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🏭 Börse im Wandel: Intel, Ashtead & Verteidigungsaktien im Fokus

Das erwartet Dich heute
EDITORIAL
Guten Morgen ,
Du hast sicher schon mitbekommen, dass die türkische Finanzwelt Kopf steht, seit der Istanbuler Bürgermeister und Erdoğan-Kontrahent İmamoğlu verhaftet wurde. Diese Festnahme erschüttert die Märkte merklich: Die Lira rutschte auf ein neues Rekordtief von über 40 Lira je Dollar und mehr als 43 Lira je Euro – ein sehr drastischer Einbruch, der nicht nur die einheimischen Anleger beunruhigt. Zeitweise gab es beim Borsa-Istanbul-100-Index einen massiven Kurssturz um fast 7 %, der Banken-Index büßte sogar über 9 % ein.
👀 Für Anleger stellt sich nun die Frage, wie es weitergehen könnte. Die Türkei erlebt eine politische Krise, die Investoren aufschreckt, denn niemand weiß, wie rasch sich die Spannungen wieder beruhigen. Die massive Unsicherheit im Land lastet spürbar auf der Lira und dem Aktienmarkt; viele Fondsmanager meiden türkische Anleihen gerade oder stoßen sie ab. Das zeigt, dass politische Umbrüche oft direkte Auswirkungen auf die Kapitalmärkte haben.
🇪🇺 Ein paar tausend Kilometer weiter westlich schauen wir auf die Eurozone, in der sich das Inflationsproblem immerhin etwas abschwächt. Die Teuerung liegt laut neuen Zahlen bei 2,3 % anstatt der zunächst angenommenen 2,4 %. Doch die Europäische Zentralbank steht weiterhin vor der Frage, ob sie ihre Leitzinsen noch weiter senken soll, um dem drohenden Konjunkturrisiko durch mögliche US-Strafzölle entgegenzutreten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sieht hier laut eigener Aussage „phänomenale Unsicherheit“ auf die Wirtschaft zukommen, die auch die sinkende Inflation nicht wettmacht.
💶 Es herrscht also ein regelrechtes Spannungsfeld zwischen geopolitischen Störungen und potenziellen Konjunkturhilfen aus der Zinspolitik. Wenn die Wirtschaft abkühlt und Zölle weiter steigen, könnte die EZB womöglich zusätzliche Zinssenkungen ins Auge fassen. Dann könnte es in der Eurozone mehr Liquidität geben – was den Märkten zumindest kurzfristig helfen würde.
🤔 Unterm Strich zeigt uns dieses Chaos: Internationale Politik kann einen ganzen Markt in die Knie zwingen oder beflügeln. Wer in solche Zeiten investiert,benötigt einen kühlen Kopf und sollte sich auf Kursschwankungen einstellen. Gerade Turbulenzen in der Türkei und sinkende Inflation in der Eurozone sind Belege dafür, wie verzahnt und fragil das globale Finanzsystem ist. Ob das Ganze eine kurze Panik oder ein langfristiger Trend ist, wissen wir nicht – doch wir behalten es im Auge.
ÜBERSICHT
🟢🔴 Auf und Ab an den Märkten
💊 Gilead Sciences verliert an Wert, nachdem bekannt geworden ist, dass die US-Regierung erhebliche Kürzungen bei der HIV-Prävention plant.
🧬 GSK leidet unter demselben Druck wie Gilead, da sinkende staatliche Zuschüsse auch den Absatz von HIV-Medikamenten gefährden könnten.
📉 HealthEquity enttäuscht mit einer schwächeren Umsatzprognose für das kommende Geschäftsjahr und fällt daraufhin deutlich.
🍦 Unilever sorgt für Wirbel, nachdem bekannt geworden war, dass der Konzern ohne Rücksprache den CEO von Ben & Jerry’s entlassen hat.
🚐 Knaus Tabbert kämpft mit einem Umsatzeinbruch von 25 %, blickt aber optimistischer auf das kommende Jahr.
🏠 Vonovia peilt eine Gewinnsteigerung von 30 % bis 2028 an, nachdem das Unternehmen zuletzt fast 1 Mrd. Euro Verlust gemacht hatte.
*Optionen sind Verträge, die Anlegern das Recht geben, Aktien, Indizes oder andere Finanztitel zu einem vereinbarten Preis und Datum zu kaufen oder zu verkaufen. Puts sind die Option zum Verkauf, während Calls die Option zum Kauf sind. Wenn das Verhältnis von Puts zu Calls steigt, ist dies in der Regel ein Zeichen dafür, dass die Anleger nervöser werden. Ein Verhältnis von über 1 gilt als bärisch.
AKTIE DES TAGES
🏗️ Baumaschinen-Riese im Wandel: Was Du über Ashtead wissen solltest
📉 Ashtead, einer der größten Vermieter von Baumaschinen weltweit, musste zuletzt einiges einstecken. Nach enttäuschenden Quartalszahlen und einer gekappten Wachstumsprognose für Kanada fiel die Aktie deutlich. Doch hinter den Turbulenzen steckt auch eine spannende Chance –vorwiegend für mutige Anleger.
🚛 Obwohl Ashtead in London notiert ist, kommt der Löwenanteil des Geschäfts aus Nordamerika. Rund 85 % der Umsätze stammen aus den USA, insgesamt 90 % aus Nordamerika. Kein Wunder also, dass das Unternehmen nun plant, seine Börsennotierung in die USA zu verlagern – eine strategische Entscheidung mit weitreichenden Folgen.
📊 US-Unternehmen werden an der Börse meist höher bewertet als ihre britischen Pendants. Beispiel gefällig? CRH, ein Anbieter von Baustoffen, wechselte 2023 in die USA und sah seinen Aktienkurs innerhalb eines Jahres um 71 % steigen. Ferguson Enterprises legte nach dem Umzug von London in die USA um 20 % zu – und sein Kurs-Gewinn-Verhältnis stieg von 13 auf 17.
🏗️ Die Bauindustrie boomt – und immer mehr Unternehmen setzen auf Mietlösungen statt auf den teuren Kauf von Maschinen. Der nordamerikanische Markt für Baumaschinenvermietung wuchs von 57 Mrd. US-Dollar im Jahr 2018 auf 78 Mrd. US-Dollar im Jahr 2024. Tendenz steigend, denn große Infrastrukturprojekte stehen an, darunter sogenannte Megaprojekte mit Budgets über 1 Mrd. US-Dollar.
📈 Ashtead setzt auf Expansion und will mit seiner Sunbelt-Strategie bis 2028 rund 14 Mrd. US-Dollar Umsatz erreichen. Das wäre ein Anstieg von über 27 % gegenüber den 11 Mrd. US-Dollar aus 2024. Auch der Gewinn soll mit einem EBITDA-Ziel von 7,5 Mrd. US-Dollar kräftig wachsen – ein Plus von 50 %.
⚠️ Nicht alles ist Sonnenschein. Die Bauwirtschaft hängt stark von den Zinsen ab, und hohe Finanzierungskosten könnten das Wachstum bremsen. Zudem könnten neue US-Zölle unter Präsident Trump die Wirtschaft belasten – und damit auch Ashteads Geschäft.
💰 Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,1 liegt Ashtead aktuell etwas über dem US-Konkurrenten United Rentals (13,4). Sollte sich das Geschäft erholen und die US-Notierung kommen, könnte die Aktie aber auf ein KGV von 17 steigen. Das würde einen Anstieg von rund 20 % bedeuten – für geduldige Investoren eine attraktive Perspektive.
📌 Also: Ashtead steckt in einer spannenden Übergangsphase. Wenn der US-Umzug gelingt und das Baugeschäft anzieht, könnte sich die Aktie stark erholen. Doch hohe Zinsen und wirtschaftliche Unsicherheiten bleiben Stolpersteine – ein Investment ist also nichts für schwache Nerven.
DANK MILLIARDENPAKET
⚔️ Europa ist zurück: Diese Aktien profitieren vom Verteidigungsboom
🛡️ Europa steht an einem Scheideweg: Jahrzehntelang haben die USA als mächtiger Verbündeter Europas Sicherheit garantiert. Doch diese Zeiten scheinen vorbei, denn Washington erhebt nun 25 % Strafzölle auf europäischen Stahl und Aluminium. Präsident Trump behauptet sogar, die EU wäre gegründet worden, um die USA auszunutzen – eine gewagte These.
🌍 Doch was zunächst nach Krise klingt, bietet Europa eine große Chance. Die EU könnte endlich ihre wirtschaftliche Stärke vereinen, um selbstständiger zu werden. Aktuell investiert Europa nur 1,9 % seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Verteidigung – weit unter den nötigen 3,5 %, die laut Experten erforderlich wären, um gegen globale Gefahren gewappnet zu sein.
🚀 Einige europäische Länder reagieren bereits entschlossen. Deutschland plant unter Friedrich Merz eine historische Wende: Milliarden sollen künftig in Verteidigung und Infrastruktur fließen. Auch Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, mobilisiert gewaltige 800 Mrd. Euro, wovon allein 150 Mrd. Euro als Darlehen für neue Technologien und Waffen vorgesehen sind.
🏗️ Von dieser Entwicklung profitieren zahlreiche europäische Unternehmen direkt: 👉Rheinmetall etwa plant, ehemalige Werke aus der Autozulieferindustrie in Rüstungsanlagen umzuwandeln. Frankreichs 👉Dassault Aviation und der italienische Rüstungsgigant 👉Leonardo erleben bereits beeindruckende Kursgewinne an der Börse.
💡 Der Innovationsschub durch Militärinvestitionen zeigt sich besonders deutlich am Beispiel der USA. Die amerikanische Militärforschung, insbesondere durch die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), war entscheidend für bahnbrechende Entwicklungen wie GPS-Navigation, Stealth-Technologie und sogar mRNA-Impfstoffe. Ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt, haben diese Technologien längst zivile Anwendungen gefunden und ganze Industrien revolutioniert.
🔬 DARPA, gegründet nach dem Sputnik-Schock, hat über Jahrzehnte hinweg die technologische Überlegenheit der USA gesichert und die Innovationskraft der Wirtschaft enorm gesteigert. Ähnliche Modelle existieren in Israel, wo Militär und Technologieunternehmen eng verzahnt sind und die Armee als Brutstätte erfolgreicher Start-ups fungiert. Auch die Ukraine zeigt aktuell eindrucksvoll, wie innovative Drohnentechnologie die militärischen Möglichkeiten revolutionieren kann.
🏦 Gleichzeitig wächst der Druck, eingefrorene russische Gelder endlich sinnvoll zu nutzen. In Brüssel liegen mehr als 200 Mrd. Euro russische Vermögenswerte brach. Der Einsatz dieser Gelder zur Unterstützung der Ukraine wäre nicht nur symbolisch wichtig, sondern könnte Europas Position gegenüber Russland und den USA deutlich stärken.
🤝 Auch das Vereinigte Königreich rückt seit dem Brexit wieder näher an Europa heran. Premier Keir Starmer plant bereits gemeinsame Militärinitiativen und zeigt, dass Großbritannien seine Zukunft wieder stärker an der Seite Europas sieht. Für Anleger könnte das gemeinsame Vorgehen von EU und UK zusätzlichen wirtschaftlichen Schwung bringen.
⚔️ Klar ist: Sicherheit kostet Geld, und Europa steht vor schwierigen Entscheidungen. Doch gerade jetzt bietet sich die historische Gelegenheit, wirtschaftliche Stärke, technologische Innovation und politische Einheit miteinander zu verbinden. Vielleicht ist genau das die Gelegenheit, die Europa gebraucht hat.
CHIP-KLASSIKER
🏭 Neuer CEO, neue Chancen: Lohnt sich jetzt der Einstieg bei Intel?
🚀 Intel wagt den Neustart: Lip-Bu Tan übernimmt als neuer CEO das Steuer – und Anleger jubeln bereits! Direkt nach Bekanntgabe schoss die Aktie satte 13 % auf 23,28 US-Dollar nach oben. Doch Vorsicht: Intel hat in den vergangenen Jahren mehr als die Hälfte seines Börsenwerts verloren.
🧠 Lip-Bu Tan ist kein Unbekannter: Als früherer CEO von Cadence Design Systems konnte er das Unternehmen aus einer tiefen Krise führen. Unter seiner Führung verdoppelten sich die Umsätze, Margen wurden ausgeweitet und der Aktienkurs explodierte um mehr als 3.000 %. Kann er bei Intel Ähnliches vollbringen?
🎯 Intel steht aktuell enorm unter Druck, weil es den Anschluss an den KI-Boom verpasst hat – anders als sein Erzrivale Nvidia, dessen Börsenwert seit 2021 ordentlich gewachsen ist. Intel dagegen verlor im selben Zeitraum satte 150 Mrd. US-Dollar an Marktwert. Ein herber Rückschlag für den einstigen Branchenführer.
🔧 Um 👉Intel wieder wettbewerbsfähig zu machen, setzt Tan auf eine radikale Veränderung: Er will Kosten senken, Innovation beschleunigen und aus Intel wieder ein ingenieurgetriebenes Unternehmen machen. Konkret könnte das bedeuten, dass weitere Einschnitte folgen – bereits im Vorjahr wurden etwa 15.000 Stellen gestrichen.
🏭 Ein Schlüssel zur Wende könnte Intels Fertigungssparte sein: Lange war Intel führend im Bau von Prozessoren, doch zuletzt liefen ihm Wettbewerber wie 👉Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. und 👉Broadcom deutlich den Rang ab. Intel prüft nun sogar die Option, externe Geldgeber und Kunden an der Fertigung zu beteiligen, um Kosten zu teilen.
🔮 Lip-Bu Tan bringt dabei nicht nur Erfahrung, sondern auch eine besondere Stärke in der KI-Branche mit: Als erfahrener Investor unterstützte er zahlreiche KI-Startups, darunter auch Habana Labs, das Intel 2019 für rund 2 Mrd. US-Dollar kaufte. Damit könnte Intel endlich den ersehnten Innovationsschub im Bereich künstlicher Intelligenz erhalten.
⚖️ Allerdings wirft Tans Vergangenheit auch Fragen auf: Er war lange ein aktiver Investor in chinesische Halbleiterfirmen und gründete Walden International, das zeitweise Beteiligungen an Unternehmen hatte, die wegen Verbindungen zum chinesischen Militär auf US-Blacklists landeten. Anleger sollten daher auch geopolitische Risiken im Auge behalten.
🏀 Für Tan ist Teamgeist entscheidend, geprägt durch seine Liebe zum Basketball. Er strebt eine Unternehmenskultur an, die silofrei funktioniert – etwas, das Intel in der aktuellen Krise dringend gebrauchen kann. Ob er diese Mentalität auch erfolgreich auf Intel übertragen kann, wird über die Zukunft des Unternehmens entscheiden.
💹 Mit der Berufung von Tan kehren auch Co-CEOs David Zinsner und Michelle Johnston Holthaus in ihre ursprünglichen Positionen zurück. Das Managementteam ist damit klar strukturiert und bereit für einen Neustart. Doch die Uhr tickt – Experten geben Tan maximal ein Jahr, um den Giganten Intel wieder auf Kurs zu bringen.
SCHAU IN DIE APP
💪 Starke Dividenden und Wachstum: Aktien für unruhige Zeiten
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Erstellung und Verbreitung: Dieser Beitrag wurde von einem Redakteur der Finanzen.net GmbH, Gartenstraße 67, 76135 Karlsruhe, erstellt. Wir, die Finanzen.net Zero GmbH, haben diesen Beitrag unverändert in diesem Mailing übernommen. Die Finanzen.net GmbH hat uns zugesichert, dass dieser Beitrag mit größter Sorgfalt erstellt und zuvor keinem anderen Empfängerkreis zugänglich gemacht worden ist.
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