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der Markt steht fast auf Allzeithoch und trotzdem schlafen viele Anleger gerade nicht besonders gut. Anleiherenditen steigen, Ölpreise ziehen an, Kriege heizen die Inflation an. Der Markt ignoriert das bisher. Aber wie lange noch?

Heute schauen wir uns an, welche Sektoren historisch genau dann gewinnen, wenn die Inflation anzieht, und welche brutal verlieren. Die Daten reichen bis 1972 zurück und sind erschreckend eindeutig. 

Außerdem stellen wir Dir einige Aktien vor, die unser hartes Screening zum Thema überlebt haben. Dividende, Wachstum, Stabilität und Unternehmen, die teilweise seit über 100 Jahren zahlen. Viel Spaß beim Lesen!

tl;dr

😍 Diese Wertpapiere zeigen wir Dir heute

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Kurze Pause

Wir verabschieden uns am 4. Juni in eine kurze Newsletter-Pause, um neue Investment-Ideen zu finden, spannende Unternehmen zu analysieren und ein paar Kennzahlen auf den Zahn zu fühlen. Aktien zum Frühstück pausiert in dieser Zeit.

Am 8. Juni 2026 sind wir wieder für Dich da. Bis dahin wartet in unserem Archiv noch so manche Überraschung auf Dich.

Marktlage

🔥 Seit 1972 stabil: Warum Energie in jeder Inflationsphase den Markt schlägt

Finanzwerte verlieren in Inflationsphasen im Schnitt 11 Prozentpunkte pro Jahr gegenüber dem Gesamtmarkt. Das klingt abstrakt, bis Du Dir überlegst, was das über 5 Jahre aus einem Depot macht. Auf der anderen Seite des Spektrums stehen Energietitel, die den breiten Markt historisch um mehr als 12 Prozentpunkte schlagen. Das Muster ist seit 1972 stabil, und es könnte gerade wieder relevant werden.

Der S&P 500 steht aktuell nur 0,4 % unter seinem Allzeithoch. Die Stimmung ist gut, der Markt läuft. Aber die Anleiherenditen sind zuletzt scharf gestiegen, angeheizt durch höhere Ölpreise und den Iran-Krieg. Das Börsenmotto lautet seit Jahrzehnten: Der Markt kann Probleme lange ignorieren. Bis er es nicht mehr kann. Die entscheidende Frage für Dein Portfolio lautet deshalb: Was hast Du im Depot, wenn die Inflation wirklich anzieht?

Ned Davis Research hat sich die Sektoren-Performance in allen Inflationsphasen seit 1972 angeschaut. Das Ergebnis ist eindeutig: Energie schlägt den Markt um mehr als 12 Prozentpunkte pro Jahr, Basiskonsumgüter um 4,3 Punkte, Gesundheit um 4 Punkte. Diese Bereiche haben eines gemeinsam: Menschen kaufen Benzin, Zahnpasta und Medikamente, egal ob die Inflation bei 2 oder 8 % steht.

Auf der Verliererseite stehen Tech-Aktien mit -3 Punkten, zyklischer Konsum mit -6,4 Punkten und Finanzwerte mit den erwähnten -11. Banken leiden besonders, weil steigende Inflation meist Zinserhöhungen nach sich zieht, die die Nettozinsmarge drücken, also die Differenz zwischen dem Zins, den Banken für Kredite kassieren, und dem, den sie für Einlagen zahlen. Die Analysten Rob Anderson und Thanh Nguyen formulieren es so: „Sowohl zyklische als auch defensive Value-Sektoren haben sich in Phasen steigender Inflation tendenziell besser entwickelt, angeführt von den Sektoren Energie, Basiskonsumgüter, Gesundheitswesen und Rohstoffe. Im Gegensatz dazu haben Wachstumssektoren bei steigender Inflation im Allgemeinen eine unterdurchschnittliche Performance gezeigt.“

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Passives Einkommen

💊 48 Jahre Dividendenerhöhung: Deine besten Optionen für die nächsten Monate?

Wir haben die Gewinner-Sektoren nach konkreten Kriterien gefiltert: Dividendenrendite von mindestens 3 %, Ausschüttungsquote von maximal 80 % (das ist der Anteil der Gewinne, der als Dividende ausgezahlt wird) sowie erwartetes Gewinnwachstum 2026 und 2027. Von allen US-Aktien in Energie, Basiskonsumgütern und Gesundheit blieben nur wenige Titel übrig:

Der höchste Yield im Screening gehört 👉ONEOK mit 4,6 %. Die Quartalsdividende liegt bei 1,07 Dollar je Aktie, auf Jahresbasis also 4,28 Dollar. Und der Kurs ist 2026 bereits um 24 % gestiegen.

Was 👉ONEOK besonders macht, ist die Schutzwirkung des Geschäftsmodells gegenüber Energiepreisschwankungen. Pipelines transportieren Gas und Öl, egal ob der Preis gerade hoch oder niedrig ist. Die Kapazitäten sind über sogenannte Take-or-pay-Verträge mit Produzenten gebucht: Der Kunde zahlt die vereinbarte Menge, ob er sie abnimmt oder nicht. Das entkoppelt den Cashflow von kurzfristigen Rohstoffpreisbewegungen.

Gleichzeitig hat 👉ONEOK in den vergangenen Jahren massiv zugekauft: Magellan Midstream, dann EnLink Midstream für insgesamt rund 7,6 Milliarden Dollar (die finale Übernahme aller öffentlich gehaltenen Units wurde am 31. Januar 2025 abgeschlossen). ONEOK ist damit zu einem der größten integrierten Midstream-Netze der USA gewachsen.

👉Target ist die andere Überraschungsgeschichte in diesem Screening. +25 % seit Jahresbeginn. Für einen stationären Einzelhändler ist das keine Selbstverständlichkeit. Das Q1-Ergebnis 2026 hat gezeigt, warum: Der Umsatz lag bei 25,44 Milliarden Dollar, die Erwartung war 24,64 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 1,71 Dollar statt der prognostizierten 1,37 Dollar. Das Comparable-Sales-Wachstum von 5,6 % zeigt, dass mehr Menschen in bestehende Filialen kommen und dort mehr ausgeben.

Das Management hat daraufhin den Jahresausblick angehoben: +4 % Nettoumsatzwachstum, Gewinn je Aktie nahe dem oberen Ende der Bandbreite von 7,50 bis 8,50 Dollar. Die Dividendenrendite liegt bei 3,6 %. Und vor allem: 👉Target ist echter Dividendenadel. Das Unternehmen hat die Ausschüttung 57 Jahre in Folge erhöht. Wer 1969 angefangen hat, Target-Aktien zu halten, hat seitdem keine einzige Kürzung erlebt.

👉Procter & Gamble ist das, was Analysten gerne als „Schlaftablette" bezeichnen – gemeint als Kompliment. Im April 2026 hat das Unternehmen die Quartalsdividende um 3 % auf 1,09 Dollar angehoben. Auf das Jahr gerechnet sind das 4,36 Dollar je Aktie. P&G zahlt seit 1890 Dividende, also seit 136 Jahren ununterbrochen. Und die Ausschüttung wurde 70 Mal in Folge erhöht. Das macht P&G zu einem der langlebigsten Dividendenkönige überhaupt.

👉McCormick stellt Gewürze her. Das klingt unspektakulär, ist aber genau der Punkt. Gewürze sind günstig, werden selten substituiert und tauchen in jedem Supermarktregal der Welt auf. Die aktuelle Quartalsdividende liegt bei 0,48 Dollar, was bei einem Kurs von rund 50,51 Dollar eine Rendite von rund 3,8 % ergibt. Mit der April-Zahlung 2026 markiert McCormick das 102. Jahr in Folge mit Dividendenzahlungen. Das ist eine der längsten ununterbrochenen Ausschüttungshistorien überhaupt.

👉Philip Morris zahlt aktuell 1,47 Dollar Quartalsdividende, annualisiert also 5,88 Dollar je Aktie, bei einer Rendite von rund 3,5 %. Der Tabakkonzern ist in Inflationsphasen strukturell gut aufgestellt: Tabakprodukte haben eine sehr hohe Preismacht, weil Raucher auf Preiserhöhungen kaum mit Konsumverzicht reagieren.

👉Medtronic wiederum ist der Healthcare-Vertreter im Screening, mit einer Quartalsdividende von 0,71 Dollar und einer Rendite von circa 3,4 %. Entscheidend: Medtronic hat die Dividende 48 Jahre in Folge erhöht und erfüllt damit ebenfalls das Kriterium für den Titel Dividendaristokrat. Das sind Unternehmen, die mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben.

👉Keurig Dr. Pepper ist vielleicht der unbekannteste Name auf der Liste und gleichzeitig der mit dem interessantesten Sonderthema. Das Unternehmen erzielte 2025 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von über 8 % und ein bereinigtes Gewinnwachstum von 7 %. Für 2026 steht eine mögliche Aufspaltung des Unternehmens auf der Agenda. Solche strukturellen Ereignisse können Wert freisetzen, den der aktuelle Kurs noch nicht einpreist.

Was bedeutet das alles für Dich? 41 % der Deutschen haben laut einer Civey-Umfrage überhaupt keine Strategie gegen steigende Preise. Bei den 18- bis 29-Jährigen wissen immerhin 49 %, dass Aktien langfristig der beste Inflationsschutz sind. Aber Wissen und Handeln klaffen eben oft auseinander. Die Aktien aus unserem Screening sind keine Zockerwetten. Sie alle sind Unternehmen mit langen Dividendenhistorien, kontrollierten Ausschüttungsquoten und Gewinnwachstum in Sektoren, die historisch genau dann funktionieren, wenn die Inflation anzieht. Ob es dazu kommt, weiß niemand mit Sicherheit. Aber wer vorbereitet ist, muss nicht reagieren. Er kann agieren.

Webinar

🌍 Märkte im Krisenmodus: Was die Charts jetzt verraten

👉Am 8. Juni lernst Du, wo DAX, Nasdaq und Gold wirklich stehen. Nahost-Konflikt, Fed-Wechsel, US-Midterms: Die Märkte im Frühsommer 2026 sind kein Ort für Bauchgefühle. Der Analyst Christian Schlegel zeigt Dir im Webinar, was die Charts gerade wirklich sagen.

Fundamentaldaten helfen in Krisen wenig. Unterstützungen, Widerstände, Trendwenden – genau das 👉analysiert Schlegel live für DAX, Dow, S&P 500, Nasdaq und Gold. Du hast konkrete Fragen zu Deinem Portfolio? Perfekt. Es gibt auch Raum für Antworten.

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