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der mit Abstand größte gleichgewichtete S&P-500-ETF setzt bewusst nicht auf die üblichen Schwergewichte. Stattdessen verteilt er sein Kapital nahezu gleichmäßig auf alle 500 Unternehmen des Index. Nach einem schwachen Jahr 2025 steuert er 2026 auf sein stärkstes Jahr seit Langem zu.
Der größte und etablierteste seiner Art
Der Xtrackers S&P 500 Equal Weight UCITS ETF 1C mit der ISIN IE00BLNMYC90 bildet den klassischen S&P 500 Equal Weight Index ab, die gleichgewichtete Variante des S&P 500. Der Fonds wurde bereits 2014 aufgelegt und ist damit einer der ältesten und etabliertesten ETFs in diesem Segment. Er bildet den Index durch vollständige physische Replikation ab und ist thesaurierend. Mit einem Fondsvolumen von 11,5 Milliarden Euro ist er mit Abstand der größte gleichgewichtete S&P-500-ETF, mehr als doppelt so groß wie der nächstgrößere Konkurrent.
Bei den Kosten liegt er mit 0,15 Prozent pro Jahr gemeinsam mit iShares an der Spitze der etablierten Anbieter. Zwar gibt es inzwischen auch neuere Anbieter, die mit 0,12 Prozent noch etwas günstiger sind, diese bringen es aber bislang auf weniger als 200 Millionen Euro Fondsvolumen und tragen damit ein erhöhtes Risiko, bei ausbleibendem Wachstum wieder vom Markt genommen zu werden.
Wie die Gleichgewichtung funktioniert
Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen S&P-500-ETF liegt im Gewichtungsprinzip. Statt Unternehmen nach ihrer Börsenbewertung zu gewichten, erhält in diesem Fonds jedes der 500 enthaltenen Unternehmen zunächst denselben Anteil, unabhängig davon, ob es sich um einen Billionen-Dollar-Konzern oder ein deutlich kleineres Unternehmen handelt. Zum Rebalancing wird diese Gleichgewichtung regelmäßig wiederhergestellt, Gewinner der vergangenen Monate werden dabei anteilig verkauft, Nachzügler nachgekauft. Dieser eingebaute antizyklische Mechanismus unterscheidet den Fonds fundamental von klassischen Indexfonds, bei denen erfolgreiche Aktien automatisch immer schwerer im Portfolio wiegen.
Warum die Top 10 nur 2,5 Prozent ausmachen
Die zehn größten Werte kommen zusammen auf gerade einmal 2,53 Prozent des Fondsvermögens, angeführt von Moderna mit 0,28 Prozent, Bio-Techne und United Airlines Holdings mit je 0,26 Prozent, dahinter folgen unter anderem Corning, Sandisk, Micron Technology und Applied Materials mit Gewichten zwischen 0,24 und 0,26 Prozent. Das Rebalancing des zugrundeliegenden Index wird quartalsweise am dritten Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember vorgenommen, zuletzt also zum 19. Juni 2026 wirksam ab dem folgenden Handelstag. Keines dieser Unternehmen steht also an der Spitze, weil es besonders groß oder bekannt ist, sondern schlicht, weil es seit dem letzten Rebalancing die stärksten Kursgewinne erzielt hat. Genau darin liegt der zentrale Vorteil für Anleger.
In einem klassischen S&P-500-ETF stehen ohnehin schon die größten Technologiekonzerne an der Spitze, und jeder weitere Kursgewinn dieser Werte erhöht ihr Gewicht im Portfolio zusätzlich, ein sich selbst verstärkender Effekt, der Anleger zunehmend von der Entwicklung weniger Einzelwerte abhängig macht. Bei der Gleichgewichtung kann keine einzelne Aktie strukturell zu einem Klumpenrisiko heranwachsen, unabhängig davon, wie gut sie sich entwickelt.
Eine deutlich ausgeglichenere Branchenverteilung
Auch bei der Branchenverteilung zeigt sich der Unterschied zu einem klassischen S&P-500-ETF, in dem die Technologiebranche derzeit auf etwa 45 Prozent kommt und nur der Finanzsektor mit etwas mehr als 13 Prozent überhaupt zweistellig ist. Im gleichgewichteten ETF dreht sich dieses Bild um, hier führt der Finanzsektor mit 20,7 Prozent, noch vor der Technologiebranche mit 15,1 Prozent und der Industrie mit 14,0 Prozent. Das Gesundheitswesen folgt mit 11,9 Prozent, danach kommen nicht-zyklische Konsumgüter, Versorger und nicht-energetische Grundstoffe mit Anteilen zwischen 6 und 8 Prozent. Für Anleger bedeutet das ein Portfolio, dessen Entwicklung nicht in erster Linie vom Auf und Ab der Technologiebranche abhängt. Sollte sich die Stimmung gegenüber Technologiewerten eintrüben, fängt die breitere Streuung über Finanzwerte, Industrie und Gesundheitswesen einen Teil dieser Bewegung auf.
Warum der Fonds 2026 zu seinem stärksten Jahr seit Langem ansetzt
Mit einem Plus von 17,4 Prozent im laufenden Jahr liegt der Fonds bereits nah am zuletzt stärksten Jahr 2024 (+19,6 Prozent) und ist auf dem besten Weg, dieses noch zu übertreffen. Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil 2025 auf den ersten Blick wie ein schwaches Jahr aussah, der Fonds verzeichnete in Euro gerechnet ein Minus von 1,9 Prozent. Tatsächlich lief es für die im Fonds enthaltenen Unternehmen deutlich besser, als diese Zahl vermuten lässt. In US-Dollar legte der zugrunde liegende Index 2025 um etwa 11 Prozent zu. Der Grund für das Euro-Minus lag also nicht bei den Unternehmen selbst, sondern beim Wechselkurs, der Fonds ist nicht währungsgesichert, und der US-Dollar wertete 2025 um mehr als 12 Prozent gegenüber dem Euro ab. Ein Euro-Anleger trug damit zusätzlich zur Aktienrendite auch das volle Währungsrisiko und sah einen Großteil des eigentlichen Dollar-Gewinns beim Umrechnen wieder aufgezehrt.
2026 fällt dieser Gegenwind weitgehend weg, der Euro-Dollar-Kurs bewegt sich seit einem Jahr nur noch wenig, wodurch die tatsächliche Wertentwicklung der Unternehmen deutlich sichtbarer in der Euro-Rendite ankommt. Hinzu kommt, dass sich die Rally an den US-Börsen zunehmend über die großen Technologiewerte hinaus verbreitert, was sich unter anderem daran ablesen lässt, dass immer mehr Indexmitglieder oberhalb ihrer gleitenden Durchschnitte notieren und sich die Gewinnerwartungen für kleinere und mittelgroße Unternehmen deutlich verbessert haben.
Für wen sich der ETF eignet
Der Xtrackers S&P 500 Equal Weight UCITS ETF 1C eignet sich für Anleger, die am US-Aktienmarkt teilhaben möchten, ohne dabei strukturell von einer Handvoll großer Technologiewerte abhängig zu sein, und die dabei auf Größe, Liquidität und eine lange Historie Wert legen. Wer bereit ist, in Phasen enger Marktführung durch wenige Technologiewerte eine geringere Rendite als der klassische S&P 500 in Kauf zu nehmen, wird in ausgeglicheneren Marktphasen mit einer breiteren, weniger klumpenrisikoanfälligen Wertentwicklung entschädigt. Gegenüber kleineren, noch günstigeren Alternativen bietet dieser ETF deutlich mehr Liquidität und ein geringeres Risiko einer vorzeitigen Fondsschließung.
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