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Viele Anleger tragen standardmäßig ein hohes Konzentrationsrisiko auf amerikanische Technologiewerte in ihren Depots. Doch die Anzeichen für ein Comeback europäischer Aktien mehren sich. Ein neuer, aktiv gemanagter ETF von Janus Henderson bündelt genau jene europäischen Unternehmen, die von den Themen profitieren dürften, die Europas Wachstum in den kommenden Jahren antreiben sollen. Darunter befinden sich gleich mehrere heimische Champions, die in ihrem jeweiligen Bereich zu den globalen Marktführern zählen.
Was der Fonds ist und wie er aufgesetzt ist
Der Janus Henderson Pan European High Conviction Equity UCITS ETF EUR Acc mit der ISIN IE0002A3VE77 wurde am 13. November 2024 aufgelegt und ist damit noch ein vergleichsweise junges Produkt mit aktuell 43 Millionen Euro Fondsvolumen. Die laufenden Kosten liegen bei 0,49 Prozent pro Jahr, der Fonds ist thesaurierend, ESG-gefiltert und bildet sein Portfolio physisch ab, hält die Aktien also tatsächlich im Bestand. Vergleichsindex ist der MSCI Europe Index, an dem sich der Fonds messen lassen muss, ohne ihn jedoch nachzubilden.
Aktiv statt passiv: Was das für Anleger bedeutet
Der entscheidende Unterschied zu den meisten anderen börsengehandelten Indexfonds liegt im Management-Ansatz. Während ein klassischer ETF möglichst genau einen Index abbildet und dafür hunderte Aktien hält, wählt das Managementteam bei diesem Fonds aus einem Anlageuniversum von ungefähr 700 europäischen Aktien gezielt nur 20 bis 25 Titel aus, von denen es am stärksten überzeugt ist. Grundlage dafür ist ein mehrstufiger Auswahlprozess, der von Markt- und Branchenanalysen über eingehendes Unternehmensresearch bis zu direkten Gesprächen mit dem Management der jeweiligen Firmen reicht. Mit einem angestrebten Nachbildungsfehler (Tracking Error) von 5 Prozent soll der Vergleichsindex über die Zeit übertroffen werden.
Dieser höhere Aufwand hat seinen Preis. Klassische passive ESG-ETFs auf den europäischen Aktienmarkt verlangen üblicherweise zwischen 0,09 und 0,23 Prozent pro Jahr. Mit 0,49 Prozent ist der aktive ETF also spürbar teurer als die passive Konkurrenz, bewegt sich aber immer noch deutlich unterhalb dessen, was klassische aktiv gemanagte Investmentfonds häufig kosten, wo Gebühren von 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr keine Seltenheit sind.
Europas Strukturwandel als Investment-Case
Der eigentliche Reiz des Fonds liegt in den Themen, auf die das Portfolio ausgerichtet ist. Im Rahmen des sogenannten Draghi-Reformplans fließen aktuell enorme Summen in die Elektrifizierung und Modernisierung der europäischen Stromnetze, von denen viele 40 bis 50 Jahre alt sind. Ende 2025 hat die EU-Kommission hierzu ein gewaltiges Infrastrukturpaket im Umfang von etwa 1,2 Billionen Euro gezielt für die Strom- und Energienetze beschlossen. Der rasant steigende Strombedarf durch Rechenzentren sowie die zunehmende Elektrifizierung von Industrie und Mobilität verschärfen diesen Modernisierungsdruck zusätzlich.
Auch der Protektionismus der EU spielt dem Portfolio in die Karten. Die EU hat unter anderem Einfuhrquoten für Stahl verschärft und Zölle auf bestimmte Importe erhöht, um die heimische Industrie zu stärken. Gleichzeitig sorgt die Energiewende für eine strukturelle Angebotsverknappung bei Industriemetallen wie Kupfer, da für den Netzausbau gigantische Mengen an Kabeln benötigt werden. Abgerundet wird das Portfolio durch das Zukunftsthema Künstliche Intelligenz, bei dem Europa über seine Zulieferer für die Halbleiterindustrie an vorderster Front vertreten ist.
Konzentriert auf die besten Ideen: die Top-Positionen
Wie stark der Fonds von einem klassischen Indexfonds abweicht, zeigt ein Blick auf die größten Positionen. Unter den momentan 24 Titeln entfallen gut 50 Prozent des Portfolios bereits auf die zehn größten Positionen. Darunter der Energiekonzern TotalEnergies mit 5,99 Prozent, der niederländische Chipausrüster ASML mit 5,91 Prozent, der spanische Versorger Iberdrola mit 4,96 Prozent und der schwedische Industriekonzern Sandvik mit 4,67 Prozent.
Die Mischung macht deutlich, dass es sich hier um ein bewusst diversifiziertes Bündel an Überzeugungspositionen entlang der zuvor beschriebenen Strukturthemen handelt. ASML profitiert von der wachsenden Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz, Iberdrola vom Ausbau erneuerbarer Energien und der Modernisierung der Netze und Sandvik von der steigenden Nachfrage nach Bergbau- und Industrieausrüstung. Auch die Spitzenposition TotalEnergies, historisch als Öl- und Gaskonzern bekannt, wandelt sich zu einem der größten integrierten Stromversorger und Entwickler erneuerbarer Energien in Europa. Durch umfangreiche Investitionen in europäische Solar- und Windparks sowie in die Ladeinfrastruktur profitiert das Unternehmen daher ebenfalls von den Subventionen des Draghi-Plans.
Starker Jahresauftakt, aber noch kurze Historie
Seit seiner Auflage Ende 2024 hat der Fonds eine überzeugende Wertentwicklung hingelegt. Im Kalenderjahr 2025 erzielte der Janus Henderson Pan European High Conviction Equity UCITS ETF ein Plus von 27,2 Prozent und lag damit spürbar vor der Wertentwicklung von vergleichbaren, passiv verwalteten europäischen Aktien-ETFs, die im selben Zeitraum etwa 20 Prozent zulegten. Auch über den Zeitraum von Dezember 2024 bis Dezember 2025 übertraf der Fonds seinen Vergleichsindex, den MSCI Europe, um mehr als neun Prozentpunkte. Ob sich die Outperformance fortsetzt, hängt nun maßgeblich davon ab, ob sich die im Portfolio übergewichteten Themen wie Technologie, Versorger und Industrie auch künftig besser entwickeln als der breite Markt.
Für wen sich der ETF eignet
Der Janus Henderson Pan European High Conviction Equity UCITS ETF eignet sich für Anleger, die für den Aufpreis gegenüber einem passiven ETF ein hochkonzentriertes Portfolio der besten Ideen eines Teams mit nachgewiesener Erfolgsbilanz erhalten wollen und gezielt in die transformativen Themen investieren möchten, die Europas Wachstum antreiben. Besonders interessant kann der Fonds für Anleger sein, die ihre Aktienquote gezielt von den USA weg diversifizieren möchten. Ein klassischer passiver Welt-ETF bildet die USA mit fast 70 Prozent ab, sodass viele Anleger unbewusst ein entsprechend hohes Klumpenrisiko im Depot tragen. Als alleinige Depotbasis eignet sich der Fonds aufgrund seiner Konzentration auf 24 Titel und seiner noch kurzen Historie eher weniger, wohl aber als gezielte, aktiv gemanagte Beimischung.
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