🚩 IPO = Abzocke? Warum Du mit frischen Aktien oft nur den Exit der Profis finanzierst

Insider kassieren ab und Du zahlst die Zeche? Wir klären auf, wie IPOs wirklich funktionieren und wo die Renditefallen lauern.

Guten Morgen ,

mit nur einem Klick bist Du dabei, wenn die nächste große Aktie das Licht der Welt erblickt. Doch der Weg aufs Parkett ist ein komplexes Spiel mit ganz eigenen Regeln.

🏦 Hinter den Kulissen ziehen mächtige Investmentbanken die Fäden und inszenieren den perfekten Auftritt. Es geht um gewaltige Summen, geschickte Vermarktung und oft auch um den schnellen Ausstieg früherer Investoren. Wer dabei wirklich profitiert, merkst Du meist erst, wenn die erste Euphorie verflogen ist.

🧐 In unserem heutigen Report nehmen wir den Mythos IPO auseinander. Wir zeigen Dir, warum manche Kurse sofort explodieren, während andere wie ein Stein zu Boden fallen. Viel Spaß beim Entdecken der nackten Fakten!

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Amazon

Heute rückt Amazon in den Fokus, weil die brandaktuellen Street-Sentiment-Daten eine überwältigend bullische Analystenlage zeigen:

Von 71 Analysten decken fast alle die Aktie mit Buy oder Strong Buy ab – nur ein einziges Hold, kein einziger Sell.

Die Median-Kursprognose wurde zuletzt deutlich nach oben adjustiert, was weiterhin 20 %+ Upside gegenüber dem aktuellen Kurs impliziert.

Warum das jetzt wichtig ist:  Nach einer Phase der Seitwärtsbewegung in den letzten Monaten hat sich die Narrative bei AMZN klar verschoben:

AWS bleibt Kernwachstumsmotor – Cloud & KI-Infrastruktur treiben Margen und Cash-Flows in 2026, während Retail stabil bleibt.

  • Analysten betonen, dass die Aktie nicht überkauft ist, sondern in einer Konsolidierungsbasis steckt, was typischerweise der Startpunkt für Breakouts ist, wenn ein Katalysator z. B. die am 05.02.2026 anstehenden Earnings hinzukommt.

Trading-Relevanz: Dieses Analystensignal ist nicht nur ein Rating – es spiegelt breite, konsistente Buy-Überzeugung wider, die auch unabhängig von kurzfristigen Volatilitäten funktioniert.

  • Mit Earnings am Horizont und starken Cloud-Faktoren im Hintergrund ist das Bullish-Setup signifikant höher gewichtet als in vielen anderen Tech-Names.

Kurz gesagt:  Investoren könnten Amazon als Lead-Name im Tech-&-Cloud-Sektor vor einem zweiten Anlauf sehen – einer Bewegung, die aus Fundamentalkraft + Analystenüberzeugung gespeist wird.

Börsengänge

🚀 IPO Essentials: Dein Wegweiser von der ersten Idee bis zum Börsenparkett

🚀 Hast Du Dich jemals gefragt, wie aus einer privaten Firma plötzlich ein börsennotierter Gigant wird, dessen Anteile Du mit einem Klick auf Zero kaufen kannst? Willkommen in der Welt des IPOs, der „Initial Public Offerings“, was nichts anderes bedeutet als die Erstemission einer Aktie, also das allererste Mal, dass ein Unternehmen Anteile öffentlich an einer Börse anbietet. Es ist der Moment, in dem die breite Masse der Anleger die Chance bekommt, Miteigentümer zu werden und an der zukünftigen Wertsteigerung zu partizipieren. Doch bevor die erste Aktie über den Ladentisch geht, läuft im Hintergrund ein gewaltiger Prozess ab, den man als Privatanleger oft gar nicht mitbekommt.

🏦 Wenn ein Unternehmen den Schritt an die Börse wagt, tut es das selten allein, sondern holt sich prominente Schützenhilfe von Investmentbanken, wobei Namen wie Goldman Sachs, JPMorgan oder die Deutsche Bank die Szene dominieren. Diese Banken agieren als Begleiter und Vermittler, die das Unternehmen auf Herz und Nieren prüfen und den gesamten Prozess steuern. Die Wahl des richtigen Bankenkonsortiums, also eines Zusammenschlusses mehrerer Banken zur Risikoverteilung, ist dabei erfolgsentscheidend, denn große Player wie Goldman Sachs haben zwischen 2001 und 2025 bereits 272 IPOs in den USA begleitet und dabei eine durchschnittliche Ersttagsrendite von stolzen 27,6 % erzielt.

🛣️ Bevor es ernst wird, startet die sogenannte Roadshow, eine Art Werbetournee, bei der das Management und die Banken vor institutionellen Investoren wie Fondsmanagern oder Pensionskassen auftreten, um für das Unternehmen zu werben. Hier wird die „Equity Story“ verkauft, also die Argumentation, warum genau dieses Unternehmen eine glänzende Zukunft vor sich hat. Parallel dazu beginnt die Zeichnungsfrist, jener Zeitraum, in dem potenzielle Investoren ihre Kaufgebote innerhalb einer vorher festgelegten Preisspanne abgeben müssen. Dieser Prozess wird Bookbuilding genannt, da hierbei ein Orderbuch gefüllt wird, um den optimalen Marktpreis zu ermitteln.

🏷️ Erst ganz am Ende dieser Phase, oft nur wenige Tage vor dem eigentlichen Börsengang, wird der endgültige Startpreis sowie das genaue Datum bekannt gegeben. Dabei spielt das sogenannte Underpricing eine zentrale Rolle, was die positive Differenz zwischen dem Emissionspreis und dem ersten Schlusskurs beschreibt. In den USA lag diese Ersttagsrendite historisch im Schnitt bei 18,8 %, während sie in Hype-Jahren wie 2020 sogar auf 26 % kletterte. 

🚪 Warum nehmen Firmen diesen Stress überhaupt auf sich? Ein Hauptgrund ist der „Exit“ für Risikokapitalgeber, die sogenannten Venture-Capitalists (VCs). Diese Investoren sammeln Geld von Partnern ein, um es für etwa 10 bis 12 Jahre in Start-ups zu stecken und am Ende mit satter Rendite zurückzugeben. Der Börsengang ist für sie der optimale Kanal, um ihre Anteile in Bargeld zu verwandeln. Interessanterweise ist der Anteil der IPOs an den Exits von „Unicorns“, also Start-ups mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar, massiv gesunken: von 83 % im Jahr 2010 auf nur noch 11 % im Jahr 2024.

🔑 Auch für Mitarbeiter ist der IPO ein spannender Tag, da Aktienoptionen oft ein fester Bestandteil ihres Gehalts sind, um sie zu motivieren, das Unternehmen zum Erfolg zu führen. Vor dem Börsengang sind diese Anteile kaum zu Geld zu machen, doch mit dem Listing, also der offiziellen Notierung an der Börse, ändert sich das schlagartig. Theoretisch könnten sie ab Tag eins verkaufen, doch hier schiebt die sogenannte Lock-up-Periode einen Riegel vor. Diese Sperrfrist dauert in der Regel zwischen 90 und 180 Tagen und verhindert, dass Altaktionäre ihre Papiere sofort auf den Markt werfen, was den Kurs massiv unter Druck setzen würde.

🩴 Ein prominentes Beispiel für einen durch Finanzinvestoren getriebenen Börsengang ist das deutsche Traditionsunternehmen Birkenstock. Im Jahr 2021 übernahm die Gesellschaft L Catterton die Mehrheit bei einer Bewertung von etwa 4 Milliarden Euro. Nur zwei Jahre später, im Jahr 2023, erfolgte der IPO zu einer Bewertung von über 8,64 Milliarden Dollar – eine Verdopplung innerhalb kürzester Zeit. Typisch für solche „Private-Equity-backed IPOs“ ist der Einsatz von viel Fremdkapital, um die Eigenkapitalrendite zu hebeln, was oft dazu führt, dass die Unternehmen mit einem beachtlichen Schuldenberg an die Börse kommen. Bei Birkenstock flossen 495 Millionen Dollar der Emissionserlöse direkt in die Tilgung dieser Schulden.

🛡️ Um den Kurs nach dem ersten Handelstag zu stützen, nutzen Banken oft die Greenshoe-Option, auch Mehrzuteilungsoption genannt. Hierbei dürfen die Banken bis zu 15 % mehr Aktien verkaufen, als ursprünglich geplant waren. Wenn der Kurs nach dem IPO fällt, kaufen die Banken Aktien am Markt zurück, um den Preis zu stabilisieren; steigt der Kurs hingegen, üben sie die Option aus und beziehen die zusätzlichen Aktien zum Emissionspreis vom Unternehmen. Studien zeigen, dass diese Methode die Wahrscheinlichkeit eines Kursabsturzes am ersten Tag um beachtliche 72 % reduziert.

📊 Dass ein IPO kein billiges Vergnügen ist, zeigen die nackten Zahlen: Die Bankengebühren verschlingen in Deutschland oft 6 bis 12 % des gesamten Emissionserlöses. Bei einem mittelständischen Börsengang von 100 Millionen Euro können die Gesamtkosten inklusive Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung und Börsengebühren schnell bei 9,5 Millionen Euro liegen. Und damit nicht genug, denn nach dem IPO fallen jährlich mehrere hunderttausend Euro für die laufende Notierung, Geschäftsberichte und die Investor Relations, also die Pflege der Aktionärskontakte, an. Der Schritt aufs Parkett will also wohlüberlegt sein.

Unter der Lupe

🧐 It’s probably overpriced: Ist die Skepsis gegenüber IPOs statistisch berechtigt?

🏗️ Schauen wir uns nun an, warum manche Unternehmen sich lieber aufspalten, bevor sie an die Börse gehen. Ein beliebtes Instrument ist der Spin-off, also die Ausgliederung eines Unternehmensteils in eine eigenständige Aktiengesellschaft. Das Ziel ist oft die Vermeidung eines Holdingabschlags. Dieser tritt auf, wenn Investoren einen Mischkonzern niedriger bewerten als die Summe seiner Einzelteile, weil die Komplexität des Gesamtgebildes zu hoch für eine präzise Analyse ist. Man spricht hierbei von der „Sum of the Parts“-Bewertung.

🚄 Ein Meister dieser Strategie ist Siemens. Der Konzern hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich in „einzelne Schnellboote“ zerlegt. Durch die Börsengänge von 👉Siemens Energy und 👉Siemens Healthineers entstanden eigenständige Einheiten, die heute zusammen deutlich mehr wert sind als das alte Konglomerat. Das Managementteams dieser Firmen kann nun viel schneller auf Trends reagieren, da sie nicht mehr im starren Gefüge der Muttergesellschaft feststecken. Siemens Healthineers zum Beispiel ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 50 Milliarden Euro ein echter Schwergewichtler im Bereich der Medizintechnik geworden.

🧪 Manchmal dient ein Spin-off auch dazu, dem angestaubten Image einer Muttergesellschaft neuen Glanz zu verleihen. So brachte ThyssenKrupp Ende 2023 seine Wasserstofftochter 👉Nucera an die Börse. Die Hoffnung war, den Hype um Wasserstoff-Aktien wie 👉Plug Power zu nutzen, um die Gesamtbewertung des Stahlriesen nach oben zu treiben. Doch die Realität ist ernüchternd: Während Nucera operativ zwar Fortschritte macht, blieb der erhoffte Kurseffekt bisher aus. Das zeigt dir deutlich, dass ein Trend-Thema allein noch keine Erfolgsgarantie an der Börse ist.

🪟 Ein entscheidender Begriff für Profis ist das IPO-Fenster. Damit sind Zeiträume gemeint, in denen das Marktumfeld besonders günstig für Börsengänge ist. Im extremen Hype-Jahr 2021 war dieses Fenster sperrangelweit offen: Fast 3.000 Unternehmen wagten weltweit den Schritt, viele davon waren jedoch hochgradig unprofitabel. Als die Zinsen 2022 stiegen, schlug das Fenster mit Wucht zu. Plötzlich war nicht mehr das Umsatzwachstum entscheidend, sondern die Profitabilität. Wer kein Geld verdiente, bekam keine Anschlussfinanzierung mehr, und die Zahl der Börsengänge halbierte sich 2023 auf unter 1.500.

🚗 Wenn es schnell gehen muss, wählen manche Firmen den Weg durch die Hintertür: den SPAC. SPAC steht für „Special Purpose Acquisition Company“ und bezeichnet eine leere Mantelfirma, die bereits an der Börse gelistet ist und nur dazu dient, eine reale Firma zu übernehmen. Für das Zielunternehmen ist das oft günstiger und schneller als ein klassischer IPO. Doch Vorsicht: Für Anleger war dies oft ein Desaster. Prominente Beispiele wie 👉Lucid Motors (-78 %), Ginkgo Bioworks (-98 %) oder 👉Nikola Motors (-99 % seit IPO) zeigen, dass diese Abkürzung schnell ins Nirwana führen kann.

🎶 Eine elegantere Alternative ist das Direct Listing, wie es 👉Spotify oder 👉Airbnb vorgemacht haben. Hierbei werden keine neuen Aktien ausgegeben und somit kein frisches Kapital eingesammelt. Stattdessen wird lediglich der Weg geebnet, damit bestehende Aktien der Mitarbeiter und Altinvestoren an der Börse gehandelt werden können. Der Vorteil: Es gibt keine Sperrfristen und keine Verwässerung durch neue Anteile. Es ist der fairste Weg für eine Liquidität, setzt aber eine bereits sehr bekannte Marke und eine starke Kapitalbasis voraus.

🤨 „IPO = It’s probably overpriced.“ Diese alte Börsenweisheit besagt, dass Börsengänge oft zu teuer sind. Skeptiker glauben, dass Banken und Management die Braut vor der Hochzeit besonders hübsch schmücken, also die Zahlen auf Hochglanz polieren, um einen maximalen Preis zu erzielen. Tatsächlich zeigen Daten, dass rund 21 % aller US-IPOs zwischen 2000 und 2020 negative Ersttagsrenditen aufwiesen. Langfristig betrachtet ist das Bild jedoch durchwachsen und erfordert einen genauen Blick auf jedes einzelne Unternehmen.

📈 Schauen wir uns die Fakten der letzten Jahre an: 👉Pinterest (IPO 2019) liegt heute rund 25 % im Plus, während 👉Uber (IPO 2019) sogar um 46 % zulegen konnte. Echte Überflieger sind 👉Snowflake und 👉Airbnb (beide IPO 2020), die ihren Wert seit dem Börsengang verdoppeln konnten. Auf der anderen Seite steht UiPath (IPO 2021) mit einem herben Minus von 50 %. Ein Warnsignal war hier das massiv sinkende Umsatzwachstum, das beim Börsengang noch bei 81 % lag und zuletzt auf magere 10 % (TTM, also in den vergangenen zwölf Monaten) eingebrochen ist.

📉 In Deutschland sieht es aktuell eher mau aus. Im Jahr 2024 gab es nur vier Börsengänge im Prime Standard, dem Segment mit den höchsten Transparenzanforderungen. Die Prominentesten waren die Parfümeriekette 👉Douglas und der Wissenschaftsverlag 👉Springer Nature. Beide Unternehmen haben eines gemeinsam: Sie sind hoch verschuldet. Da deutsche IPOs der letzten Jahre im Schnitt rund 23,6 % schlechter abschnitten als der Marktindex CDAX, ist die Zurückhaltung vieler Anleger verständlich.

🧐 Was solltest Du also tun, wenn ein neues Unternehmen an die Börse drängt? Erstens: Prüfe das Emissionsmotiv. Geht das Geld in das Wachstum (gut) oder dient der IPO nur dazu, Schulden zu tilgen oder Altinvestoren auszuzahlen (Vorsicht)? Zweitens: Achte auf die Profitabilität, besonders in Zeiten hoher Zinsen. Drittens: Sei Dir der Lock-up-Fristen bewusst; oft gibt es nach 180 Tagen einen Kursrücksetzer, wenn Insider verkaufen dürfen. Ein Börsengang ist eine spannende Chance, aber kein garantierter Gewinn – bleib also wachsam und lass Dich nicht allein vom Hype anstecken!

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