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Procter & Gamble hat seine Dividende gerade zum 70. Mal in Folge erhöht. Siebzig Jahre. Kein Krieg, kein Crash, keine Pandemie hat diese Serie gestoppt.
Heute schauen wir uns die Elite der Dividendenzahler genau an, die sogenannten Dividendenkönige. Was steckt hinter Unternehmen, die seit 60 Jahren oder länger jedes Jahr mehr ausschütten? Und warum haben sie den S&P 500 trotzdem deutlich underperformt?
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👑 Die Dividendenkönige: Was steckt hinter 50 Jahren ohne Kürzung?
Seit 70 Jahren erhöht 👉Procter & Gamble seine Dividende, durch Ölkrisen, Dotcom-Crash, Finanzkrise und Pandemie. Jedes Jahr. Ohne Ausnahme. Die Frage ist: Macht dich das reich – oder lässt du damit die größten Gewinne der Börsenwelt liegen?
Du hast vielleicht schon von den Dividendenaristokraten gehört: Unternehmen, die ihre Ausschüttung seit mindestens 25 Jahren in Folge steigern. Klingt beeindruckend. Aber es gibt noch eine andere Klassem, die Dividendenkönige. Hier lautet die Mindestanforderung 50 aufeinanderfolgende Jahre mit steigender Dividende. Doppelt so streng, doppelt so selten.
Stand 2026 zählt die Liste je nach Quelle zwischen 42 und 58 Mitglieder. Simply Safe Dividends führt 57, Sure Dividend 58 Unternehmen. Drei Kandidaten, nämlich McDonald's, 👉Carlisle und Clorox, stehen kurz vor der Aufnahme.
Den Rekord hält nicht etwa 👉Coca-Cola oder 👉Johnson & Johnson. Er gehört 👉American States Water, einem kalifornischen Wasserversorger mit gerade einmal 3 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. 72 Jahre ununterbrochenes Dividendenwachstum. Das Unternehmen hat also schon damit begonnen, seine Ausschüttung zu erhöhen, als Dwight Eisenhower US-Präsident war.
Das ist kein Zufall. Versorger dominieren die Spitze dieser Liste, weil ihr Geschäftsmodell reguliert und planbar ist. Northwest Natural folgt mit 70 Jahren, dann gleich 5 Unternehmen mit je 69 Jahren, darunter Dover, Parker-Hannifin, Emerson Electric, Genuine Parts und Procter & Gamble.
Die Sektorverteilung dieser Könige ist ein Spiegel der alten Wirtschaft: 14 Konsumgüter-Konzerne, 13 Industrieunternehmen, 9 Versorger und keine Technologiewerte. Kein Microsoft, kein Apple, kein 👉Nvidia. Der IT-Sektor, der im S&P 500 den größten Anteil ausmacht, ist bei den Königen schlicht nicht vorhanden.
Das liegt nicht an mangelnder Qualität der Techies, sondern an einem einfachen mathematischen Problem: Die meisten großen Tech-Konzerne sind jünger als 50 Jahre. Apple wurde 1976 gegründet, Microsoft 1975. Beide zahlen überhaupt erst seit 2012 respektive 2003 Dividenden. Die Uhr läuft.
Hier liegt die entscheidende Spannung dieses Konzepts. Wer seit Ende 2014 auf Dividendenkönige gesetzt hat, erzielte bis Ende 2025 eine jährliche Rendite von 8,7 %. Der S&P 500 schaffte im gleichen Zeitraum fast 14 % pro Jahr.
Die Tech-Hausse der 2020er-Jahre hat Indizes wie den S&P 500 nach oben gezogen und die Dividendenkönige hatten nichts davon, weil sie in diesem Bereich nicht vertreten sind. 2025 war das besonders deutlich: Die Könige kamen auf ein Jahresplus von rund 4,9 %, der S&P 500 auf 17,7 %.
Aber es gibt eine wichtige Gegenseite. Im April 2025, als der Zollstreit zwischen den USA und China die Märkte erschütterte, verloren die Dividendenzahler lediglich 1,1 %, der S&P 500 brach um 10 % ein. Im Krisenjahr 2008 schlugen sie sich ähnlich: minus 14 % für die Kings, minus -37 % für den breiten Markt. Über 27 Jahre gemessen betrug die annualisierte Volatilität des Kings-Portfolios 12,5 %, gegenüber 17,3 % beim S&P 500.
Die durchschnittliche Ausschüttungsrendite der großen Ausschütter liegt bei 2,7 %. Die durchschnittliche Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der als Dividende weitergegeben wird, beträgt knapp unter 50 %. Das bedeutet: Die Unternehmen behalten die Hälfte ihrer Gewinne ein, um zu investieren und künftige Erhöhungen zu finanzieren.
Im Schnitt steigerten die Dividendenkönige ihre Ausschüttungen in den vergangenen 10 Jahren um 5 % jährlich. Kollektiv lag das Wachstum 2025 bei 5,81 %. Zum Einordnen: Ned Davis Research hat berechnet, dass dividendenzahlende S&P-500-Aktien in den vergangenen 50 Jahren im Schnitt 9,2 % Jahresrendite lieferten und damit mehr als doppelt so viel wie Titel ohne Ausschüttung (4,3 %).
Aber Vorsicht: Alle historischen Daten zu den Dividendenzahlern zeigen nur die Überlebenden. Ehemalige Mitglieder wie 👉3M oder 👉Leggett & Platt, beide haben ihre Dividendenstreak gebrochen, tauchen in den Backtests nicht mehr auf. Das schönt die Vergangenheitsrenditen systematisch. Die echten Renditen der Strategie waren wahrscheinlich etwas schlechter als die Tabellen suggerieren.
Wie hältst du es mit der Ausschüttungsstrategie?
- 💰 Ich investiere gezielt in Dividendenkönige, denn Verlässlichkeit schlägt Rendite.
- 📈 Ich setze lieber auf den S&P 500. Die Gesamtrendite ist entscheidend.
- ⚖️ Ich kombiniere beides – Dividenden plus Wachstum im Mix.
- 🛡️ Dividendenkönige nur als Krisenabsicherung, nicht als Kerninvestment
- 🤷 Ich halte Dividendenstrategien grundsätzlich für überbewertet.
Aktien unter der Lupe
👑 60+ Jahre und kein einziges Mal eine Kürzung
Stell dir vor, du hättest 👉Procter & Gamble 1956 gekauft, im Jahr der ersten Erhöhung einer Serie, die bis heute nicht unterbrochen wurde. Seitdem hat P&G durch 11 Rezessionen, 4 Börsencrashs und eine globale Pandemie jedes Jahr mehr ausgeschüttet als im Jahr davor. Siebzig Mal in Folge.
👉Procter & Gamble ist der älteste und beständigste Dividendenkönig. Gegründet 1837 in Cincinnati, betreibt das Unternehmen heute 5 Geschäftsbereiche mit einem Gesamtumsatz von 84,3 Mrd. Dollar. Das organische Wachstum lag zuletzt bei 2 %.
Was P&G unangreifbar macht, ist kein einzelnes Produkt, sondern eine Methode. Intern nennt das Unternehmen es „Five Vectors of Superiority": überlegenes Produkt, Verpackung, Markenkommunikation, Retail-Execution und Kundenwert – all das gleichzeitig. Der ROIC, also die Kapitalrendite, übertrifft den WACC (die Kapitalkosten) um 11 Prozentpunkte. Das bedeutet: Jeder investierte Dollar schafft deutlich mehr Wert, als er kostet. Die Dividendenerhöhung 2025 betrug rund 5 %. Die Rendite liegt aktuell bei 2,9 %.
Das Risiko: Eigenmarken des Einzelhandels gewinnen Marktanteile, und Zollkosten belasten kurzfristig die Margen. Den größten Hebel für künftiges Wachstum sieht das Management in den Emerging Markets. Enterprise Markets wuchsen inm dritten Quartal 2026 um 5 %. Das ist vermutlich der einzige Bereich, in dem P&G noch echten Nachholbedarf hat.
👉Lowe's ist ein Baumarkt-Konzern mit 65 Jahren Dividendenwachstum. Das wirkt auf den ersten Blick unspektakulär. Aber das Unternehmen mit rund 1.700 Filialen und einem prognostizierten Jahresumsatz von 92 bis 94 Mrd. Dollar für 2026 hat einen Burggraben, den nicht jeder auf dem Radar hat.
Der entscheidende Hebel: 48 % aller Online-Bestellungen werden über stationäre Filialen abgewickelt. Das senkt die Logistikkosten auf der letzten Meile um geschätzte 28 % pro Bestellung gegenüber rein digitalen Lieferungen. Morningstar vergibt dafür den „Wide Moat"-Status. Das strukturelle Wachstumspotenzial liegt im Pro-Segment: professionelle Handwerker und Auftragnehmer, die bislang mehrheitlich zur Konkurrenz Home Depot gehen. Historisch hält Home Depot dort 60 % Marktanteil, Lowe's nur 30 %. Neue Akquisitionen sollen diese Lücke schließen.
👉Coca-Cola ist laut Eigenbeschreibung kein Getränkehersteller. Das Unternehmen stellt Konzentrate und Sirups her und verkauft diese an über 900 Abfüllpartner in mehr als 200 Ländern. Diese übernehmen dann Produktion, Abfüllung und Distribution. Dieses Asset-light-Modell erklärt die für die Lebensmittelbranche außergewöhnlich hohen Margen.
Umsatz 2025: 47,8 Mrd. Dollar. Organisches Wachstum von 5 % allein im zweiten Quartal, obwohl das Volumen um 1 % zurückging. Das heißt: 👉Coca-Cola wächst nicht mehr, weil mehr Menschen Coke trinken, sondern weil es mehr dafür verlangen kann. Der „Price, Product & Geographic Mix" trug 2024 allein 11 % zum Umsatzwachstum bei. Konkurrenten, die auf reine Volumenstrategien setzen, sehen dabei alt aus.
👉Coca-Cola Zero wuchs 2025 um 14 %. Die Marke absorbiert dabei den Gesundheitstrend, statt von ihm bedroht zu werden. Das ist Burggraben-Management in Echtzeit. Das Risiko: In entwickelten Märkten stagniert das Volumen. Wachstum kommt künftig fast nur über Preise und neue Segmente wie Tee oder Sportgetränke.
👉Johnson & Johnson hat sich Ende 2023 von seinem Konsumgüterbereich getrennt. Neutrogena, Band-Aid und Co. wurden als Kenvue an die Börse gebracht. Was bleibt, ist konzentrierte Kraft: ein reines Healthcare-Unternehmen mit zwei Segmenten. Der Bereich Innovative Medicine erzielte 2025 einen Umsatz von 60,4 Mrd. Dollar (+5,3 %), MedTech 33,8 Mrd. Dollar (+5,4 %). Zusammen 94,2 Mrd. Dollar und für 2026 peilt das Management erstmals die 100-Mrd.-Dollar-Marke an.
Was den Burggraben trägt: 28 Produkte oder Plattformen, die jeweils über 1 Mrd. Dollar jährlichen Umsatz erzielen. Dazu ein freier Cashflow von 20,4 Mrd. Dollar in den vergangenen 12 Monaten. Im ersten Quartal 2026 legte Innovative Medicine um 11,2 % zu. Tremfya (Immunologie) wuchs sogar um 64 %.
Das größte Risiko ist Stelara: Das Immunologie-Blockbuster-Medikament verliert den Patentschutz, Biosimilar-Konkurrenten drängen auf den Markt. Das Unternehmen setzt dagegen auf neue Onkologika wie Rybrevant (Lungenkrebs) und Caplyta (Depression). Im MedTech-Segment kommen 2026 drei neue Systeme auf den Markt: IPULSE, ICON4000 und das Chirurgieroboter-System OTAVA.
👉Colgate-Palmolive schließt die Runde mit 63 Jahren Dividendenwachstum und einem Burggraben, der in seiner Schlichtheit beeindruckt. Das Unternehmen hält weltweit 41,3 % Marktanteil bei Zahnpasta und 32,4 % bei manuellen Zahnbürsten. Diese Zahlen erodieren auch nach Jahrzehnten kaum, weil Zahnärzte weltweit Colgate empfehlen und Konsumenten beim Mundpflegeprodukt selten experimentieren.
77 % des Umsatzes kommen von Oral, Personal & Home Care. Aber das zweite Standbein wächst schneller: Hill's Pet Nutrition erzielte im vierten Quartal 2025 allein 1,2 Mrd. Dollar Umsatz und trägt inzwischen 23 % zum Konzernumsatz bei. Tierärztlich empfohlene Spezialnahrung ist ein Premiummarkt mit strukturell steigender Nachfrage. Die Ausschüttungsquote liegt bei rund 50 % – konservativ genug, um die 63-jährige Erhöhungsserie problemlos fortzuführen.
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