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während Europas Verteidigungsausgaben von einem Rekord zum nächsten eilen, bietet ein junger ETF einen breiter gestreuten und zugleich günstigeren Zugang zum Sektor als der etablierte Marktführer.

Ein junger, aber gezielter Zugang zur Verteidigungsbranche

Der Amundi Stoxx Europe Defense UCITS ETF Acc mit der ISIN LU3038520774 bildet den STOXX Europe Total Market Defense Capped Index ab und ist der einzige ETF, der genau diesen Index nachbildet. Der Index filtert aus dem breiten STOXX Europe Total Market Index gezielt Unternehmen mit einem nachgewiesenen Umsatzanteil aus Verteidigungsaktivitäten heraus, ermittelt über eine Aufschlüsselung der einzelnen Geschäftsfelder, statt sich allein auf die grobe Branchenklassifizierung Luft- und Raumfahrt zu verlassen. Der Fonds wurde im Mai 2025 aufgelegt, bildet den Index durch vollständige physische Replikation ab und ist thesaurierend. Mit einem Fondsvolumen von 566 Millionen Euro ist er der zweitgrößte ETF im Bereich europäisches Militär und Verteidigung. Bei den laufenden Kosten liegt er mit 0,35 Prozent pro Jahr jedoch günstiger als der einzige größere Konkurrent (0,40 Prozent).

Wie sich der ETF zusammensetzt und gewichtet

Der Fonds bündelt insgesamt 24 Positionen, wobei die zehn größten Titel zusammen 86,51 Prozent des Fondsvermögens stellen. Airbus führt den Amundi-ETF mit 11,2 Prozent an, obwohl der Konzern sein Geld überwiegend mit ziviler Luftfahrt verdient. Das Verteidigungsgeschäft ist aber groß genug, um die Aufnahmeschwelle des Index klar zu übertreffen. Rheinmetall (Rang 7) dagegen kommt auf 8,9 Prozent und macht praktisch seinen gesamten Umsatz mit Rüstungsgütern wie Munition und gepanzerten Fahrzeugen. MTU Aero Engines (Rang 9) wiederum, einer der größten deutschen Triebwerksbauer, kommt trotz seiner Marktgröße nur auf 6,90 Prozent, weil der überwiegende Teil des Geschäfts nach wie vor auf die zivile Luftfahrt entfällt und nur ein kleinerer Teil auf Verteidigungsprojekte. Die Gewichtung selbst richtet sich nach der Marktkapitalisierung der enthaltenen Unternehmen, wobei einzelne Positionen bei jedem Rebalancing auf maximal 10 % gedeckelt werden.

Viele Länder, keine übergroße Abhängigkeit

Bei der Länderverteilung zeigt sich, dass der Fonds nicht übermäßig von einem einzelnen Land abhängt. Großbritannien stellt mit 25,9 Prozent den größten Anteil, gefolgt von Frankreich mit 22,9 Prozent, Deutschland mit 18,0 Prozent und den Niederlanden mit 11,2 Prozent. Damit liegen bereits vier Länder über der Marke von 10 Prozent, und auch Italien erreicht mit 9,65 Prozent fast diesen Wert. Diese Streuung über mehrere große europäische Rüstungsstandorte hinweg unterscheidet den Fonds von Produkten, die stärker auf ein oder zwei Länder konzentriert sind, und macht ihn weniger anfällig für politische oder budgetäre Entscheidungen einzelner Regierungen.

Warum Großbritannien und Frankreich besonders im Fokus stehen

Großbritannien und Frankreich stellen trotzdem mit etwas Abstand die größten Positionen im Fonds. Beide Länder fahren ihre Verteidigungsausgaben derzeit spürbar hoch. Die britische Regierung will die NATO-relevanten Ausgaben von 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2024 auf 2,6 Prozent bis 2027 und auf 3,5 Prozent bis 2035 anheben, das Verteidigungsbudget soll von 62,2 Milliarden Pfund im laufenden Jahr auf 73,5 Milliarden Pfund im Jahr 2028 steigen. Der UK-Fondstitel Rolls-Royce erweitert beispielsweise gerade sein Standbein zunehmend um kleine modulare Kernreaktoren für die zivile Energieversorgung, zusätzlich zum Kerngeschäft in Luftfahrt und Verteidigung. In Frankreich wurde das Verteidigungsbudget für 2026 gleichzeitig auf 57,1 Milliarden Euro angehoben, ein Plus von 6,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr, mit dem Ziel, bis 2027 bei 64 Milliarden Euro und damit beim Doppelten des Niveaus von 2017 anzukommen. Thales meldete dort für das erste Quartal 2026 einen Auftragseingang von 4,7 Milliarden Euro, im Verteidigungsgeschäft allein ein Plus von 75 Prozent. Beide Länder liefern damit derzeit die konkretesten Wachstumsimpulse innerhalb des Fonds.

Der Unterschied zum größeren Konkurrenten

Der direkte Vergleichsmaßstab für unser Thema der Woche ist der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF EUR Unhedged Acc mit der ISIN IE0002Y8CX98. Dieser ist mit einem Fondsvolumen von 4,3 Milliarden Euro der mit Abstand größte ETF in diesem Segment. Bei den Kosten liegt der Amundi-ETF wie aufgezeigt günstiger. Auch in der Zusammensetzung unterscheiden sich beide Produkte. Der Amundi-ETF bündelt seine Auswahl auf 24 Positionen, während der WisdomTree-ETF auf eine breitere Basis von aktuell 37 Werten setzt. Bei der Wertentwicklung lag der Amundi-ETF zuletzt in allen verfügbaren Zeiträumen leicht vor dem WisdomTree-Konkurrenten, auf Sicht von einem Jahr verlor der Amundi-ETF 0,5 Prozent, der WisdomTree-ETF 2,6 Prozent. Im letzten Monat verlor Letzter zudem weitere 1,7 %, während der Amundi Stoxx Europe Defense UCITS ETF mit einem Plus von 0,7 % eine minimale Erholung zeigte. Beide Fonds mussten nach der kräftigen Rally des Sektors zuletzt Kursrückgänge hinnehmen, was aber nichts an den grundsätzlich stark steigenden Verteidigungsbudgets in Europa ändert.

Für wen sich der ETF eignet

Der Amundi Stoxx Europe Defense UCITS ETF Acc eignet sich für Anleger, die von einem länger anhaltenden Anstieg der europäischen Verteidigungsausgaben überzeugt sind und bereit sind, die damit verbundenen politischen und budgetären Unsicherheiten auszuhalten. Wegen der Konzentration auf eine einzelne Branche taugt der Fonds nicht als alleiniger Grundbaustein eines Depots, sondern als gezielte Beimischung. Gegenüber dem größeren WisdomTree-Konkurrenten spricht für den Amundi-ETF vor allem die niedrigere Kostenquote sowie die zuletzt etwas stabilere Wertentwicklung.

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