Was der Fonds ist und wie er funktioniert
Der iShares World Equity High Income Active UCITS ETF, genannt WINC, mit der ISIN IE000KJPDY61 kombiniert drei miteinander verzahnte Bausteine. Quantitative Prognosemodelle steuern die Aktienauswahl, verkaufte Call-Optionen sorgen für zusätzliche Erträge und Index-Futures gleichen die dadurch verringerte Marktbeteiligung teilweise wieder aus.
Ziel ist es, sowohl laufende Erträge als auch Kapitalwachstum zu erzielen und dabei eine geringere Schwankungsbreite als der breite Aktienmarkt der Industrieländer anzustreben. Aufgelegt wurde der Fonds am 22. März 2024, bei den Kosten liegt er mit 0,35 Prozent pro Jahr für ein aktiv gemanagtes Produkt auf einem attraktiven Niveau. Mit einem Fondsvolumen von 736 Millionen Euro hat sich der ETF am Markt bereits gut etabliert.
Warum die bisherige Wertentwicklung überzeugt
Wie gut das Zusammenspiel in der Praxis funktioniert, zeigt der Vergleich mit einem klassischen Weltindex-ETF. Im laufenden Jahr steht ein Plus von 13,3 Prozent zu Buche, mehr als der hauseigene, passive iShares Core MSCI World mit 12,3 Prozent im selben Zeitraum erzielte. Seit Auflage im März 2024 summiert sich die Rendite auf 48 Prozent. Bemerkenswert ist somit, dass sich die zusätzlichen Erträge aus der Optionsstrategie und die aktive Aktienauswahl bislang nicht zulasten der Gesamtrendite ausgewirkt haben.
Wie die Ausschüttungsrendite von über 11 Prozent zustande kommt
Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate kommt der Fonds auf eine Ausschüttungsrendite von 11,3 Prozent. Die Ausschüttungen speisen sich dabei aus zwei Quellen: den Dividenden des Aktienportfolios und den zusätzlich vereinnahmten Optionsprämien. BlackRock strebt langfristig einen jährlichen Ertrag von ungefähr 7 Prozent in US-Dollar an, davon 2 bis 4 Prozent aus Dividenden und 4 bis 5 Prozent aus Optionsprämien.
Wenn der Fonds eine Kaufoption auf einen Aktienindex verkauft, erhält er dafür sofort eine Optionsprämie vom Käufer, unabhängig davon, wie sich der Markt anschließend entwickelt. Diese Prämien tragen zu den laufenden Erträgen des Fonds bei, die quartalsweise an die Anleger ausgeschüttet werden. Wichtig dabei: Die Optionen werden auf ganze Aktienindizes und nicht auf einzelne Aktien geschrieben. Dadurch werden mögliche Mehrerträge aus einer erfolgreichen Einzeltitelauswahl nicht unmittelbar durch verkaufte Optionen auf genau diese Aktien begrenzt.
Der Optionsverkauf betrifft üblicherweise nur etwa 40 Prozent des Portfoliowerts, wobei die Ausübungspreise 1 bis 2 Prozent über dem aktuellen Indexstand liegen. Dadurch bleibt ein Teil des weiteren Kurspotenzials erhalten. Zusätzlich kauft der Fonds Index-Futures, um die durch die Optionsverkäufe verringerte Marktbeteiligung auszugleichen und ein Beta von etwa 0,9 gegenüber dem MSCI World anzustreben. In besonders kräftigen Rallys begrenzt der Optionsverkauf allerdings die Beteiligung an Kursgewinnen oberhalb der Ausübungspreise.
Was die größten Positionen über die Strategie verraten
Bei den Aktienpositionen finden sich mit NVIDIA (5,23 Prozent), Apple (4,26 Prozent) und Microsoft (3,45 Prozent) die üblichen Schwergewichte eines Industrieländer-Portfolios wieder, wenn auch mit spürbar geringerem Gewicht als in einem klassischen MSCI-World-ETF. Der Fonds nutzt ein hauseigenes Modell zur sogenannten Dividendenrotation, das erwartete Ausschüttungstermine berücksichtigt und Kapital gezielt in Unternehmen verschiebt, wenn dort ein höherer Dividendenertrag verfügbar ist.
In der Praxis führt das dazu, dass ertragsschwächere, aber im MSCI World stark gewichtete Technologiewerte leicht untergewichtet werden, während dividendenstärkere Werte wie JPMorgan Chase oder Johnson & Johnson im Vergleich übergewichtet sind. Auch bei der Länderverteilung ähnelt der Fonds mit 69,7 Prozent USA vor 6,7 Prozent Japan einem klassischen Welt-ETF. Auf Technologie entfallen 29,3 Prozent, gefolgt von Finanzwerten mit 13,5 Prozent sowie Kommunikation, Industrie und Gesundheitsversorgung mit jeweils knapp 10 Prozent.
Geringere Schwankungen als der breite Weltmarkt
Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Volatilität des Fonds bei 8,8 Prozent und damit niedriger als bei einem klassischen, passiven Welt-ETF. Die geringere Schwankungsbreite ist bewusst Teil der Fondsstrategie. Das Aktienportfolio wird mit Beta- und Volatilitätsgrenzen gesteuert, während die verkauften Kaufoptionen die Marktsensitivität zusätzlich reduzieren. Die vereinnahmten Optionsprämien können Kursrückgänge zudem etwas abfedern, auch wenn dadurch kein vollständiger Schutz vor Verlusten entsteht.
Für wen sich der ETF eignet
Der iShares World Equity High Income Active UCITS ETF eignet sich für Anleger, die regelmäßige quartalsweise Ausschüttungen aus ihrem Aktienportfolio schätzen und dennoch an langfristigem Kapitalwachstum teilhaben möchten. Die geringere Branchenkonzentration und Schwankungsbreite gegenüber einem klassischen Weltindex machen ihn zudem als ertragsorientierte Ergänzung für technologielastige Portfolios interessant.
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