilen, Renditechancen und Burggräben. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht nur: Welches Unternehmen gefällt mir am besten? Sondern: Auf welchen Teil der Wertschöpfungskette will ich setzen, und wie direkt will ich am Kakao-Zyklus hängen?
👉Nestlé ist mit 98,5 Milliarden Franken Jahresumsatz der weltgrößte Lebensmittelkonzern und bietet gleichzeitig eine der günstigsten Bewertungen seit Jahren. Der Kurs liegt rund 35 % unter dem Höchststand von 2022. Morningstar vergibt 4 von 5 Sternen und schätzt den fairen Wert rund 15 % über dem aktuellen Kurs. Das Forward-KGV liegt bei 17,3, die Dividendenrendite bei rund 4 % – höher als bei Mondelez. Seit 28 Jahren wurde die Dividende ununterbrochen erhöht, ohne Ausnahme.
Das Unternehmen ist gerade im tiefgreifendsten Umbau seit Jahrzehnten. Der neue CEO Philipp Navratil fokussiert das Portfolio auf vier Kernbereiche: Kaffee (Nescafé, Nespresso), Tiernahrung (Purina), Ernährung und Food & Snacks (KitKat, Maggi). Die restlichen Bereiche werden verkauft: Eis geht an Froneri, das Wassergeschäft steht ebenfalls zur Disposition. Die bereinigte operative Marge sank 2025 auf 18 %, während 16.000 Stellen abgebaut wurden. Kurzfristig schmerzt das. Mittelfristig überzeugt der Gedankengang viele Analysten: Ein schlankeres 👉Nestlé mit höheren Margen in den Kernkategorien sei mehr wert als ein träger Alleskönner.
👉Lindt wuchs 2025 organisch um 12,4 % auf 5,92 Milliarden Schweizer Franken – trotz Preiserhöhungen von durchschnittlich 19 %. Das Volumen sank dabei nur um 4,6 %. Diese Zahl erzählt viel über den Burggraben: Wer Lindt kauft, kauft nicht nach Preis. Er kauft Emotion, Ritual, Prestige. Kantar BrandZ kürte Lindt 2025 zur wertvollsten Schokoladenmarke der Welt.
Genau deshalb ist 👉Lindt, laut den Analysten von Berenberg, der Hauptnutznießer sinkender Kakaopreise: Die Preiserhöhungen bleiben, die Inputkosten sinken, die Marge explodiert nach oben. Die Dividende wurde für 2026 um 23 % angehoben.
Die Dividendenrendite liegt aber dennoch nur bei 1,2 bis 2 %. Lindt ist also kein Einkommenswert, sondern eher ein hochqualitativer Wachstumstitel.
👉Hershey sieht auf den ersten Blick attraktiv aus: 2,5 % Dividendenrendite, starke US-Marken wie Reese’s und Kisses, Morningstar-Rating „Wide Moat“. Aber dann kommt die Zahl, die Du nicht ignorieren solltest: Die Ausschüttungsquote – also der Anteil des Gewinns, der als Dividende ausgezahlt wird – liegt bei 128 %. Hershey zahlt mehr aus, als es verdient. Das ist kurzfristig durch Reserven finanzierbar, aber kein tragfähiges Modell für Dividendenwachstum.
Der Hintergrund: Zwischen 2023 und 2025 brach der Nettogewinn um rund 60 % ein, der bereinigte Gewinn je Aktie fiel von 9,59 auf 6,31 US-Dollar. Für 2026 erwartet das Management eine Erholung auf 8,20 bis 8,52 US-Dollar. Das wäre ein Plus von 30 bis 35 %. Die Aktie von 👉Hershey ist seit Jahresbeginn 2026 bereits um fast 19 % gestiegen.
Hinzu kommt jedoch ein strukturelles Problem: 90 % des Umsatzes kommen aus Nordamerika. Das Salty-Snacks-Abenteuer mit Amplify und Dot’s Pretzels kämpft direkt gegen Frito-Lay – einen Wettbewerber mit deutlich überlegenem Distributionsnetz. Experten sehen hier eher einen Turnaround-Trade, aber keinen komfortablen Langläufer.
Wer das volle Aufwärtspotenzial der Kakao-Normalisierung abgreifen will, kommt an 👉Barry Callebaut vermutlich kaum vorbei. Jeder vierte Schokoriegel weltweit enthält Zutaten des Schweizer B2B-Zulieferers. Der Gewinn je Aktie soll im laufenden Geschäftsjahr um 61 % auf 54,60 Franken steigen. Das BC-Next-Level-Programm investiert 500 Millionen Franken in Effizienz und zielt auf jährliche Einsparungen von 250 Millionen Franken. 80 % der Maßnahmen sind bereits angestoßen. Gleichzeitig investiert Barry Callebaut 375 Millionen Euro in seine europäischen Kernwerke.
Der Burggraben ist sehenswert: Wer sein Schokoladenoutsourcing einmal auf Barry-Callebaut-Systeme aufgebaut hat, wechselt wahrscheinlich nicht. Kein Wettbewerber kommt auch nur annähernd an die Produktionskapazitäten heran. Als Bonbon entwickelt das Unternehmen mit ChoViva sogar eine kakaofreie Alternative – eine strategische Absicherung für den Fall dauerhaft knapper Ernten. Aber: Barry Callebaut zahlt keine relevante Dividende.
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