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ein Schwellenländer-ETF ohne China hat 2026 bereits die Jahresrenditen der vergangenen vier Kalenderjahre hinter sich gelassen, und das, obwohl der MSCI China selbst zuletzt zu den stärksten Schwellenländer-Indizes überhaupt zählte. Wer sich für diesen ETF entscheidet, tut das also nicht wegen enttäuschender China-Renditen, sondern wegen der Unsicherheiten, die das Land nach wie vor mit sich bringt.
Ein zweitplatzierter mit Kostenvorteil
Der Amundi MSCI Emerging Ex China UCITS ETF Acc mit der ISIN LU2009202107 bildet den MSCI Emerging Markets ex China Index ab, der die Wertentwicklung großer und mittelgroßer Unternehmen aus Schwellenländern erfasst, jedoch ohne China. Der Fonds wurde im Juni 2019 aufgelegt, bildet den Index synthetisch über ein Tauschgeschäft ab und ist thesaurierend. Mit einem Fondsvolumen von 4,7 Milliarden Euro ist er nach Fondsvolumen der zweitgrößte ETF auf diesen Index, hinter dem iShares MSCI EM ex-China UCITS ETF USD (Acc) mit 4,9 Milliarden Euro. Dafür ist der Amundi-ETF mit laufenden Kosten von 0,15 Prozent pro Jahr günstiger als der Konkurrent, der 0,18 Prozent verlangt.
Wie sich der Fonds zusammensetzt und gewichtet
Die Gewichtung richtet sich nach der freien Marktkapitalisierung der enthaltenen Unternehmen, große und liquide Werte erhalten also automatisch mehr Gewicht. Wie stark sich das auf die größten Positionen auswirkt, zeigt ein Blick auf die Spitze der Liste, allein die zehn größten Werte vereinen 45,7 Prozent des Index. Angeführt wird die Liste von Taiwan Semiconductor Manufacturing mit 18,5 Prozent, gefolgt von Samsung Electronics mit 9,9 Prozent und SK Hynix mit 9,5 Prozent. Der nächstgrößere Werte ( MediaTek) kommt dann lediglich noch auf 1,8 Prozent, Allein die drei Halbleiterschwergewichte Taiwan Semiconductor, Samsung Electronics und SK Hynix bringen damit fast 38 Prozent des gesamten Index auf die Waage. Ein Konzentrationsgrad, den man von einem breiten Schwellenländer-Investment zunächst nicht erwarten würde.
Länder- und Branchenschwerpunkte
Weil China wegfällt, verschiebt sich das Ländergewicht deutlich in Richtung Ostasien. Taiwan stellt mit 33,3 Prozent den größten Anteil, gefolgt von Südkorea mit 29,3 Prozent und Indien mit 13,9 Prozent. Zusammen kommen die drei Länder somit auf mehr als drei Viertel des Fonds. Der Rest verteilt sich auf kleinere Positionen in Brasilien, Südafrika, Saudi-Arabien, Mexiko und weiteren Schwellenländern, die einzeln jeweils unter 5 Prozent liegen. Auf Branchenebene spiegelt sich die Dominanz Taiwans und Südkoreas direkt wider, 52,1 Prozent des Fonds entfallen auf die Technologiebranche. Der Finanzsektor kommt auf 18,5 Prozent, angeführt von indischen und südkoreanischen Banken, alle weiteren Branchen wie Industrie, Grundstoffe oder Energie liegen jeweils im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Die Vorteile des China-Ausschlusses
In klassischen Schwellenländer-Indizes stellt China in der Regel zwischen 15 und 20 Prozent des gesamten Portfolios. Doch China bringt spezifische Risiken mit sich, die in anderen Schwellenländern in dieser Form kaum vorkommen. Dazu zählen der starke Einfluss staatlicher Vorgaben auf Börsenkurse, eingeschränkte Transparenz bei Unternehmenskennzahlen sowie das Risiko plötzlicher regulatorischer Eingriffe, etwa gegen Technologie- oder Immobilienkonzerne. Auch geopolitische Spannungen zwischen den USA und China, die sich zuletzt unter anderem in Exportbeschränkungen für Halbleitertechnologie niedergeschlagen haben, lassen sich durch den Ausschluss gezielt aus dem Portfolio heraushalten. Wer China separat und bewusst dosiert beimischen oder ganz aus dem Portfolio ausschließen möchte, statt es automatisch über einen breiten Schwellenländer-Index mitzutragen, bekommt mit diesem ETF genau dieses Instrument. Als Folge des Ausschlusses rücken Technologie- und Finanzwerte aus Taiwan, Südkorea und Indien stärker in den Vordergrund als in einem klassischen Schwellenländer-Index.
Warum Taiwan Semiconductor, Samsung und SK Hynix so viel Potenzial haben
Die drei größten Positionen des Fonds stehen im Zentrum des aktuellen KI-Booms. Taiwan Semiconductor Manufacturing ist der weltweit führende Auftragsfertiger für modernste Chips und produziert einen Großteil der Halbleiter, die in KI-Beschleunigern verbaut werden. Samsung Electronics und SK Hynix wiederum zählen zu den führenden Anbietern von Speicherchips, insbesondere von Hochleistungsspeicher für Künstliche Intelligenz, der für moderne KI-Rechenzentren unverzichtbar ist. Die kombinierte Börsenbewertung der drei Unternehmen beläuft sich inzwischen auf 4,1 Billionen US-Dollar. Taiwans Börse hat sich dadurch 2026 um etwa 50 Prozent verteuert und Südkoreas Kospi-Index sogar um rund 90 Prozent, beide Landesindizes gehören damit zu den stärksten Börsen weltweit in diesem Jahr. Grundlage dafür ist eine Nachfrage nach Rechenleistung für Künstliche Intelligenz, die nach Einschätzung von Marktbeobachtern strukturell und nicht nur vorübergehend ist, getragen von Milliardeninvestitionen der großen Cloud-Anbieter in neue Rechenzentren.
Für wen sich der ETF eignet
Der Amundi MSCI Emerging Ex China UCITS ETF Acc eignet sich für Anleger, die gezielt an Schwellenländern jenseits von China teilhaben und dabei bewusst ein höheres Gewicht auf Halbleiter- und Finanzwerte aus Taiwan, Südkorea und Indien in Kauf nehmen möchten. Wegen der starken Konzentration auf wenige große Technologiewerte eignet sich der Fonds eher als gezielte Beimischung und Anleger sollten bereit sein, deutliche Kursschwankungen auszuhalten, falls sich die aktuelle KI-Rally abkühlen sollte.
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