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die Rohstoffmärkte 2025 liefern ein faszinierendes Bild voller Gegensätze. Während Gold neue Rekorde feiert, scheint Öl in einer Abwärtsspirale gefangen zu sein. Chancen und Risiken liegen vielleicht enger beieinander als je zuvor.
🥇 Vor wenigen Tagen erreichte der Goldpreis ein Allzeithoch von 3.788,33 US-Dollar je Unze – der zehnte Rekordwert allein in diesem September. Der schwächelnde US-Dollar und geopolitische Spannungen haben das Edelmetall in ungeahnte Höhen getrieben. Das Momentum spricht eine klare Sprache.
Erinnert mich an meine erste richtige Goldkrise 2008: Damals dachte ich noch, bei 1.000 Dollar sei das Edelmetall überbewertet. Dann kam Lehman Brothers, Gold fiel auf 692 Dollar – und ich war mir plötzlich nicht mehr so sicher. Was folgte, war eine der wertvollsten Lektionen meiner Analystenzeit: Gold verkauft sich in Liquiditätskrisen mit allem anderen zusammen, erholt sich aber als Erstes. Wer damals bei 700 Dollar eingestiegen ist, hat bis 2012 fast +140 % gemacht. Seitdem weiß ich: Bei Gold geht es nicht um „teuer“ oder „billig“ – es geht um Geduld.

Auch Zentralbanken und Investoren sind kräftig eingestiegen: Allein im ersten Quartal 2025 kauften Anleger 552 Tonnen Gold – deutlich mehr als Zentralbanken oder Schmuckindustrie. Hier wird es interessant: Trotz dieser Rallye wirken Goldminenaktien wie Newmont oder Barrick alles andere als überhitzt. Mein Blick auf die Zahlen zeigt, dass viele Minengesellschaften solide finanziert sind und attraktive Bewertungen bieten.
📌 Rohstoffaktien folgen einem klaren Muster: In Hochpreisphasen wirken sie billig, in Schwächephasen teuer. Es riecht nach Burggraben, wenn Produzenten dank niedriger Kosten auch in schwierigen Marktphasen profitabel bleiben. Aber: Vorsicht, Vola-Achterbahn voraus – Gold bleibt ein Asset, das sich in beide Richtungen schnell bewegen kann.
Mein Fazit für Deinen Depot-Check: Gold bleibt auch in diesen kommenden Monaten ein Schlüsselfaktor – ob als Sicherheitsanker oder als Rendite-Turbo, hängt von Deiner Risikoneigung ab.
Viel Spaß mit der heutigen Ausgabe!
Henning Lindhoff
Investmentanalyst & Autor
tl;dr
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Die Kennzahl beschreibt den Renditeabstand (Spread) zwischen Junk Bonds und sicheren Staatsanleihen und zeigt damit, wie risikofreudig Anleger sind. Quelle: CNN
Passiv anlegen
🌍 Gold clever spielen: Zwei ETFs, zwei Strategien
Wenn es um Gold geht, haben Anleger die Qual der Wahl: Willst Du direkt am glänzenden Metall teilhaben – oder lieber an den Unternehmen, die es aus der Erde holen? Zwei spannende ETFs zeigen, wie unterschiedlich der Zugang zum Edelmetall sein kann.
🥇 Amundi Physical Gold ETC – das pure Goldgefühl
Dieser ETC ist so nah am Goldbarren, wie es an der Börse nur geht. Jeder Anteil ist durch physisches, individuell zugeteiltes Gold gedeckt, verwahrt von der HSBC. Das Fondsvolumen liegt bei stolzen 8,7 Mrd. US-Dollar, die laufenden Kosten betragen 0,12 % – ziemlich günstig für einen physischen Rohstoffzugang.
Seit September 2019 konnte der Amundi-ETC eine Performance von 130 % erzielen, bei einer Volatilität von rund 15 %. Der Tracking Error ist minimal, die Abweichung zum Referenzindex (LBMA Gold Price PM USD) kaum spürbar. Wer hier investiert, erhält eine einfache, liquide und kosteneffiziente Möglichkeit, Gold als Diversifikations- und Krisenschutz ins Depot zu holen. Die Kehrseite: keine Dividenden, keine laufenden Erträge – und Schwankungen des US-Dollars schlagen voll durch.

⛏️ VanEck Gold Miners UCITS ETF – Hebel auf den Goldpreis
Wer mehr Nervenkitzel will, greift zum VanEck Gold Miners ETF. Statt Barren hält er 62 Gold- und Silberminenaktien weltweit – von Newmont (13,7 %) über Barrick (7,2 %) bis zu AngloGold Ashanti (4,3 %). Mit 0,53 % TER ist er teurer als der Amundi-ETC, dafür winkt ein deutlich höheres Renditepotenzial.
2025 zeigt das Wirkung: 85 % Rendite, langfristig fast +293 % seit Auflage. Aber Vorsicht: Die Volatilität liegt bei 30 %, der maximale Jahresverlust bei 19,7%. Goldminen reagieren überproportional auf den Goldpreis – in guten Zeiten ein Turbo, in schwachen Zeiten ein Absturz. Zudem spielen politische Risiken und steigende Förderkosten eine große Rolle.

📌 Also: Beide Produkte erfüllen unterschiedliche Rollen. Der Amundi-ETC ist der ruhige Fels im Depot – reines Gold, niedrige Kosten, klare Absicherung. Der VanEck-ETF ist das eher spekulative Pendant – mit hoher Hebelwirkung, aber auch hohem Risiko. Wer langfristig diversifizieren will, startet mit physischem Gold. Wer mutiger ist und auf steigende Goldpreise setzt, bekommt mit Minenaktien den vollen Adrenalinkick.
Ich persönlich mag das haptische Gefühl von Münzen und Barren. Aber wie investierst Du am liebsten in Gold?
Spannende Aktien
🪙 Diese Minenriesen solltest Du kennen
Gold erlebt 2025 eine der spannendsten Phasen seit Jahrzehnten. Mit Preisen von fast 3.800 US-Dollar je Unze feiern die Produzenten Rekorde – und Anleger profitieren mit. Doch Goldaktie ist nicht gleich Goldaktie. Wir werfen einen Blick auf drei Schwergewichte der Branche: Newmont, Barrick Gold und AngloGold Ashanti.
🥇 Newmont Corporation – der Weltmarktführer
Newmont ist der unangefochtene Riese der Branche. Mit 5,9 Mio. Unzen geplanter Produktion im Jahr 2025 und starken Q2-Zahlen (1,5 Mio. Unzen) übertraf der Konzern die Erwartungen deutlich.
Finanziell steht Newmont glänzend da: 5,32 Mrd. Dollar Umsatz (9,9 % über Schätzung), 1,7 Mrd. Dollar Free Cashflow und satte 6,2 Mrd. Dollar an liquiden Mitteln. Die Verschuldung ist niedrig (Debt-to-Equity 0,23), gleichzeitig läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd. Dollar. On top gibt’s eine Dividende von 0,25 Dollar je Aktie.
Mit Produktionssteigerungen in Nevada (+11 %) und Pueblo Viejo (+29 %) zeigt Newmont, wie stark operative Exzellenz aussieht. Auch der Aktienkurs macht Freude: +45 % auf Jahressicht, nahe Allzeithoch. Für langfristige Investoren ist Newmont die solide Basis im Goldsektor.

⛏️ Barrick Mining – der Diversifikationschampion
Barrick glänzt nicht nur mit Gold, sondern auch mit Kupfer. 2025 liefert das Unternehmen den höchsten Quartalsgewinn seit 2013. Analysten sind optimistisch: 13 von 17 empfehlen „Kaufen“, mit Kurszielen, die weiteres Aufwärtspotenzial signalisieren.
Der Umsatz für 2025 wird auf 15,55 Mrd. Dollar geschätzt (+20 % YoY). Zusätzlich stärkt Barrick seine Bilanz durch Verkäufe wie die Hemlo-Mine (1,09 Mrd. Dollar Erlös) und plant weitere 2 Mrd. Dollar an Asset-Verkäufen.
Besonders spannend: das Fourmile-Projekt in Nevada – eine der größten Goldentdeckungen der letzten Jahrzehnte. Mit einem Forward-KGV von nur 9,9 und einer EBITDA-Marge von über 47 % ist Barrick attraktiv bewertet. Der erwartete Gewinn je Aktie steigt um fast 69 % auf 2,06 Dollar. Barrick ist also womöglich der ausgewogene Mix aus Stabilität und Wachstumsfantasie.

🌍 AngloGold Ashanti – der Wachstumskönig
AngloGold überrascht 2025 mit enormem Tempo. Die Produktion kletterte im zweiten Quartal um 21 % auf über 700.000 Unzen. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Verkaufspreis pro Unze von 2.330 Dollar auf 3.287 Dollar. Das Ergebnis: 535 Mio. Dollar Free Cashflow – +149 % gegenüber dem Vorjahr.
Die Verschuldung ist kaum noch erwähnenswert: Die Nettoschulden fielen um 92 % auf nur 92 Mio. Dollar. Analysten reagieren bullish: Das EPS soll 2025 auf 3,48 Dollar steigen (+57 % YoY). Kursziele von 53 bis 54 Dollar signalisieren zweistelliges Potenzial.
Mit der Übernahme von Centamin stieg der Anteil an Tier-1-Assets auf 67%. Insgesamt betreibt AngloGold 11 Minen in 8 Ländern, darunter die Sukari-Mine in Ägypten mit 500.000 Unzen Jahreskapazität. Reserven von über 31 Mio. Unzen sichern das Wachstum langfristig ab. Mit einem Rule-of-40-Score von 77,6 % gehört AngloGold zu den wachstumsstärksten Produzenten weltweit.

📌 Für meine Newsletter-Leser bedeutet das: Sicherheit gibt’s mit Newmont, Balance mit Barrick – und wer Wachstum will, bekommt mit AngloGold den heißesten Kandidaten. Aus 25 Jahren Marktbeobachtung weiß ich: 2025 könnte ein Goldminenjahr für die Geschichtsbücher werden.
Hebel ansetzen
🥇 Gold-Derivate erklärt: So hebelst Du den Bullenmarkt
Wer mutig unterwegs ist, setzt auf Derivate. Diese Instrumente erlauben es, mit wenig Kapital große Bewegungen im Goldpreis zu hebeln – aber Achtung: Chancen und Risiken gehen hier Hand in Hand.
📈 Call-Optionsscheine – die Bullen-Variante
Wenn Du davon überzeugt bist, dass Gold bald die Marke von 4.000 US-Dollar knackt, sind Call-Optionsscheine spannend. Beispiel: Ein Open-End Turbo Bull mit Hebel 5. Schon kleine Preisbewegungen werden stark verstärkt – Gewinne wie Verluste.
📉 Put-Optionsscheine – für die Skeptiker
Glaubst Du, die Rallye ist überzogen? Dann könnten Put-Optionsscheine passen. Hier lassen sich Rücksetzer auf 3.500 bis 3.600 Dollar spielen. Aber Vorsicht: Timing ist hier alles – eine Gegenbewegung nach oben kann schnell teuer werden.
📊 Knock-out-Zertifikate – Trendfolger aufgepasst
Etwas einfacher sind Knock-outs. Mit einer Schwelle bei 3.400 bis 3.500 Dollar bekommst Du einen automatischen Stop-Loss eingebaut. Hebel zwischen 3 und 5 sorgen für Dynamik, ohne dass Du täglich alles überwachen musst. Vielleicht spannend für Anleger, die Trends begleiten wollen.
⚖️ Straddle-Strategien – auf die Volatilität setzen
Manchmal weißt Du nicht, wohin es geht – nur dass es gewaltig wackeln wird. Genau dafür eignet sich ein Straddle: Kauf gleichzeitig Call und Put mit Strike bei rund 3.600 Dollar. Egal ob Gold explodiert oder einbricht – Du kannst von der Bewegung profitieren. Allerdings frisst der Zeitwert bei Seitwärtsmärkten Deine Rendite.
📌 Merke: Ob Bulle, Bär oder Vola-Jäger: Für fast jedes Marktszenario gibt es passende Derivate. Entscheidend ist Dein Risikoprofil – und die eiserne Regel, nie mehr zu riskieren, als Du bereit bist zu verlieren.
😎 Das war meine Einschätzung zu aktuellen Marktbewegungen und Investment-Ideen – natürlich keine Anlageberatung, sondern persönliche Einordnung. Wie siehst Du die Lage? Antworte einfach direkt auf diese E-Mail – ich lese jede Nachricht persönlich.
Auf gute Investments!
Henning Lindhoff
Investmentanalyst & Autor
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