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🥨 BMW gegen Mercedes: Ein Duell um nacktes Überleben?
Fette Dividenden oder rostige Kurse? Wer gewinnt das Duell um die Straße? Wir blicken in die Bilanzen von Stuttgart bis Peking.

Guten Morgen ,
in Stuttgart brennt die Luft, während in München die Sektkorken knallen. Der Markt sortiert die PS-Giganten gerade gnadenlos aus.
Luxus-Karossen verstauben bei den Händlern, während chinesische Angreifer die Überholspur besetzen. Wir schauen heute tief unter die Motorhaube der Branche. Manche Aktien wirken wie ein rostiger Oldtimer, andere wie ein frisch betankter Bolide.
In dieser Ausgabe erfährst Du, welcher Konzern gerade seine Seele verkauft und wer still und heimlich zum Tech-Kaiser aufsteigt. Schnall Dich an. Es wird eine schnelle Fahrt durch das Dickicht der Bilanzen.
tl;dr
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Der Fear & Greed Index misst die aktuelle Stimmung am Aktienmarkt – von extremer Angst (0) bis zu gieriger Euphorie (100). Quelle: CNN
Wunsch-Analyse der Zero-Community
🌟 Mercedes-Benz: Luxus-Aktie zum Flohmarktpreis?
Der Stern glänzt, aber das Preisschild an der Börse sieht derzeit eher nach Flohmarkt aus. Während Luxus-Enthusiasten für eine neue G-Klasse jahrelange Wartezeiten in Kauf nehmen, werfen Investoren die 👉Mercedes-Benz-Aktie fast schon panisch aus ihren Depots. Dabei liefert der Stuttgarter Konzern aktuell ein Paket, das man so nur selten findet: eine Bewertung tief unter dem Substanzwert, kombiniert mit einer Dividendenrendite von rund 6 %. Doch ist das eine Jahrhundertchance oder eine Falle?
Blicken wir den Realitäten ins Auge: Das Jahr 2025 war für Mercedes-Benz kein Sonntagsausflug. Der Konzerngewinn halbierte sich nahezu auf 5,3 Milliarden Euro – ein Minus von 49 % gegenüber dem Vorjahr. Auch beim Umsatz mussten die Schwaben Federn lassen; dieser sank um 9,2 % auf rund 132 Milliarden Euro. Das EBIT, also der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern, krachte sogar um 57 % nach unten.
Doch genau dieser Pessimismus könnte eine Einstiegschance erschaffen. Wenn die Zahlen so hässlich aussehen, flüchten die schwachen Hände. Übrig bleiben die Value-Investoren, also Anleger, die den wahren Wert eines Unternehmens unter einem Schutthaufen aus schlechten Nachrichten suchen. Und dieser Schutthaufen ist gewaltig: Zölle belasteten das Ergebnis mit einer Milliarde Euro, die Nachfrage in China brach um 19 % ein, und der Preiskampf bei Elektroautos (BEVs) tobte unerbittlich.
Trotz des Gewinneinbruchs steht 👉Mercedes finanziell auf einem Fundament aus Beton. Die Nettoliquidität, das verfügbare Geld nach Abzug aller Schulden im Industriegeschäft, stieg sogar leicht auf 32,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen schwimmt im Cash.
Besonders extrem wird es, wenn wir uns das KBV ansehen – das Kurs-Buchwert-Verhältnis, das den Börsenwert mit dem Wert des Firmenvermögens in der Bilanz vergleicht. Dieses liegt aktuell bei nur 0,39. Das bedeutet: Wenn Mercedes heute alle Fabriken verkaufen und die Vorräte zu Geld machen würde, bekämst Du theoretisch mehr als das Zweieinhalbfache Deines Einsatzes zurück. Zum Vergleich: Tesla wird mit einem KBV von über 13 gehandelt. Hier kaufst Du also echten, harten Wert.
Ja, die Dividende wurde gekürzt. Statt 4,30 Euro wie im Vorjahr schlagen Vorstand und Aufsichtsrat nun 3,50 Euro je Aktie vor. Aber lass Dich davon nicht abschrecken. Bei einem aktuellen Kursniveau entspricht das immer noch einer Rendite von etwa 7,4 %. Das schlägt fast jedes Sparkonto und die meisten Anleihen. Zudem füttert Mercedes Dich als Aktionär mit massiven Aktienrückkäufen. Bis November 2026 sollen Papiere für bis zu 2 Milliarden Euro vernichtet werden. Das erhöht Deinen Anteil am Unternehmen, ohne dass Du einen Cent dazuzahlen musst.
Vielleicht hast Du von der Strategie „Value over Volume“ gehört, also dem Plan, lieber weniger Autos zu verkaufen, dafür aber zu deutlich höheren Preisen. Ende 2025 musste Mercedes-Chef Ola Källenius hier etwas zurückrudern. Die Realität hat die Luxusträume eingeholt. Ohne eine gewisse Masse an verkauften Fahrzeugen lassen sich die fixen Kosten für Fabriken und Entwicklung nicht decken.
Deshalb startet nun die größte Modelloffensive der Firmengeschichte. Über 40 neue oder überarbeitete Modelle rollen bis 2027 an den Start. Das Highlight: Der elektrische CLA. Mit einer Reichweite von 792 Kilometern und einem Stromverbrauch, der niedriger ist als bei fast jedem Konkurrenten, hat er bereits den Titel „Auto des Jahres“ in Europa abgeräumt. Die Produktion läuft bereits im Drei-Schicht-Betrieb, weil die Auftragsbücher voll sind.
Damit die Kasse trotz sinkender Preise wieder klingelt, drückt der Konzern beim Programm „Next Level Performance“ aufs Tempo. Das Ziel: 5 Milliarden Euro dauerhafte Einsparungen bis 2027. Das ist eine radikale Rosskur. Bis zu 33.000 Stellen in der Verwaltung und Entwicklung könnten weltweit wegfallen.
👉Mercedes bietet hierfür Abfindungen von teilweise über 500.000 Euro an, um den Umbau sozialverträglich zu gestalten. Man will „chinesischer“ werden: schneller, flexibler und kosteneffizienter. In China selbst verfolgt Källenius die Strategie „In China for China“. Das bedeutet, die Autos dort nicht nur zu verkaufen, sondern sie vor Ort komplett für den lokalen Geschmack zu entwickeln.
Während alle Welt über Waymo oder Tesla spricht, hat 👉Mercedes in aller Stille Meilensteine gesetzt. In Abu Dhabi und Peking starteten Ende 2025 Tests für Level-4-Robotaxis – Fahrzeuge, die unter bestimmten Bedingungen komplett ohne menschliches Eingreifen fahren. Zwar pausiert man beim Level-3-System (hochautomatisiertes Fahren, bei dem Du kurzzeitig die Hände vom Lenkrad nehmen darfst) für die aktuelle S-Klasse, aber nur, um 2026 mit einem System zurückzukommen, das bis zu 130 km/h beherrscht.
Viele Analysten sind vorsichtig optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 64,26 Euro – das wäre ein Aufwärtspotenzial von rund 11 %. Die Investmentbank Goldman Sachs erkennt sogar 71 Euro als fair an.
👉Mercedes ist ein klassischer Zykliker, also ein Unternehmen, dessen Geschäft stark von der Weltwirtschaft abhängt. Wir befinden uns derzeit wohl am Tiefpunkt dieses Zyklus. Die Gewinne sind im Keller, die Stimmung ist mies, und die Bewertung ist im Keller. Doch genau das ist vielleicht die Zeit, in der mutige Anleger kaufen.
Du investierst hier in eine Cash-Maschine, die sich gerade neu erfindet. Mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von etwa 9 ist die Aktie so günstig, dass schon wenig positive Überraschungen für Kurssprünge reichen können.
Wichtig: 👉Mercedes-Benz ist nichts für Zocker, die morgen reich sein wollen. Aber für Dich als langfristigen Investor, der eine hohe laufende Verzinsung durch Dividenden schätzt und auf eine Erholung der Traditionsmarke setzt, ist das aktuelle Niveau ziemlich spannend. Der Konzern ist robuster, als es die Kurse vermuten lassen. Die Modelloffensive ab 2026 könnte der Zünder sein, der den Stern wieder steigen lässt.
Peers
💰 Dividenden-Alarm: Bei VW und Stellantis winken über 7 % Rendite
Wer an die Automobilindustrie denkt, hat oft nur die großen Hersteller vor Augen. Doch das Ökosystem rund um den Stuttgarter Stern ist gewaltig. Wenn Du Dein Depot diversifizieren möchtest, bietet Dir der Sektor weit mehr als nur Mercedes-Benz. Wir werfen einen Blick auf die direkten Verfolger, die chinesischen Angreifer und die Technologieriesen im Hintergrund.
Dein erster Blick sollte auf 👉BMW fallen. Während Mercedes 2025 mit Absatzproblemen kämpfte, lieferte die BMW Group über 440.000 BEVs – also reine Elektrofahrzeuge – aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Stuttgarter Konkurrent. BMW setzt auf technologische Offenheit, was bedeutet, dass sie Verbrenner und Stromer auf derselben Linie bauen. Mit einem erwarteten KGV von 6,5 für das Jahr 2026 wirkt die Aktie günstig, auch wenn die Dividendenrendite von 4,75 % unter der von Mercedes liegt.
Ganz anders sieht es bei der 👉Porsche AG aus. Die Zuffenhausener stecken in ihrer schwersten Phase seit 2009. Der Absatz in China brach um 26 % ein, und Sonderkosten von 3,1 Milliarden Euro trieben das KGV für 2025 in absurde Höhen über 100. Porsche ist aktuell wohl eher eine Wette für Turnaround-Spekulanten, die darauf setzen, dass die Marke ab 2026 wieder zu zweistelligen Margen – also dem Anteil des Gewinns am Umsatz – zurückkehrt.
Suchst Du nach extrem niedrigen Bewertungen, führt kein Weg an 👉Volkswagen vorbei. Mit einem KGV von nur 4,2 ist VW der günstigste große Autobauer der Welt. Du kaufst hier eine Dividendenrendite von über 7 %, musst aber starke Nerven für den anstehenden Strukturumbau und die Werksschließungen mitbringen.
Noch spendabler zeigt sich 👉Stellantis. Der Konzern hinter Marken wie Fiat, Opel und Jeep lockt mit einer erwarteten Dividendenrendite von 8 %. Aber Vorsicht: Nach dem Abgang von Chef Carlos Tavares stürzte der Gewinn massiv ab. Es ist eine recht riskante Wette auf die neue Führung und die globale Skalierung der STLA-Plattformen, auf denen fast alle Konzernmodelle basieren.
Wenn Du auf Wachstum setzen willst, dann schau Dir 👉BYD ganz genau an. Das Unternehmen ist der globale Volumenführer und dominiert den chinesischen Markt mit einem Anteil von 16,2 %, während Mercedes dort nur auf 2,7 % kommt. Dank der vertikalen Integration – BYD baut Batterien, Chips und Antriebe fast komplett selbst – haben sie enorme Kostenvorteile. Mit einem KGV von 21 ist die Aktie jedoch deutlich teurer als europäische Werte.
👉Tesla hingegen wird an der Börse wie ein Technologiekonzern bewertet. Mit einem KGV von über 80 bezahlst Du hier primär die Fantasie rund um KI und das autonome Fahren. Tesla erzielt mit rund 18 % die höchsten Bruttomargen – den Gewinn vor Abzug von Fixkosten – im gesamten E-Auto-Sektor, unterliegt aber den politischen Launen seines CEOs.
Oft lukrativer als die Hersteller selbst sind die Zulieferer. 👉Infineon ist hier der Fels in der Brandung. Als größter europäischer Halbleiterhersteller profitiert das Unternehmen nicht nur vom steigenden Chip-Bedarf im Auto, sondern auch vom KI-Boom. Für 2026 erwartet Infineon allein im Bereich der KI-Stromversorgung Umsätze von 1,5 Milliarden Euro.
Bei 👉Continental hat sich das Bild geklärt: Seit der Abspaltung von Aumovio (dem Spezialisten für Bremsen und autonomes Fahren) konzentriert sich Conti wieder auf das hochprofitable Reifengeschäft. Hier winken bereinigte EBIT-Margen – der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern – von bis zu 16 %.
👉Schaeffler wiederum hat sich durch die Übernahme von Vitesco zum reinen E-Mobilitäts-Zulieferer transformiert. Ab 2029 sollen jährliche Synergien, also Einspareffekte durch den Zusammenschluss, von 815 Millionen Euro das Ergebnis stützen.
Merke: Branchenexperten sehen 2025 als den zyklischen Tiefpunkt – also den schlechtesten Punkt eines sich wiederholenden wirtschaftlichen Verlaufs. Wer jetzt einsteigt, benötigt Geduld, kauft aber womöglich Substanz zu historischen Tiefpreisen.
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